Volleyball: Damen-Bundesliga Verband führt zur neuen Saison Vierer-Playoff ein

Münster -

Die Volleyball-Bundesliga schafft das DM-Viertelfinale ab. Damit kommt sie großen Mannschaften, die international tätig sind, entgegen. Die Mittelklasseclubs, zu denen auch der USC Münster zählt, bedeutet das die drohende sportliche Perspektivlosigkeit.

Von Wilfried Sprenger
Andreas Vollmer 
Andreas Vollmer 

Bei der Volleyball-Bundesliga (VBL) ist etwas im Busch. Der Verband mit Sitz in Berlin hat einen Grundsatzentscheid verabschiedet, der eine Reform der Playoff-Runden vorsieht. Im Frauen-Oberhaus qualifizieren sich aktuell die sechs Besten der Hauptrunde direkt für das Viertelfinale. Die weiteren beiden Teilnehmer werden in Pre-Playoffs ermittelt. Schon zur Saison 2017/2018 wird die Zahl der Teilnehmer an den reizvollen K.o.-Runden reduziert. Der VBL-Vorstoß sieht vor, künftig auf Pre-Playoffs und Viertelfinale komplett zu verzichten und direkt mit dem Halbfinale einzusteigen. Die Bundesliga-Versammlung, die im Juni tagt, kann den Eingriff ins System zwar noch diskutieren, aber kaum noch kippen.

Mit den Änderungen möchte die VBL die Hauptrunde zeitlich strecken und wenig lukrative Wochenspiele ausschließen. Zudem werden Halbfinal- und Finalrunden künftig generell im Best-of-five-Modus gespielt. Allein dafür braucht es zehn Termine. Zudem sollen die Rahmenbedingungen der international beschäftigen Mannschaften verbessert werden. Vertreter der Spitzenclubs der Liga stehen dem VBL-Ansinnen offenbar geschlossen positiv gegenüber. Andreas Vollmer zählt nicht zu dieser Gruppe, er spricht sich gegen ein Playoff mit lediglich vier Teams aus.  

Kommentar: Fatales Signal

Am vergangenen Montag hat die Volleyball-Bundesliga (VBL) in Hannover Neuerungen um den Supercup 2017 vorgestellt. Es ist die zweite Auflage dieses Projekts, das unbedingt Zukunft haben soll. In anderer Angelegenheit macht die Liga gerade zwei Schritte zurück. Die Abkehr vom aktuellen Playoff-Modus hin zum elitären Vierer-Zirkel mögen die traditionell Großen der Liga begrüßen und feiern. Für die Mehrheit der Clubs ist sie der Gegenentwurf zum Fortschritt.

Volleyball ist eine Randsportart. Sie hat es schwer im fortlaufenden Verdrängungswettbewerb und bei der Akquise von Sponsoren. Mitunter dauert die saisonale Präsenz nicht einmal fünf Monate. Und nun nimmt die VBL der „Mittelschicht“ im Oberhaus auch noch die Perspektive. Mit der Streichung der Viertelfinal-Runde, die viele Jahre sportlich wie wirtschaftlich ein erstrebenswertes Ziel war, werden gute Mittelfeldplätze künftig drastisch abgewertet. Damit schlägt sich die VBL auf die Seite der Spitzenteams. Die anderen schickt sie raus in den Regen. Ein fatales Signal.        Wilfried Sprenger

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