Fußball: 3. Liga
Scherder steht bei den Preußen immer wieder im Rampenlicht

Münster -

Zwei Tore, die sechs Punkte eingebracht haben – Simon Scherders Wert für den SC Preußen steigert sich von Woche zu Woche. Nach dem 1:0 gegen Würzburg war der 24-Jährige wieder ein gefragter Mann. Nicht nur wegen seines Treffers.

Sonntag, 28.01.2018, 13:52 Uhr aktualisiert: 28.01.2018, 15:51 Uhr
Das Trio aus der Dreierkette:  Simon Scherder (l.) ist seit 2006 im Verein, Ole Kittner (verdeckt) ein waschechter Münsteraner und auch Lion Schweers (r.) ein Eigengewächs. Foto: Jürgen Peperhowe

Schon wieder gehörte Simon Scherder ein großes Stück der Aufmerksamkeit nach dem Abpfiff. In der Vorwoche schon war er in Meppen (0:2) bester Preuße, sein neuer Status nach so langer Leidenszeit wurde hinreichend thematisiert. Es sieht aber so aus, als suche der 24-Jährige inzwischen gezielt das Rampenlicht. Sein Kopfball brachte dem SCP zu Hause das 1:0 (1:0) und drei Punkte gegen die zuvor auf einer siebenteiligen Erfolgswelle schwimmenden Würzburger Kickers. Schon beim bis dato letzten Sieg Ende November gegen den Chemnitzer FC hatte das Eigengewächs das goldene Tor erzielt. Was für eine Bedeutung der Kerl besitzt! Scherder ist plötzlich das Gesicht des Clubs.

Flexibilität auf den Rasen

Gefährlich ist er ja für einen Defensivspezialisten. „Acht Tore in 61 Drittliga-Partien – das ist nicht so schlecht“, kam es wie aus der Pistole geschossen. „Wir waren in der Lage, diesem Gegner, der mit viel Selbstvertrauen kam, mal wieder die Punkte abzunehmen. Das Trainerteam hatte die Lage vorher gut analysiert.“

Ja, darauf legten alle Protagonisten Wert. Die Umstellung auf drei Innenverteidiger zog den Kickers den Zahn. Wann und ob überhaupt dieses Modell mal ein Preußen-Team zu Drittliga-Zeiten gespielt hat – erinnern konnte sich niemand. Coach Marco Antwerpen, der laut Stimmen aus der Kabine seine Profis auch im persönlichen Umgang zügig auf seine Seite gezogen hat, bringt viel mehr Flexibilität auf den Rasen.

22. Spieltag - Saison 2017/18: Preußen Münster - Würzburger Kickers

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  • Kurze Orientierungslosigkeit: Wo ist der Ball...?

    Der goldene Treffer: Simon Scherder trifft zum 1:0 gegen Würzburg.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Fast schon kniend drückte der SCP-Kapitän das Leder mit dem Hinterkopf ins Tor.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • SCP-Coach Marco Antwerpen gibt Anweisungen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Sandrino Braun (l.) im Duell mit dem Ex-Preußen Felix Müller.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Ein alter Bekannter: Der ehemalige SCP-Stürmer Marco Königs (l.) verliert hier einen Zweikampf gegen Simon Scherder.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Marco Antwerpen und Schiri Robert Kampa in der Diskussion

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Ausgelassener Torjubel von Simon Scherder nach dem Tor des Tages.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Grenzenlose Freude bei den Mitspielern...

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Torschütze Simon Scherder (M.) nimmt die Glückwünsche der Kollegen entgegen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Im Zweikampf: Danilo Wiebe gegen Simon Skarlatidis

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Es folgen weitere Impressionen vom Spiel...

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • 22. Spieltag - Saison 2017/18: Preußen Münster - Würzburger Kickers Foto: Jürgen Peperhowe
  • 22. Spieltag - Saison 2017/18: Preußen Münster - Würzburger Kickers Foto: Jürgen Peperhowe
  • 22. Spieltag - Saison 2017/18: Preußen Münster - Würzburger Kickers Foto: Jürgen Peperhowe
  • 22. Spieltag - Saison 2017/18: Preußen Münster - Würzburger Kickers Foto: Jürgen Peperhowe
  • 22. Spieltag - Saison 2017/18: Preußen Münster - Würzburger Kickers Foto: Jürgen Peperhowe
  • 22. Spieltag - Saison 2017/18: Preußen Münster - Würzburger Kickers Foto: Jürgen Peperhowe
  • 22. Spieltag - Saison 2017/18: Preußen Münster - Würzburger Kickers Foto: Jürgen Peperhowe
  • 22. Spieltag - Saison 2017/18: Preußen Münster - Würzburger Kickers Foto: Jürgen Peperhowe
  • 22. Spieltag - Saison 2017/18: Preußen Münster - Würzburger Kickers Foto: Jürgen Peperhowe
  • 22. Spieltag - Saison 2017/18: Preußen Münster - Würzburger Kickers Foto: Jürgen Peperhowe

