Turn-WM in Doha Russe Dalalojan gewinnt Mehrkampf - Deutsche enttäuschen

Die deutschen Turner konnten im Mehrkampf-Finale der WM von Doha ihr Leistungsvermögen nicht abrufen. Nach einigen Fehlern landeten Lukas Dauser und Marcel Nguyen auf hinteren Rängen. Weltmeister wurde Artur Dalalojan, der damit eine lange Durststrecke der Russen beendete.

Von dpa
Artur Dalalojan (l) feiert seinen WM-Titel in Doha.
Artur Dalalojan (l) feiert seinen WM-Titel in Doha. Foto: Vadim Ghirda

Doha (dpa) - Beim großen Auftritt des Russen Artur Dalalojan haben die deutschen Turner nur Nebenrollen gespielt.

Im Mehrkampf-Finale der Weltmeisterschaften von Doha leisteten sich Marcel Nguyen und Lukas Dauser einige Fehler und mussten mit den Rängen 20 und 24 zufrieden sein. Fünf Jahre nach dem dritten Rang von Fabian Hambüchen im WM-Mehrkampf von Antwerpen hatten die Deutschen mit dem Ausgang der Mehrkampf-Entscheidung nichts zu tun.

Historisch war die Entscheidung, weil erstmals zwei Turner mit derselben Top-Wertung den Wettkampf beendeten. Neben dem dreimaligen Europameister Dalalojan hatte auch Titelverteidiger Xiao Ruoteng aus China mit 87,598 Punkten auf die Tausendstel exakt die gleichen Zähler erturnt und wurde entsprechend der Tiebreak-Regel aufgrund der schlechteren Haltungsnoten auf Rang zwei gesetzt.

Dalalojan beendete nach 17 Jahren eine lange Durststrecke der Russen ohne WM-Gold in der Königsdisziplin. Bis zum Zerfall der Sowjetunion 1991 hatten sie zwölfmal den Mehrkampf-Titel erkämpft, ehe Nikolai Krjukow 1999 den bislang letzten Erfolg für die einstige und nun wieder erstarkte Turn-Großmacht perfekt gemacht hatte.

Marcel Nguyen, der Olympia-Zweite von London 2012, turnte in seinem dritten WM-Allround-Finale nach 2009 (12.) und 2011 (8.) zunächst unglücklich. Er stürzte gleich zum Auftakt beim Sprung. Am Barren konnte er seinen Tsukahara-Abgang wegen der Probleme mit seiner angebrochenen Rippe nicht präsentieren. «Es war klar, dass es hier nichts zu gewinnen gibt. Deshalb bin ich kein Risiko eingegangen», sagte der 31-Jährige. Am Boden steigerte er sich aber, ehe er sich nach Pferd und Ringen noch auf den 20. Platz vorschob (79,132 Punkte).

Der Wahlberliner Dauser (76,730 Punkte) sprach nur von «einem gebrauchten Tag». Wie sein Unterhachinger Teamgefährte hatte er keinen guten Start: An den Ringen patzte er nach Riesenfelge in den Handstand und verlor viele Punkte, auch weil er Strafen für ein nicht lange genug gehaltenes Kraftteil einstecken musste. Auch am Barren, an dem er am Samstag im Gerätefinale der Top Acht steht, kam er nicht gut zurecht. «Nach fünf gut geturnten Elementen habe ich mich beim Makuz vergriffen», sagte er fast entschuldigend.

Nach Kreuzbandriss 2016 hatte er mehr als ein Jahr Zwangspause einlegen müssen und war froh, zu seiner zweiten WM überhaupt antreten zu dürfen. «Der Einzug in die zwei Finals war doch schon ein Erfolg. Und ich werde viel daraus lernen», sagte der 25-Jährige.

Keine Chance auf den Gewinn seines siebten Mehrkampf-Titels hatte Rekord-Weltmeister Kohei Uchimura. Der Japaner konnte wegen einer Sprunggelenksverletzung nur an vier Geräte starten und steht am Samstag im Reck-Finale.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6158984?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686137%2F2686210%2F2686268%2F