Fußball: U-19-Bundesliga U 19 sieht Bayer-Spaziergang nur zu

Münster -

Das kam einer Demontage gleich: Preußen Münsters U-19-Junioren ergaben sich gegen Bayer Leverkusen in ihr Schicksal. 0:7 hieß es am Ende. Eine denkwürdige Vorstellung der jungen Adler, über die noch zu reden sein wird.

Von Thomas Austermann
Optische Täuschung: Timon Schmitz und die U 19 liefen dem Bayer-Nachwuchs meistens hinterher.
Optische Täuschung: Timon Schmitz und die U 19 liefen dem Bayer-Nachwuchs meistens hinterher. Foto: Peter Leßmann

Auch mit krankheitsbedingt geschwächten Fußballern mussten die U-19-Junioren des SC Preußen Münster im Stadion ihr Glück versuchen. Und fanden nur Frust. Sie wirkten von Anfang an erschrocken, leidenschafts- und wehrlos. Mit 0:7 (0:4) kassierten sie gegen die spielerisch wie taktisch turmhoch überlegene Elf von Bayer 04 Leverkusen die höchste Bundesliga-Klatsche dieser Serie, die trotz des Zwischenspurts mit acht Punkten aus den vorherigen fünf Partien noch lange nicht auf dem Erfolgsweg geführt wird.

Im Vergleich zu anderen Heimauftritten in 2017 waren die Jung-Adler im ersten Spiel auf heimischem Rasen nicht wiederzuerkennen. Sondern sahen voller Respekt und geradezu ängstlich nur zu, was mit ihnen geschah. Die effektiv und einfallsreich den Abschluss suchenden Schützlinge von Bayer-Coach Markus von Ahlen zogen ungestört ihre Fachpass-Kombinationen durch, fanden mit feinen Pässen in die Nahtstellen der Preußen-Fünferkette große Lücken und durften Patzer in Reihenfolge nutzen. Nicht alleine die drei DFB-Juniorennationalspieler trumpften auf, aber dieses Trio führte die homogene Einheit an. Linksverteidiger Tim-Henry Handwerker war nie zu kontrollieren im Vorwärtsgang, Sechser Atakan Akkaynak leitete etliche Szenen ein, Zehner Sam Schreck traf gleich doppelt.

„Wer alles vermissen lässt, der darf sich über ein 0:7 nicht beklagen“, sagte Preußentrainer Cihan Tasdelen, der mit einem Rückschlag in dieser Schärfe nicht rechnen konnte. „Bei aller Qualität von Bayer – so darf man sich niemals präsentieren. Ich habe einen Torschuss von uns gesehen. Und jeden zweiten unserer Pässe beim Gegner.“ Der Kader müsse sich „der Konfrontation mit dieser Vorstellung“ stellen.

Hinter der nicht zupackenden Fünferkette stand erstmals seit Anfang Dezember Keeper Hadi Mortada, der Wiktor Beska ablöste. Ein Plus an Rückendeckung brachte das nicht. Nach fünf Minuten traf Schreck erstmals, blitzsauber angespielt von Jakub Bednarczyk. Stürmer Güven Yalcin legte nach einer Einladung nach (28.), Cedric Harenbrock düpierte mehrere Gegenspieler zum 3:0 (34.). Handwerker schloss aus spitzem Winkel ab (41.). Hohes Tempo war gar nicht notwendig dazu. Schreck eröffnete die Trefferfortsetzung nach dem Wechsel (53.). Zwischen dem 6:0 durch Dennis-Mukuna Mbay (65.) und dem Schlusspunkt durch den Foulelfmetertreffer von Joel Abu Hanna (82.) ließ es Leverkusen dann mal ruhiger angehen.

Preußen U 19: Mortada – Lackmann, Jordan, Woitaschek, Conze, Zwick – Durmus (28. Kondring), Gül (46, Ströker) – Möllmann (65. Steinkötter), Ibraim (46. Conde), Schmitz.

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