DOSB-Präsident Hörmann: DOSB finanziert keine Athleten-Gewerkschaft

Der Deutsche Olympische Sportbund redet oft vom mündigen Athleten, wenn einer aber aufbegehrt, ist es ihm offenbar nicht recht. Mit Argwohn und Widerstand begegnet der DOSB dem Streben der Athletenkommission nach mehr Unabhängigkeit.

Von dpa
DOSB-Präsident Alfons Hörmann.
DOSB-Präsident Alfons Hörmann. Foto: Peter Gercke

Frankfurt/Main (dpa) - Der Deutsche Olympische Sportbund hat auf das Streben seiner Athletenkommission nach mehr Unabhängigkeit distanziert reagiert.

«Selbstverständlich ist es das gute Recht der Athletinnen und Athleten, sich zusätzlich außerhalb des DOSB gewerkschaftlich zu organisieren», erklärte DOSB-Präsident Alfons Hörmann. «Die Gründung einer Gewerkschaft kann und wird jedoch nicht vom DOSB oder dessen Mitgliedsorganisationen finanziert werden.» Der DOSB habe die gewählte Athletenkommission stets professionell unterstützt und dies auch der jetzigen Athletenkommission angeboten, betonte er.

DOSB-Athletensprecher Max Hartung hatte am Mittwoch nach einer Sitzung des Sportausschusses des Bundestages in Berlin angekündigt, dass seine Kommission prüfen wolle, ob man weiter am DOSB angedockt bleiben oder eine größere Unabhängigkeit vom Dachverband anstreben wolle. Zudem forderte er eine hauptamtliche Unterstützung für die Athletenvertretung, um professioneller agieren zu können.

Ganz so einfach wird es mit der größeren Unabhängigkeit vom DOSB nicht werden. Denn gewählte Athletenvertreter sind eine der Voraussetzungen, «die Nationale Olympische Komitees gemäß der Olympischen Charta erfüllen müssen, damit sie Sportler zu Olympischen Spielen entsenden können», erklärte Hörmann.

Die Vollversammlung der Athleten sei zudem «als Gremium in der Satzung des DOSB verankert». Ihre gewählten Vertreter hätten Sitz und Stimme in Mitgliederversammlung und Präsidium des DOSB und bekleideten auf bewährte Art und Weise wichtige Positionen in den Aufsichtsgremien des Sports.

«Wenn man sagt, wir wollen mündige Athleten, dann müssen wir sie auch ernst nehmen», sagte die Sportausschuss-Vorsitzende des Bundestags, Dagmar Freitag (SPD). «Ich glaube, dass man die Wünsche im DOSB ernst nimmt.»

Hartung zeigte sich davon nicht so überzeugt. Seine ersten Gespräche mit den Verantwortlichen hätten gezeigt, dass der DOSB sehr klare Vorstellungen davon habe, was die Kontrolle über die Arbeit der Kommission und das Anstellungsverhältnis hauptamtlicher Mitarbeiter angehe.

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