WM-Qualifikation
Olympia-Traum lebt weiter: DHB-Frauen happy in den Urlaub

Für die deutschen Handballerinnen steht am Jahresende ein Highlight an. Bei der WM in Japan will das DHB-Team seine Entwicklung vorantreiben und mit einer Top-7-Platzierung den nächsten Schritt auf dem angestrebten Weg zu den Olympischen Spielen machen.

Donnerstag, 06.06.2019, 12:02 Uhr aktualisiert: 06.06.2019, 12:06 Uhr
Die deutschen Handballerinnen bejubeln den Sieg über Kroatien und die Qualifikation für die WM in Japan. Foto: Guido Kirchner

Hamm (dpa) - Nach einem fröhlichen Team-Abend in der Sportschule Kaiserau verabschiedeten sich Deutschlands Handball-Frauen gut gelaunt mit dem WM-Ticket im Gepäck in den Urlaub.

Die Teilnahme an der Endrunde vom 30. November bis 15. Dezember in Japan eröffnet der jungen Mannschaft von Bundestrainer Henk Groener gute Perspektiven zur Weiterentwicklung und vor allem die Chance auf die Teilnahme an den Sommerspielen 2020 in Tokio.

«Ich bin stolz, dass wir dem Druck standgehalten haben», sagte Groener nach dem 25:21-Sieg im entscheidenden Playoff-Rückspiel gegen Kroatien. «Olympia ist für alle Sportarten das Non-Plus-Ultra. Da gucken alle hin. Wenn man dort dabei ist, rückt man ins Rampenlicht.»

Um erstmals seit 2008 in Peking wieder bei Sommerspielen dabei zu sein, muss die DHB-Auswahl beim WM-Turnier unter die besten Sieben kommen und dann im März 2020 bei einem der drei Qualifikationsturniere mindestens Zweiter werden. «Olympia ist das Größte», sagte Torfrau Dinah Eckerle. «Die WM erreicht und die Chance auf das Ticket gewahrt zu haben, ist großartig.»

Die beiden Playoff-Spiele gegen Kroatien haben allerdings gezeigt, dass die nach der verpatzten Heim-WM 2017 extrem verjüngte Mannschaft noch Zeit zum Reifen benötigt. «Das Wichtigste ist, dass wir Stabilität und Konsequenz in der Abwehr finden. Daran müssen wir weiter arbeiten», benannte Groener die Hauptaufgabe für die WM-Vorbereitung.

Doch es gibt auch viel Positives, was zuversichtlich für die Zukunft stimmt. Auf der Torhüterposition verkörpert Eckerle, die vor 2131 Zuschauern in der ausverkauften Arena in Hamm eine exzellente Vorstellung bot, internationales Spitzenformat. «Dinah hat einen tollen Job gemacht», lobte Groener die 23-Jährige.

Im Angriff verfügt die deutsche Mannschaft neben der erfahrenen Kapitänin Kim Naidzinavicius (28) in Alicia Stolle (22), Xenia Smits (25) und Emily Bölk (21) über ein junges, dynamisches Rückraumtrio, das schon bei der EM 2018 teilweise für Furore sorgte. Beim 24:24 im Hinspiel übernahm Naidzinavicius mit sechs Toren Verantwortung, im Rückspiel erwischte Stolle einen Sahnetag und traf ebenfalls sechsmal. «Sie hat das sehr gut gemacht», sagte Groener.

Die WM, die am 21. Juni ausgelost wird, dürfte nun für einen weiteren Schub sorgen. «Große Turniere prägen die jungen Spielerinnen. Das wird der Mannschaft sehr gut tun», sagte Sportvorstand Axel Kromer. Ein Scheitern hätte den Entwicklungsprozess und damit auch die hohen Ziele des Verbandes gefährdet. Denn 2024 sollen die DHB-Frauen bei Olympia nicht nur dabei sein, sondern auch eine Medaille gewinnen. Dann sind die vielen jungen Spielerinnen im besten Handball-Alter. «Wir brauchen Zeit, um uns einzuspielen. Die WM wird uns weiterbringen», sagte Naidzinavicius.

Zudem bietet die Endrunde eine willkommene Bühne, vielleicht ein wenig aus dem Schatten der Männer zu treten. «Bei den Männern ist wieder eine Euphorie da, wegen der Art und Weise, wie sie sich bei der Heim-WM präsentiert haben», sagte Groener. Im Falle des sportlichen Erfolges erhofft er sich auch für seine Schützlinge ein wenig Glanz. Dass es funktionieren kann, weiß der 58 Jahre alte Niederländer aus eigener Erfahrung: «Eine WM macht schon etwas aus, dass habe ich in meiner Heimat erlebt. Da waren die Hallen plötzlich voll, nachdem wir Vize-Weltmeister geworden waren.»

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