Keine Tore im Traditionsduell SCP-1860
Magerkost statt Leckerbissen

Münster -

Ein Leckerbissen war angekündigt und serviert wurde Magerkost: 12.532 Zuschauer sahen im Preußenstadion eine über weite Strecken uninspirierte Nullnummer zwischen dem SC Preußen Münster und München 1860. Löwen und Adler, jeweils Könige in ihrem Revier, konnten sich nicht über die Thronfolge einigen. Immerhin: Die Preußen bleiben zum siebten Mal in Folge ungeschlagen.

Samstag, 03.11.2018, 16:15 Uhr aktualisiert: 03.11.2018, 17:54 Uhr
Foto: Jürgen Peperhowe

Einen Tag nach dem Stadion-Kollaps in Bösensell sollten die Schlagzeilen wieder auf dem Fußballplatz entschieden werden. Die Sonne strahlte über dem alten Preußenstadion, als wäre nichts gewesen. Im Schatten nur die Haupttribüne und die Ruinenkurve, in der das Unkraut ungehindert vor sich hinsprießt. Doch die Chancen auf eine komplette Renaturierung der ganzen alten Kiste am Berg Fidel sind seit Freitagabend gegen null gesunken. Hier wird voraussichtlich weiter Fußball gespielt, bis der Klimawandel das Münsterland in eine Seenplatte verwandelt hat.

Dass es auf dem Platz dann aber doch nicht optimal gelaufen ist, lag im Zweifel nicht am Preußenstadion. Die Stimmung vor der Partie war großartig. 12.532 Zuschauer wollten den Klassiker zwischen den Traditionsclubs sehen und sahen zunächst eine ausschweifende Abtastphase und in der zweiten Hälfte der ersten Hälfte zunehmenden Druck der Löwen auf die Adler, die offensichtlich an diesem Samstag keinen Aufwind hatten.

Preußen Münster - 1860 München

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  • Kehrte an alte Wirkungsstätte zurück: Antonio Grimaldi (hier gegen Lion Schweers).

    Kehrte an alte Wirkungsstätte zurück: Adriano Grimaldi (hier gegen Lion Schweers).

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Rene Klingenburg setzt sich gegen Efkan Bekiroglu und Quirin Moll durch.

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  • Immer auf Ballhöhe: Rufat Dadaschov.

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  • Lion Schweers im Luftkampf gegen Routinier Sascha Mölders.

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  • Dicke Luft vor dem Tor von 1860-Keeper Marco Hiller.

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  • Schenken sich nichts: Preußens Martin Kobylanski im Duell mit Münchens Efkan Bekiroglu.

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  • Fabian Menig und Efkan Bkiroglu im Kampf um die Kugel.

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  • Schiedsrichter Florian Lechner zeigt Grimaldi die gelbe Karte.

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  • SCP-Coach Marco Antwerpen.

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  • Tobias Rühle behält gegen Quirin Moll die Oberhand.

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  • SCP-Coach Marco Antwerpen.

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  • Kopfball-Sieger: Kevin Pires-Rodrigues.

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  • Gelb für Grimaldi von Schiedsrichter Florian Lechner.

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  • SCP-Coach Marco Antwerpen ...

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  • ... und sein Münchner Pendant Daniel Bierofka.

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  • Die Fans der „Sechziger“ machen Stimmung.

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  • SCP-Coach Marco Antwerpen.

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  • Noch mehr Stimmung im Block der Gäste.

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  • Löwen-Coach Daniel Bierofka.

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  • Viel Trubel rund um Jannik Borgmann.

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  • Trikottausch nach dem Schlusspfiff: Tobias Rühle und Adriano Grimaldi.

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  • Trikottausch nach dem Schlusspfiff: Tobias Rühle und Adriano Grimaldi.

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  • Tobias Rühle und Rene Klingenburg im Austausch mit Herbert Paul und Schiedsrichter Florian Lechner.

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  • Adriano Grimaldi beim Trikottausch.

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  • Jannik Borgmann bekommt es mit Felix Weber und Adriano Grimaldi zu tun.

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  • 1860-Keeper Marco Hiller behält den Durchblick.

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  • Packende Szene mit Löwen und Adlern.

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  • Adriano Grimaldi hat noch viele gute Bekannte in Münster.

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  • 1860-Coach Daniel Bierofka.

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  • Rene Klingenburg und Stefan Lex kämpfen um den Ball.

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  • Die Trainer der beiden Traditionsvereine an der Seitenlinie.

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  • Rene Klingenburg läuft in dieser Szene allen davon.

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  • Jannik Borgmann als Sieger im Kopfball-Duell.

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  • Fabian Menig und Herbert Paul im Zweikampf.

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  • Tobias Rühle und Lion Schweers suchen das Gespräch mit dem Unparteiischen.

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  • Rene Klingenburg im Duell mit Quirin Moll.

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  • Ratlos? Löwen-Coach Daniel Bierofka.

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  • Eng am Ball: Ex-Preuße Adriano Grimaldi.

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Die spektakulärste Szene in Durchgang eins ging dann auch auf das Konto der Gäste, als Preußen-Verteidger Jannik Borgmann sich einen seiner seltenen Aussetzer leistete, dann aber dem einschussbereiten Sascha Mölders die Kugel doch noch vom Fuß spitzelte. Der Befreiungsschlag landete aber vor den Füßen von Herbert Paul, der den Ball aus 17 Metern unter die Latte nagelte, dass das Gebälk noch fünf Minuten später vibrierte. Es war die dickste Chance in einer bis dahin zähen Partie, die es sich auf dem im Vorfeld reichlich verteilten Vorschusslorbeer so richtig gemütlich machte. Allerdings ging von Adriano Grimaldi und Sascha Mölders im Münchener Sturm deutlich mehr Gefahr aus, als von der an diesem Samstag komplett harmlosen Attacke-Abteilung der Preußen.

