Volleyball: Frauen-Bundesliga Zentgraf zieht es nach Frankfurt

Münster -

Vizepräsidentin Karen Zentgraf wird die Stadt und damit auch den USC Münster im Sommer aus beruflichen Gründen verlassen.

Von Wilfried Sprenger
USC-Chef Jörg Adler (im Hintergrund) und Vizepräsidentin Karen Zentgraf sind künftig
USC-Chef Jörg Adler (im Hintergrund) und Vizepräsidentin Karen Zentgraf sind künftig Foto: Jürgen Peperhowe

Das trifft den USC Münster durchaus empfindlich. Vizepräsidentin Karen Zentgraf wird die Stadt im Sommer aus beruflichen Gründen verlassen. Die Sportwissenschaftlerin wechselt an die Universität Frankfurt/Main. Zentgraf war im September vergangenen Jahres ins Führungsgremium des Volleyball-Bundesligisten gewählt worden. Nach der Trennung vom langjährigen Sportlichen Leiter Jürgen Schulz kümmerte sie sich sehr engagiert um sportliche Belange. „Karen Zentgraf hat sich mit hoher Kompetenz und großem zeitlichen Aufwand eingebracht. Und das tut sie auch zur Stunde noch“, sagte USC-Präsident Jörg Adler am Dienstag.

Weil die Unabhängigen frühzeitig informiert wurden, bleibt ihnen Zeit, ein Vakuum zu verhindern. Adler und seine Vorstandskollegen sind in der Sache „fast täglich im Dialog“. Gesucht wird eine Person mit Volleyball-Kompetenz und der Bereitschaft, sich für den USC einzusetzen – auf ehrenamtlicher Basis. „Jemandem Geld dafür zu geben, ist nicht möglich. Das gibt unser Etat nicht her. Wir müssen uns weiter konsolidieren und unsere Ausgaben auch in der kommenden Saison senken“, erklärt Adler.

Der USC-Chef ist „sehr guter Hoffnung, eine gute Lösung zu finden. Es gibt auch schon Ideen und Namen. Wir treiben diese Personalie mit der gebotenen Energie voran. Alles andere wäre ja auch fahrlässig.“

Karen Zentgraf war in den vergangenen Monaten in alle Entscheidungsprozesse beim USC eingebunden. Natürlich auch in die Trainersuche, die der Club kurz vor Ostern erfolgreich beendete. Der Niederländer Teun Buijs coacht die Mannschaft in den kommenden zwei Jahren. Nach einem Brasilien-Aufenthalt wird der 57-Jährige in der nächsten Woche in Münster erwartet. Adler: „Sein Vertrag beginnt zwar erst am 1. Juli, Teun wird aber auch vorher regelmäßig vor Ort sein.“

Das ist wohl auch sehr wichtig, schließlich sind noch etliche Vertragsgespräche und -verhandlungen zu führen. Für die zeichnete zuletzt Vizepräsidentin Zentgraf verantwortlich. „Sie wird uns auch noch in der nächsten Zeit helfen, dafür sind wir dankbar. Wann die Geschäfte dann in andere Hände übergeben werden, wissen wir noch nicht“, sagt Adler.

Aktuell bastelt der USC am Kader für die Saison 2017/2018. Bisher sind erst drei Spielerinnen unter Vertrag.

► Mit 18 Spielerinnen startet Bundestrainer Felix Koslowski am 8. Mai die Vorbereitung auf die WM-Qualifikation. Zum Aufgebot der Nationalmannschaft zählen auch die USC-Spielerinnen Leonie Schwertmann und Juliane Langgemach. Beide werden auch in den Testspielen gegen Ungarn am 19. Mai in Münster und am 21. Mai in Oldenburg am Ball sein. Die beiden Partien sind die einzigen Härtetests vor der so wichtigen WM-Qualifikation in Viana do Castelo/Portugal (31. Mai bis 4. Juni). Dort soll in den Begegnungen gegen Slowenien, Estland, Portugal, Finnland und Frankreich der Turniersieg und das damit verbundene Ticket zur WM-Endrunde 2018 in Japan gelöst werden.

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