Straffes Programm

Vielleicht noch einen Tick wichtiger wird das Nachholspiel gegen Schlusslicht RW Erfurt am Dienstag (19 Uhr), wieder an der Hammer Straße. „Geil, das nächste Flutlichtspiel“, sagt der Trainer, der seinen Schützlingen bis dahin keine Pause gönnt. Das Programm ist straff, der Gastgeber hat aber immerhin einen Tag mehr Pause. „Eigentlich sollten wir nur auf uns achten“, so Scherder. Am besten jedoch legen wir sofort nach. Wir müssen nur schnell regenerieren, denn es war ein Kampfspiel, und wir sind kaputt.“

Ob gegen die Thüringer auch Adriano Grimaldi wieder in der Startelf steht? Es ist nicht auszuschließen. Antwerpen findet jedenfalls nur warme Worte für seinen Kapitän. „Ich wollte ihm auch etwas den Druck nehmen“, erklärte der 46-Jährige den Bankplatz. „Aber als er reinkam, haben wir genau das bekommen, was wir brauchten. Und auch die Tore werden kommen.“ Das 2:0 ließ der Kapitän kurz vor Schluss mit Pech liegen.

Seine Binde hatte zuvor ein anderer übergestreift. Natürlich – Scherder.

 

Einzelkritik: Preußen Münster - Würzburger Kickers

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  • Spielernoten_960x640mm_image_1024_width Foto: Jürgen Peperhowe
  • Torwart Nils Körber - Note 4:

    Er hatte nicht so viel zu tun, trotzdem mit der einen oder anderen Unsicherheit. Strahlt nicht die Souveränität aus, die man von einem Keeper erwartet. Am Ende aber ohne Gegentor, ein kleiner Schritt nach vorn für ihn aus dem Formtief.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Innenverteidiger Simon Scherder - Note 2:

    Hinten einer der drei Türme in der Schlacht im Kampf um Mittelerde. Vorne zur Stelle, als ein Torjäger gefragt war. Nie war Simon Scherder wertvoller für den SC Preußen als heute.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Innenverteidiger Lion Schweers - Note 2,5:

    Er hielt den Laden hinten unaufgeregt dicht. Schweers blüht unter Antwerpen auf, so ist er eine feste Größe im Deckungsverband.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Innenverteidiger Ole Kittner - Note 3:

    Er machte sein Zeug, trug seinen Teil zum Heimsieg bei. Auch er lieferte das, was man von einem routinierten Abwehrakteur in solch einer Partie erwartet.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Rechtes Mittelfeld Fabian Menig, Note 3:

    Er warf sich mit allem rein, was er hat. Kämpfte, grätschte, rackerte - vor allem in der heißen Schlussphase ein Spieler, auf den man sich verlassen konnte. Offensiv, wie immer, mit Luft nach oben.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Linkes Mittelfeld Jeron Al-Hazaimeh - Note 3,5:

    Man merkt ihm noch an, dass er lange nur zweite Wahl war. Ihm fehlt in einigen Aktionen das Timing, wagt viel und ist dabei ab und an überhastet. Aber als verrückter Typ ein Gewinn, so werden aus schnarchigen Preußen wildere Adlerträger. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeldspieler Sandrino Braun - Note 2:

    Er erfüllte mehr als nur zuverlässig seinen Job vor der Abwehr. Er ist der vielleicht größte Gewinner des Trainerwechsels, räumt unauffällig in Zweikämpfen auf. Gibt nur selten klein bei, könnte aber noch spielerisch zulegen - allerdings auf diesem Rasen ist Fußballspielen nur schwerlich möglich.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeldspieler Danilo Wiebe - Note 3:

    Er hatte Schwächen im Passspiel, korrigierte aber die meisten seiner Fehler selbst - das spricht für den zentralen Mittelfeldakteur. Aktuell scheint es mit Wiebe und Braun in den zentralsten Funktionen zu passen, wer hätte das erwartet?

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeldspieler Philipp Hoffmann - Note 3,5:

    Er hatte zum Ende der ersten Halbzeit seine besten Szenen, muss aber für noch mehr Gefahr mit seinen Flankenläufen sorgen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeldspieler Martin Kobylanski - Note 3:

    Mit der auffälligste Münsteraner vor der Pause. Versteckte sich nicht, riskierte einiges, nahm Fehler in Kauf. Nach der Pause kaum noch zu sehen.  

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Stürmer Tobias Rühle - Note 3:

    Er war in seinem üblichen Modus aus Sprints, Zweikämpfen, Dribblings und Bodenhaftung. Was ihm weiter fehlt? Der Punch beim Abschluss.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Einwechselspieler Lucas Cueto - keine Note:

    Er ersetzte Kobylanski. Läuferisch stark, aber ohne viele Szenen vor dem gegnerischen Tor.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Einwechselspieler Adriano Grimaldi - keine Note:

    Er kam für Philipp Hoffmann. Beeindruckte sofort seine Gegner, vergab aber gleich zwei Mal das 2:0. An seiner Chancenverwertung muss der Kapitän weiter intensiv arbeiten, da hat er Nachholbedarf.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Einwechselspieler Michele Rizzi - keine Note:

    Er brachte im Mittelfeld mehr Stabilität als Ersatz für Rühle. Wobei Rizzi auch eine andere Rolle inne hatte. Bei zwei, drei Kontern mit der richtigen Ideen - aber schlechter Ausführung.

    Foto: Jürgen Peperhowe

 

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