Volleyball: 1. Damen-Bundesliga Eine runde Sache – USC schlägt Suhl im ersten Pre-Playoff-Match 3:0

Münster -

Das DM-Viertelfinale ist in Reichweite für den USC Münster. Das erste Pre-Playoff-Spiel gegen den VfB Suhl gewann das Team am Mittwochabend locker und dank einer astreinen Vorstellung mit 3:0. Besonders Kaisa Alanko und Jennifer Keddy erwischten einen Glanztag.

Von Thomas Rellmann
Die bombenstarke Kaisa Alanko, hier im Duell mit Claudia Steger (l.), gewann mit dem USC 3:0 gegen Suhl.
Die bombenstarke Kaisa Alanko, hier im Duell mit Claudia Steger (l.), gewann mit dem USC 3:0 gegen Suhl. Foto: Jürgen Peperhowe

Vor einer Woche war noch zu befürchten, dass der USC Münster selbst in den Pre-Playoffs so seine Schwierigkeiten bekommen könnte. Doch nach dem 3:0 (25:15, 25:12, 25:22) zum Auftakt der K.o.-Spiele gegen den VfB Suhl kann davon kaum mehr die Rede sein. Am Berg Fidel legte der Favorit einen blitzsauberen Auftritt hin. Das war eine runde Sache, auch wenn der Gast ohne Stammregisseurin Laurianne Delabarre harmlos war. In der Wolfsgrube können und sollten die Unabhängigen das DM-Viertelfinale am Samstag buchen.

Coach Andreas Vollmer hatte wenig auszusetzen an der Vorstellung. „Wir haben fast alles richtig gemacht und jeden kleinen Nackenschlag weggesteckt. Unsere Annahme war stabil, alles andere hat auch gepasst.“

Er vertraute derselben Startformation, die in Dresden am Samstag überraschte und wechselte nicht einmal. Den Spielerinnen war ein Funken neues Selbstvertrauen gleich anzumerken. Eine gute Blockarbeit gegen einen nicht gerade riesigen Gast, aber vor allem stabile Zuspiele und präzise Aufschläge von Kaisa Alanko brachten einen frühen 8:3-Vorsprung.

Nicht alles lief am Schnürchen, doch da die meisten Angriffe ins Ziel fanden, hielt der USC die Thüringer auf Abstand. Die Endphase des Satzes gehörte dann wieder Alanko und ihrem Service, wobei der VfB mit einigen leichten Fehlern kräftig mithalf. Nach 19 Minuten brachte Hanna Orthmann Durchgang eins schon nach Hause (25:15). Ein großes Plus blieben die Aufschläge, mit denen die Gastgeber oft Suhls Top-Scorerinnen unter Druck setzten. „Wir wollten sie beschäftigen“, so Vollmer. Jennifer Keddy und Sina Fuchs waren am Netz weiterhin schwer zu bezwingen. Gerade die US-Amerikanerin bestätigte ihre grandiose Form, etwa mit einer kleinen Serie vom 8:5 zum 11:5 im zweiten Abschnitt. Gerade die Schnellangriffe der Mittelblockerin in Zusammenspiel mit Alanko wusste der Gegner überhaupt nicht zu verteidigen. „Das hat wirklich Spaß gemacht“, so die finnische Zuspielerin. „Wir haben auch gut geblockt, gut angenommen. Alles hatte bei uns eine hohe Qualität.“

Selbstbewusstsein ist zurück

Da war schon ein Klassenunterschied erkenntlich, es sah so aus, als habe der USC die Krise rechtzeitig zum Saison-Showdown aus den Kleidern geschüttelt. Da auch Orthmann diagonal ihren Rhythmus fand, Alanko mal eben drei Asse einstreute und schließlich Fuchs nach einem der vielen glänzend erkämpften Bälle den Boden fand, war Satz zwei eine ähnlich zügige Angelegenheit. 25:12 nach 22 Minuten – das hatte am Schluss etwas von Katz‘ und Maus. Die nur 503 Zuschauer bekamen einen der flüssigsten Auftritte ihres Teams in dieser Saison geboten. Die VfB-Angreiferinnen wie Tereza Patockova oder Marrit Jasper kamen kaum zur Geltung, was auch ein Verdienst der Heimmannschaft und deren Service war.

Es bestanden im Prinzip bereits vor dem dritten Abschnitt kaum ein Zweifel daran, dass der Hauptrundensiebte gegen den Zehnten in Führung gehen würde. Eine kleine Schwächephase gestattete sich Münster aber noch, in der Konzentration und Genauigkeit nachließen. Suhl konnte mit diesen Angeboten allerdings wenig anfangen und schaffte nur einmal beim 10:11 den Anschluss. Juliane Langgemach löste nun Keddy als Hauptakteurin am Netz ab, der Gast lieferte weiter trotz alles Kampfeslust eine Menge leichter Punkte. Den dritten Matchball verwandelte nach 27 Minuten schließlich Keddy zum 25:22 – ein zweifellos passendes Finale.

Die Matchwinnerin wurde zwar nicht zur wertvollsten Spielerin auserkoren, blieb aber buchstäblich fehlerlos und verwandelte satte 77 Prozent ihrer Angriffe. Linda Dörendahl, die auch stark in der Feldabwehr war, wies 86 Prozent gelungener Annahmen auf. Die positive Zahlenreihe ließe sich mühelos weiterführen. „Unser Selbstbewusstsein ist wieder da“, sagte Keddy. „Der Sieg in Dresden war unheimlich wichtig nach fünf Niederlagen.“ Noch hat der USC einiges vor in dieser Serie. Das Tief scheint überwunden.

Statistik

USC: Kaisa Alanko; Hanna Orthmann; Ines Bathen, Sina Fuchs; Jennfier Keddy, Juliane Langgemach; Linda Dörendahl (Libera) – keine Wechsel

Zuschauer: 503

Spieldauer: 74 Minuten

Satz 1: 1:3, 8:3, 10:4, 10:7, 13:8, 14:11, 17:11, 17:13, 22:13, 23:14, 25:15

Satz 2: 2:0, 2:3, 6:3, 12:5, 16:8, 16:11, 18:12, 25:12

Satz 3: 1:2, 5:2, 8:4, 8:6, 11:10, 14:10, 14:12, 17:12, 18:16, 22:18, 24:20, 25:22

Wertvollste Spielerin: Kaisa Alanko (USC) – Miloslava Lauerova (VfB)

Nächstes Spiel: VfB Suhl - USC (Samstag, 18 Uhr), zweites Spiel Pre-Playoffs

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