Fußball: Bezirksliga „Du schreibst Geschichte“

Altenberge -

Der TuS Altenberge ist auf bestem Wege, seiner Vereinschronik ein bedeutsames Kapitel hinzuzufügen. Noch nie spielte die erste Senioren-Mannschaft in der Landesliga. Das könnte sich bald ändern.

Von Heiner Gerull
Patrick Teriete (re.) verließ zwar schon zweimal den TuS Altenberge, doch er kehrte zurück und feiert wohl schon bald den größten Vereinserfolg der ersten Senioren-Mannschaft.
Patrick Teriete (re.) verließ zwar schon zweimal den TuS Altenberge, doch er kehrte zurück und feiert wohl schon bald den größten Vereinserfolg der ersten Senioren-Mannschaft. Foto: Vera Szybalski

Es sind bewegte und bewegende Zeiten beim TuS Altenberge. Kein Spieltag vergeht, an dem der Spitzenreiter der Fußball-Bezirksliga nicht an seiner Erfolgsstory bastelt. „Du schreibst Geschichte“, heißt es in einem Song der deutschen Indie-Rock-Band „Madsen“. Ähnliches bewerkstelligen auch die Altenberger.

Die neuesten zwölf Kapitel sind insofern außergewöhnlich, weil der TuS aus ihnen stets als Sieger hervorgeht. Hält diese stolze Serie, könnten die Spieler um Trainer Florian Reckels am 7. Mai Meister werden – ausgerechnet im Derby beim bislang schärfsten Rivalen SV Wilmsberg. Sollte das gelingen, wäre das zweifelsfrei der Höhepunkt dieser Chronik, denn niemals zuvor in der seiner Vereinsgeschichte spielte der TuS Altenberge mit seiner ersten Senioren-Mannschaft in der Landesliga. Doch davon will Erwin Hammer noch nichts wissen: „Damit beschäftigen wir uns gar nicht. Es kann noch einiges passieren.“

Für den außenstehenden Beobachter ist allerdings kaum vorstellbar, dass sich die Altenberger in den verbleibenden fünf Meisterschaftsspielen noch die Butter vom Brot nehmen lassen. Sie sind nicht nur seit zwölf Spielen ungeschlagen. Aus sämtlichen Begegnungen gingen sie als Sieger hervor, schossen dabei 44 Tore und kassierten nur acht. Angesichts dieser makellosen Bilanz ist der interessierte Fußballfan fast schon geneigt nachzuhalten, wann die Elf zuletzt ein Spiel mit weniger als zwei Toren Differenz gewonnen hat. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass das am 19. März der Fall war. Am jenem Sonntag siegte der TuS bei Westfalia Kinderhaus „nur“ mit 2:1. Selten zuvor hat es eine Mannschaft gegeben, die sich angeschickt hat, mit solch einer Souveränität Bezirksliga-Meister zu werden, wie es der TuS in diesen Wochen vorhat.

Für Hammer ist diese Entwicklung das Ergebnis einer Strategie, die vor gut anderthalb Jahrzehnten ihren Ursprung genommen hat. „Damals haben wir ein Konzept erarbeitet, das die Förderung der Jugendarbeit in den Mittelpunkt stellt. Inzwischen sind wir in die Phase gekommen, in der wir davon profitieren.“

Mit der geballten Kompetenz profilierter Kräfte wie Dietrich Schulze-Marmeling, Johannes und Franz Josef Hölker hat Hammer dieses Projekt vorangeschoben. Der sportliche Ertrag schlägt sich nicht nur in der Bilanz der „Ersten“ nieder. Auch die zweite (Kreisliga A) und dritte Mannschaft (Kreisliga C) profitieren davon. Und damit die Altenberger auch langfristig aus eigener Quelle schöpfen können, spielen ihre A-, B- und C-Junioren allesamt überkreislich in den Bezirksligen ihrer spezifischen Altersklasse.

Hammer fungiert übrigens seit einigen Wochen wieder als Leiter der Fußballabteilung; bis zu den nächsten Wahlen zwar noch kommissarisch, danach aber offiziell. Der frühere Spieler der Hammer SpVgg war es auch, der den Deal mit Trainer Florian Reckels eingefädelt hatte. Womit ein weiterer Grund für den Altenberger Höhenflug zur Sprache kommt. Die Verpflichtung war durchaus ein Wagnis, denn Reckels hatte praktisch kaum Erfahrung in dem Job, weil er zuvor bei seinem Ex-Club BSV Roxel als Co-Trainer weniger in der Verantwortung stand. „Für mich war Florians Verpflichtung aber kein Risiko, weil ich ihn vom Typ her einschätzen konnte“, sagt Hammer.

Die Rechnung scheint aufzugehen.

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