Volleyball: Bundesliga Frauen
USC packt vor dem Saisonfinale den Rechenschieber aus

Münster -

Jetzt wird’s knifflig. Auf dem Feld sowieso, aber auch bei der Rechnerei für die optimale Ausgangslage mit Blick auf die Playoffs. Der USC Münster hat sich mit dem 3:0 gegen die Roten Raben Vilsbiburg in eine gute Position gebracht. Doch noch ist vieles möglich.

Donnerstag, 14.03.2019, 15:36 Uhr aktualisiert: 15.03.2019, 14:28 Uhr
Duell am Netz: In dieser Szene kommt Juliet Lohuis zu spät gegen die ehemalige Münsteranerin Leonie Schwertmann. Foto: Jürgen Peperhowe

So schnell kann das gehen: Am vergangenen Samstag schlief der USC Münster noch als Neunter ein. Am Donnerstagmorgen wachte er als Fünfter auf. Kurz vor Toresschluss sind solche Sprünge in der Volleyball-Bundesliga eher ungewöhnlich. Aktuell taugen sie als Beleg für die hohe Leistungsdichte im Mittelfeld des Klassements.

Ganz vorn haben sich wieder einmal Stuttgart und Schwerin abgesetzt. Dresden schwächelt mitunter bedenklich, wird dennoch als Dritter in die Playoffs einziehen. Dahinter hat sich der SC Potsdam (36 Punkte) positioniert, aber noch nicht kuschelig eingerichtet. Tatsächlich haben Münster, Aachen (beide 31) und Vilsbiburg (30) noch die Chance, die Brandenburgerinnen zu verdrängen. Der vierte Platz ist von Bedeutung, da er im Playoff-Viertelfinale (best of three) das Heimrecht im ersten und auch im möglichen Entscheidungsspiel garantiert. Wer die Hauptrunde als Fünfter abschließt, geht in der ersten K.o.-Runde Schwerin, Stuttgart und Dresden aus dem Weg – es ist ebenfalls ein lohnenswertes Ziel.

Mit dem eindrucksvollen 3:0 über die zuvor sehr formstarken Roten Raben aus Vilsbiburg legte der USC die Spur für den Endspurt. Auf den ersten Blick sieht es im Klassement nun richtig gut aus. Der zweite trübt die Freude ein wenig. Selbst zwei weitere „Dreier“ zementieren Rang fünf nicht zwingend. Im Rückspiegel lauert Vilsbiburg zwar mit einem Punkt weniger. Allerdings haben die Raben den Vorteil, noch dreimal anzutreten. Sollten sie beim SC Potsdam, beim Schlusslicht VCO Berlin und gegen den Tabellenvorletzten SW Erfurt mindestens acht Zähler einfahren, könnte der USC die Sterne vom Himmel spielen, aufzuhalten wäre Vilsbiburg nicht. Andererseits ist es für Münster möglich, Potsdam einzuholen. Der aktuelle Vierte reist nach dem Heimspiel gegen die Raben noch nach Stuttgart.

Es ist wohl so, dass Münster die Hausaufgaben weiter blitzsauber und tadellos erledigen muss. Damit würde es sich Aachen, Wiesbaden und Suhl definitiv vom Hals halten. Vor kleiner, aber begeisterter Kulisse (758 Zuschauer) präsentierte sich das Team am Mittwoch als starkes und hungriges Kollektiv. Vor allem im zweiten Satz spielte der USC nahe am eigenen Optimum.

Dabei erwies sich die Einwechslung von Linda Bock als Volltreffer. Die couragierte 18-Jährige, die in der vergangenen Saison noch für den Zweitligisten Borken spielte, stabilisierte im Zusammenspiel mit Lisa Thomsen und Lina Alsmeier die Annahme und hatte dazu im Angriff einige sehenswerte Szenen. In der Mitte spielte Juliet Lohuis gut und Marie Schölzel (14 Punkte) sogar bärenstark. Zuspielerin Mareike Hindriksen servierte nahezu durchgängig auf hohem Niveau, als Abnehmer profitierten die Abiturientinnen Alsmeier und Luisa Keller. Beide sammelten jeweils 15 Punkte ein und bekamen mitunter Szenenapplaus.

Münster spielte richtig stark gegen die Raben und hielt die Zahl der Fehler bemerkenswert niedrig: nur drei im ersten Satz, noch einer weniger im zweiten. Es war der Schlüssel zum Sieg.

► Seit der Einführung der Drei-Punkte-Wertung entscheidet über die Rangfolge der Mannschaften zunächst die Anzahl der Punkte, dann die Anzahl gewonnener Spiele, anschließend der Satzquotient.

Restprogramm

SW Erfurt (A)LiB Aachen (H)Aachen – 6./31Nawaro Straubing (H)Münster (A)Vilsbiburg – 7./30SC Potsdam (A)VCO Berlin (A)SW Erfurt (H)Wiesbaden 8./28Schweriner SC (A)VfB Suhl (H)Suhl – 9. /26MTV Stuttgart (H)VC Wiesbaden (A)

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