Volleyball: Bundesliga USC Münster buhlt um Fans

Münster -

Die Volleyballerinnen des USC Münster freuen sich über den Einzug ins Playoff-Viertelfinale. Vor den Vergleichen mit Stuttgart werben sie um Fans. Die Zuschauerzahlen bei Bundesligaspielen sind rückläufig.

Von Wilfried Sprenger
Volles Haus am Berg Fidel. Dieses Bild trügt, es ist aus der Vergangenheit. Seit einiger Zeit sind die Zuschauerzahlen beim USC rückläufig.
Volles Haus am Berg Fidel. Dieses Bild trügt, es ist aus der Vergangenheit. Seit einiger Zeit sind die Zuschauerzahlen beim USC rückläufig. Foto: Jürgen Peperhowe

Im „Netz“ macht der USC Münster gerade mobil und wirbt für das Heimspiel am Mittwoch nächster Woche (19.30 Uhr, Sporthalle Berg Fidel) gegen den MTV Stuttgart. Es ist die zweite Begegnung mit den Schwaben im Playoff-Viertelfinale, im ersten Vergleich hat Stuttgart am Sonntag (15 Uhr) Heimrecht. Die K.o.-Runde wird im Modus „best of three“ entschieden. Wenn alles gegen den USC läuft und er beide Spiele verliert, ist die Saison für ihn am 22. März beendet.

So soll es nicht kommen, deshalb trommelt der Club gerade für Unterstützung und gut besetzte Tribünen. Dieses Viertelfinale gab es schon einmal, und es ist gar nicht lange her: Im März 2015 setzte sich Stuttgart in drei Begegnungen (der USC gewann sein Heimspiel) mit 2:1 durch. Kurz darauf entschied Münsters Clubspitze, den Vertrag mit dem langjährigen Trainer Axel Büring nicht zu verlängern.

In Stuttgart, wo einst Seriensieger CJD Feuerbach bejubelt wurde, boomt Volleyball wieder. Über 20 000 Zuschauer begrüßte der MTV in den elf Heimspielen der Hauptrunde, am Ende wurde ein Schnitt von 1874 Besuchern notiert. Damit liegen die Süddeutschen in der Zuschauer-Gunst hinter Dresden und vor Schwerin. Der USC kann da nicht mithalten, 11 486 Fans (Schnitt: 1044) sahen die elf Begegnungen. Zum Pre-Playoff-Spiel gegen Suhl kamen nur 503 Zuschauer an den Berg Fidel. Der Minus-Besuch drückte den Gesamtschnitt auf 999. Das sind pro Partie fast 300 weniger als in der Hauptrunde der Vorsaison (Schnitt: 1297).

Auffällig bleiben die unbefriedigenden Zahlen an den Wochen-Spieltagen. Fußball im Free-TV drückt sie in Münster in den Keller. Jüngst beim Suhl-Spiel stand Volleyball in Konkurrenz zur Champions-League-Partie zwischen Borussia Dortmund und Benfica Lissabon. Am Mittwoch nächster Woche überschneidet sich das Viertelfinale mit dem Länderspiel zwischen Deutschland und England. Der USC hat allerdings auch unabhängig von äußeren Einflüssen ein Zuschauerproblem. Es gibt zwar einen festen Stamm, doch der Kreis derer, die Heimspiele besuchen, ist kleiner geworden. Es braucht dringend neue Impulse. Wiesbaden, das zuletzt nur unwesentlich erfolgreicher als der USC war, hat offenbar einen Weg gefunden. Die Heimspiele der Hessen erlebten in dieser Saison im Schnitt 1641 Fans.

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