Fußball: 3. Liga
Preußen-Trainer Antwerpen bemängelt Durchschlagskraft, Al-Hazaimeh untröstlich

Die Preußen haben erstmals nach fünf ungeschlagenen Partien verloren. Beim formstärksten Team der 3. Liga, dem Karlsruher SC, kann das passieren. Doch das 0:3 (0:1) am Karsamstag hätte zumindest in dieser Deutlichkeit nicht sein müssen. Trainer Marco Antwerpen stellte sich schützend vor seine Spieler.

Sonntag, 01.04.2018, 15:20 Uhr
Im Kopfballduell: Jeron Al-Hazaimeh mit einem Karlsruher Gegenspieler. Foto: GES-Sportfoto

Zwei freie Tage über Ostern waren den Preußen schon vergönnt. Daran änderte auch die klare 0:3-Niederlage beim Karlsruher SC am Samstag nichts. Trainer Marco Antwerpen hatte sogar über weite Strecken einen sehr guten Auftritt seiner Elf gesehen. "Wir wussten, dass der KSC nicht dafür bekannt ist, glänzenden Fußball zu spielen. Daher war es unser Ansatz, viel Ballbesitz zu haben." Und das klappte lange Zeit.

Der 46-Jährige hatte über die 90 Minuten sogar Vorteile bei seiner Elf gesehen, und zumindest bis zum 2:0 nach einer Stunde lag er da auch nicht falsch. Selbst wenn sein Gegenüber Alois Schwartz von einem "hochverdienten Sieg" sprach und anmerkte, es sei ja "das Schöne am Fußball, dass man ein und dasselbe Match völlig unterschiedlich bewerten" könne.

Offensivkräfte machten den Unterschied

Einig waren sich die Coaches also nicht wirklich, für beide Sichtweisen gab es aber durchaus Argumente. Münsters Abwehrreihe stand auch dank körperlicher Überlegenheit bis weit in die zweite Hälfte sehr stabil. Auch die Sechser Michele Rizzi und vor allem Sandrino Braun funktionierten gut.

Einzelkritik: Karlsruher SC - Preußen Münster

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  • Maximilian Schulze-Niehues

    Max Schulze Niehues: Ließ sich bewusst viel Zeit bei den Abstößen, die diesmal wesentlich präziser kamen als zuletzt. Zwei gute Paraden kurz vor der Pause gegen Anton Fink, auch nach dem Wechsel zeichnete er sich mehrfach aus. Schuldlos an allen Toren. Note: 2

    Foto: Peperhowe
  • Lion Schweers: Wie ein alter Hase, den rechten Innenverteidiger bringt wenig aus der Ruhe. Aufmerksam und kopfballstark. Zumindest in Durchgang eins. Danach schlichen sich einige Flüchtigkeitsfehler an der Außenlinie ein. Note: 3

    Foto: Peperhowe
  • Ole Kittner: Als Mittelmann wieder mit guter Übersicht am Tag seiner (automatischen) Vertragsverlängerung. Seine vereinzelten Wackler mit Ball am Fuß blieben ohne Folgen. Top in der Luft. Wurde hinterher richtig sauer, als die Konzentration flöten ging. Note: 3

    Foto: Peperhowe
  • Simon Scherder: Ein paar Ballverluste, gerade wenn es lang nach vorne ging. Ansonsten aber gewohnt souverän und sicher in der Antizipation. Note: 3

    Foto: Peperhowe
  • Fabian Menig: Wer Menig aufstellt, kriegt Menig pur. Selten grazil oder elegant, aber immer mit 100 Prozent Einsatz und ganz viel Herz. Dazu weitgehend fehlerfrei. Note: 3

    Foto: Peperhowe
  • Michele Rizzi: Vor der Abwehr kämpferisch ohne Tadel, ordentliche Dynamik nach vorne. Einige Anspiele gerieten jedoch zu unpräzise. Im Zentrum hatte der SCP ein deutliches Übergewicht. Note: 3

    Foto: Peperhowe
  • Sandrino Braun: Spielt weiter eine bemerkenswerte Rückrunde. Seine „Steals“ sind Gold wert, sein Laufpensum ist vorbildlich. Dazu diesmal eine sehr gute Ballbehandlung - zumindest meistens. Auch nach dem Wechsel ein Antreiber. Note: 2,5

    Foto: Peperhowe
  • Jeron Al-Hazaimeh: Guter Beginn, mit seiner Größe beförderte er einige Bälle aus der Gefahrenzone. Was ihm vor dem 0:1 passierte, konnte er sich jedoch selbst nicht erklären. Danach nicht mehr so selbstsicher wie zuvor. Note: 4

    Foto: Peperhowe
  • Martin Kobylanski: Gefährlicher Abschluss nach einer Viertelstunde, passable Standards, aber im laufenden Spiel nicht zweikampfstark genug. Einige Ballverluste von ihm hätten gefährlich werden können. Note: 3,5

    Foto: Peperhowe
  • Lucas Cueto:  Viel Laufarbeit, um den KSC-Aufbau zu stören, durchaus körperlich präsent. Wenn er am Ball war allerdings viel zu hektisch und letztlich ohne jeden Anflug von Durchschlagskraft. Note: 4

    Foto: Peperhowe
  • Tobias Warschewski: Verlängerte einige Bälle mit dem Kopf, zeigte sich immer wieder, lief dazu sehr gut an. Allerdings ohne echte Strafraumszenen und einige Male unglücklich mit dem Ball im Aus. Fehlende Spielpraxis lässt sich nicht leugnen. Note: 3,5

    Foto: Peperhowe
  • Philipp Hoffmann: Etwas überraschend zunächst nur auf der Bank. Als er kam, stand es schon 0:2. Konnte sich nicht mehr in Szene setzen. Keine Note

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  • Lennart Stoll: War sehr bemüht und kampfstark nach seiner Einwechslung, jedoch viel zu umständlich, sobald er am Ball war. Keine Note

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  • Moritz Heinrich: Eine Viertelstunde durfte er sich zeigen, verursachte dabei aber lediglich das 0:3. Keine Note

    Foto: Peperhowe

Antwerpen merkte aber auch kritisch an, dass die eigene Offensive ohne Adriano Grimaldi und Tobias Rühle lahmte. "Unsere Stürmer müssen sich schon behaupten, beim Gegner waren da Fabian Schleusener und Anton Fink. Das war der gravierende Unterschied." Vorwürfe richtete er aber nicht an seine Angreifer Lucas Cueto und Tobias Warschewski. "Sie haben ja vorher nicht viel gespielt. Und auch Fitness spielt eine Rolle, da hatte der KSC eine ganz andere Wucht."

Verhängnisvoller Klärungsversuch

 Die Niederlage eingeleitet hatte Jeron Al-Hazaimeh, der das 0:1 verschuldete und mit einem Eigentor dann auch noch selbst erzielte. "Den habe ich zu kurz geklärt", räumte der Linksverteidiger ein. "Und dann hat Florent Muslija das Ding mit 120 Sachen nach innen gehauen." Da konnte er wirklich nicht mehr viel ausrichten bei seinem Eigentor.

Re-Live

Der 26-Jährige sagte auch, dass diese Szene seine Position in den auf Eis liegenden Vertragsverhandlungen nicht gerade verbessert. "Natürlich würde ich gerne bleiben. Die Aussichten stehen 50:50." Ergebnisoffen hatte zuvor auch Antwerpen die Chancen auf eine Weiterverpflichtung Al-Hazaimehs beziffert.

Saison 2017/18: 32. Spieltag: Karlsruher SC - Preußen Münster

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