Radsport: 33. Steinfurter Abendrennen Diesmal mit besserem Gefühl

Burgsteinfurt -

Zum 33. Mal sausten am Samstag Radsportler aus ganz Deutschland durch Burgsteinfurt. Die zahlreichen Zuschauer sahen hohe Geschwindigkeiten, einen Fahrer, der es gegen alle aufnahm, und zwei Pedaleure, die ihr schlechtes Gewissen aus dem Vorjahr bereinigten.

Von Jan Gudorf
Traditionsrennen vor traditionsreicher Kulisse: Seit 1986 rasen die Radsportler einmal im Jahr mit über 45 km/h durch die Burgsteinfurter Altstadt, vorbei am Schloss (o.), über den Europaring und zurück auf die Wasserstraße.
Traditionsrennen vor traditionsreicher Kulisse: Seit 1986 rasen die Radsportler einmal im Jahr mit über 45 km/h durch die Burgsteinfurter Altstadt, vorbei am Schloss (o.), über den Europaring und zurück auf die Wasserstraße. Foto: Jan Gudorf

„Es ist immer schade, wenn der Wettergott ein Rennen entscheidet“, blickte Dennis Klemme zurück auf die vorherige Ausgabe des Steinfurter Abendrennens, als ein Gewitter einen Rennabbruch provozierte. Dieser machte Klemme vorzeitig zum Sieger vor seinem Mannschaftskameraden Max Lindenau. Entsprechend motiviert waren die Fahrer vom Stevens Racing Team, ihren Triumph nun unter normalen Bedingungen zu bestätigen. Es gelang ihnen: Mit 32 Punkten krönte sich Lindenau zum überlegenen Sieger des Eliterennens der KT- und A-/B-Klasse.

Einen kleinen Schönheitsfehler hatte das Abschneiden allerdings. Denn mit dem Gewinn der letzten Wertung, der die doppelte Punktzahl (zehn) einbringt, schob sich ein Fahrer noch zwischen die Vorjahresdoppelsieger und verwies Klemme damit auf Rang drei: Der Bahnweltmeister von 2015, Lucas Liß, machte seine Ankündigung wahr. „Ich fühle mich topfit und komme her, um einen Podestplatz zu holen“, sagte er im Vorfeld. Und tatsächlich konnte er sich als Einzelfahrer gegen die Übermacht von sieben Sportlern des Stevens Racing Team behaupten. „Die Form geht aufwärts. Auf NRW‘s feinstem Kopfsteinpflaster macht das Fahren sogar richtig Spaß“, freute sich der Bergkamener.

Nur an Lindenau kam Liß nicht vorbei. Dieser hielt sich über die vollen 70 Runden auf der 1050 Meter langen Strecke im vorderen Feld auf und ließ keine einzige Punktevergabe aus. So stand Lindenaus Triumph schon vor der Zielwertung fest, was ihn aber nicht davon abhielt, auch bei dieser in die vier Punkteränge zu fahren. „Der Plan war, dass einer von uns oben steht. Wir haben das Beste herausgeholt“, hob Lindenau die Teamleistung hervor.

Vor dieser hatte auch Ludger Mester Respekt. Noch mehr beeindruckte den Vorsitzenden vom ausrichtenden RSV Friedenau Steinfurt aber die Einzelleistung von Liß: „Sprinten können die Bahnfahrer. Es ist ein würdiges Treppchen.“ Vom Podium waren Michael Eilting und Michael Fricke zwar ein gutes Stück entfernt, dennoch behaupteten sich die beiden Rolinck-Fahrer im hochkarätigen Feld. „Bei der starken Besetzung ist das eine klasse Leistung“, lobte Mester.

Noch mehr als das Sportliche konnte den Organisator die Atmosphäre im Zielbereich am Markt vor dem alten Rathaus zufriedenstellen: „Trotz des Fußball-Länderspiels hatten wir eine tolle Kulisse.“ Die Zuschauer dürften ihr Kommen nicht nur aufgrund Deutschlands Niederlage nicht bereut haben. Beinahe im Minutentakt sausten die Fahrer an ihnen vorbei. Die Punktewertungen, wie immer zahlreiche Prämien und ständige Ausreißerversuche sorgten für ein anhaltend hohes Tempo. Spitzengruppen konnten sich daher kaum länger als drei Runden halten. Und da der Wettergott die Pedaleure diesmal zu Ende fahren ließ, ging Dennis Klemme „mit einem besseren Gefühl als letztes Jahr“ zur Siegerehrung.

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