Volleyball: Frauen-Bundesliga Paukenschlag des USC: 3:1-Erfolg in Dresden

Münster -

Damit hätte nach den Ergebnisse der vergangenen Wochen sowie einem Blick in die Chronik der Volleyball-Bundesliga wohl kaum jemand gerechnet. Nach fünf Niederlagen am Stück überraschte der USC Münster durch das 3:1 beim Dresdner SC. Es war der erste Sieg gegen die Sachsen nach langer Zeit.

Von Henner Henning
Eine gute Partie lieferte nicht nur Jennifer Keddy ab, die mit dem USC in Dresden 3:1 gewann.
Eine gute Partie lieferte nicht nur Jennifer Keddy ab, die mit dem USC in Dresden 3:1 gewann. Foto: Jürgen Peperhowe

Der USC Münster hat sich passend vor dem Start in die entscheidende Saisonphase zurückgemeldet – und zwar mit einem Paukenschlag der Güteklasse A. Vier Tage vor dem ersten Pre-Playoff-Spiel gegen den VfB Suhl um den Einzug ins Viertelfinale gewann der Volleyball-Bundesligist mit 3:1 (25:21, 21:25, 26:24, 25:21) beim Dresdner SC, der damit als Dritter die Hauptrunde abgeschlossen hat. Für den USC rissen durch den überraschenden Erfolg zwei negative Serien: Erstmals seit dem 1. Februar 2009 verließ Münster gegen den DSC wieder als Sieger das Feld, dazu gewannen die Westfalen nach fünf Niederlagen am Stück nun endlich wieder.

Die Partie ließ sich jedoch alles andere als gut an, nach wenigen Minuten lag Münster mit 5:10 zurück. Und mit den dürftigen Erlebnissen der vergangenen Wochen im Gepäck drohte es auch in der Margon-Arena eine schnelle Nummer zu werden. Doch der USC zeigte diesmal ein anderes, sein besseres Gesicht und kämpfte sich Schritt für Schritt heran. Mit einem Ass glich Sina Fuchs aus, wenig später sorgte die in Dresden ausgebildete Juliane Langgemach mit zwei Punkten am Stück gar für eine 17:14-Führung. Münster war nun endgültig im Spiel angekommen und hielt bis zum Satzende das Niveau hoch. Fuchs besorgte den Westfalen fünf Möglichkeiten zum Gewinn des ersten Durchgangs, den DSC-Angreiferin Katharina Schwabe dann mit einem Servicefehler unfreiwillig für den USC eintütete.

Verbissene Gegenwehr

Es sah gut aus, was das Team von Trainer Andreas Vollmer zeigte. Doch der Favorit war nun gereizt und drehte seinerseits auf. Wieder erwischte Dresden den besseren Start und verschaffte sich schnell reichlich Luft (12:4). Wer jetzt aber einen Einbruch der Gäste erwartet hatte, war schief gewickelt. Münster wehrte sich verbissen und bereitete dem DSC noch einmal ordentlich Probleme. Langgemach mit ihrem Punkt zum 20:22 zwang Dresdens Coach Alexander Waibl zu einer Auszeit, in deren Anschluss ein Dresdner Doppelblock erst gegen Dana Anisova und dann gegen Langgemach zur Stelle war – 21:25.

Alles stand wieder auf Null, die Begegnung war ausgeglichen – und der USC weiter gleichwertig, wenn nicht sogar besser. Diesmal waren es Vollmers Schützlinge, die direkt hellwach waren und mächtig Eindruck hinterließen. Bis Mitte des Satzes (14:13) war Münster vorne, zwischenzeitlich betrug der Vorsprung gar vier Zähler (12:8). Und auch vom Zwischenspurt samt Überholmanöver der Gastgeber ließ sich der USC nicht aus dem Konzept bringen, wehrte zwei Satzbälle ab und nutzte umgehend seine erste Chance zum 26:24. Der völlig unerwartete Punktgewinn war nach fünf Niederlagen in Serie nun schon einmal sicher, auch wenn er für die abschließende Platzierung nach der Hauptrunde keine Rolle mehr spielte.

Starker Mittelblock

Für das Selbstbewusstsein aber umso mehr, gerade mit Blick auf die K.o.-Duelle mit Suhl. Und Münster machte auch nach dem dritten Seitenwechsel so weiter, wollte jetzt mit allen Mitteln die faustdicke Überraschung schaffen und damit seine schwarze Serie gegen Dresden beenden. Langgemach, die wie Keddy im Mittelblock eine starke Partie ablieferte, stellte das Scoreboard mit einem Aufschlagpunkt gegen DSC-Libera Myrthe Schoot auf 10:6.

Ja, da ging tatsächlich etwas an der Elbe, es wurde merklich ruhiger in der mit 2900 Zuschauern besetzten Margon-Arena. Besonders als auch ein abermaliger Dresdner Zwischenspurt zum 14:13 verpuffte und Münster durch Langgemach nach einer tollen Abwehraktion von Libera Linda Dörendahl zum 19:15 davonzog. Der DSC war angezählt, der USC dagegen war obenauf – und stand wenig später endlich als Sieger fest. Denn auch drei vergebene Matchbälle warfen Vollmers Truppe nicht mehr aus der Bahn, nach der letzten Auszeit verwandelte Bathen zum 25:21 – und löschte damit einen Makel in der Bundesliga-Geschichte des USC.

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