Ohne Tore ging es in die Kabine, dafür mit einigem Gesprächsbedarf. Und die Ansprache von Trainer Marco Antwerpen hatte zumindest einen dezent spürbaren Effekt: Der Gästedruck hielt sich in Durchgang zwei in Grenzen, Münster erkämpfte sich langsam und Zentimeter um Zentimeter das Spiel zurück. Bis zur dicksten und vielleicht einzigen ernsthaften Chance dauerte es aber dennoch bis zur 87. Minute, als der in dieser Partie eher unscheinbare bis glücklose Martin Kobylanski den Ball vom wohl besten Preußen, René Klingenburg, in den Lauf gespielt bekam und das Leder aus 20 Metern wirklich knapp am Löwen-Tor vorbei beförderte.

Einzelkritik: Preußen Münster - 1860 München

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  • Maximilian Schulze-Niehues

    Torwart Max Schulze Niehues, Note 2,5, hatte einen schwierigen Ball zu klären - und tat das. Mehr passierte in seinem Fünfmeterraum nicht, beim Lattentreffer der Gäste chancenlos.

    Foto: WN/SCP
  • Innenverteidiger Lion Schweers, Note 2,5, rieb sich in den Zweikämpfen mit Ex-Preuße Adriano Grimaldi förmlich auf. Defensiv bärenstark, offensiv zu wenig zu sehen.

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  • Innenverteidiger Ole Kittner, Note 2, agierte in der Abwehrzentrale fehlerfrei, der Chef im Ring. Ein sehr, sehr überzeugender Auftritt.

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  • Innenverteidiger Jannik Borgmann, Note 3, Licht und Schatten wechselten sich ab, hätte fast mit einer Brustannahme den Gästen aus München die Führung auf dem Silbertablett serviert. Nach dem Wechsel aber fehlerfrei.

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  • Mittelfeldspieler Fabian Menig, Note 3,5, hatte eine Menge Zweikampfarbeit auf seiner rechten Seite zu verrichten. Hatte schon bessere Auftritte.

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  • Mittelfeldspieler Rene Klingenburg, Note 2,5, war vor der Pause Dreh- und Angelpunkt im Preußenspiel, nach der Pause auch. Ein echter Leitwolf neben Ole Kittner.

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  • Mittelfeldspieler Kevin Rodrigues Pires, Note 3, machte sein Ding, versuchte immer wieder, den Defensivblock der „Löwen“ zu überspielen. Das hatte was.

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  • Mittelfeldspieler Martin Kobylanski, Note 4, hatte dieses Mal kein Timing in seinen Standardsituationen bei Ecken und Freistößen. Es passte ins Bild, dass er kurz vor Schluss die beste Chance des SCP nicht zum Siegtreffer verwandelte.

    Foto: WN/SCP
  • Mittelfeldspieler Moritz Heinrich, Note 2,5, wächst immer mehr in seine Rolle auf der linken Seite rein. Gerade nach dem Wechsel nicht nur defensiv gut, sondern auch mit einigen vielversprechenden Aktionen nach vorne.

    Foto: WN/SCP
  • Angreifer Tobias Rühle, Note 3,5 ackerte und wühlte sich durch die Partie. Allerdings fehlten ihm die klaren Aktionen.

    Foto: WN/SCP
  • Angreifer Rufat Dadashov, Note 4, erhielt seinerseits kaum brauchbare Anspiele. Andererseits drehte er sich bei seiner einzigen Torchance in die falsche Richtung. Kein guter Spieltag für ihn.

    Foto: WN/SCP
  • Einwechselspieler Philipp Müller, keine Note, kam für Tobias Rühle und hatte einige gute Szenen, verbockte allerdings auch einen brandgefährlichen Konter der Gäste. Das ging noch mal gut.

    Foto: WN/SCP
  • Einwechselspieler Lucas Cueto, keine Note, kam für Rufat Dadashov. Konnte sein Tempo gegen die 5 tiefstehende 1860-Verteidigung nicht ausspielen, hatte aber zwei, drei gute Ballgewinne.

    Foto: WN/SCP

Kobylanski, der zuvor durch einige unkonventionelle und komplett missglückte Freistoßvarianten aufgefallen war, hätte der Partie in dieser Szene einen Sieger bescheren können, der den meisten der Fans mehr als recht gewesen wäre, aber letztlich nicht wirklich zum Spiel gepasst hätte. Diese Nullnummer hatten sich beide Teams verdient – und beide durften letztlich mit diesem einen Pünktchen recht gut entlohnt in den Feierabend gehen. Am Freitagabend waren große Preußen-Visionen begraben worden, am Samstag wurden dann große Erwartungen enttäuscht. Für beide aber gilt: Das Leben geht weiter, Fußball sowieso – und natürlich ist in dieser Saison alles drin für die Preußen, auch im alten Preußenstadion …

Preußen Münster: Schulze Niehues – Schweers, Kittner, Borgmann – Menig, Klingenburg, Rodrigues Pires, Kobylanski, Heinrich – Rühle (73. Müller), Dadashov (79. Cueto)

1860 München: Hiller - Paul, Weber, Lorenz, Steinhart , Moll, Wein - Bekiroglu, Lacazette (66. Willsch) - Mölders (82. Lex), Grimaldi

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