Fußball in der Kreisliga A Steinfurt Das ganz große Zittern

Kreis Steinfurt -

Während die Meisterfrage in der Kreisliga A mehr oder weniger geklärt sein dürfte, wirft der Abstiegskampf viele Fragezeichen auf. Gleich zehn Teams sind in der Verlosung, die Hälfte muss die Klasse verlassen. Das macht das Rennen um den Klassenerhalt so spannend wie nie.

Von Marc Brenzel
Abstiegskampf kann Schmerzen bereiten: Das musste Weiners Kevin Homölle (v.) im Spiel gegen Westfalia Bilk erfahren.
Abstiegskampf kann Schmerzen bereiten: Das musste Weiners Kevin Homölle (v.) im Spiel gegen Westfalia Bilk erfahren. Foto: Thomas Strack

ls „brutal“ beschreibt Weiners Trainer Florian Dudek den Abstiegskampf, der in dieser Saison in der Fußball-Kreisliga A tobt. Acht Spieltage vor Ultimo befinden sich noch zehn Mannschaften in der Verlosung, fünf von ihnen müssen wahrscheinlich den Gang in die B-Liga antreten.

Dass gleich ein Quintett die Klasse verlässt, hängt mit Preußen Borghorst und dem FC Eintracht Rheine II zusammen. Die Regel sagt nämlich: Pro Bezirksliga-Absteiger erhöht sich die Zahl der Absteiger im Kreisoberhaus. Theoretisch können die Preußen und die Eintrachtler Gievenbeck und Riesenbeck noch hinter sich lassen, doch dazu müssten sie schon ganz doll an der Wunderlampe reiben.

„Ich gehe von fünf Absteigern aus“, hat sich Bernd Hahn, Coach der Nordwalder Zweitvertretung (26 Spiele, 29 Punkte) schon festgelegt. Dass seine Elf nach sechs sieglosen Partien in Serie wieder um den Ligaverbleib zittern muss, bringt den ältesten Trainer der A-Liga nicht aus der Ruhe. „Dass wir am Osterwochenende gegen unsere Erste und Borussia Emsdetten verloren haben, ist kein Beinbruch, obwohl wir da gerne Zusatzpunkte mitgenommen hätten. Aber die wichtigen Spiele kommen noch“, verweist Hahn auf die drei hintereinander folgenden Duelle mit Burgsteinfurt II, Weiner und Metelen.

Selbst Neuenkirchens Drittvertretung, die am Ostermontag den direkten Rivalen SV Burgsteinfurt II besiegte, ist mit ihren 34 Zählern noch lange nicht auf der sicheren Seite. Planen für die B-Liga kann eigentlich nur Schlusslicht Bilk, das mit 17 Punkten so gut wie keine Chancen mehr hat. Und auch beim Vorletzten aus Reckenfeld schwindet die Hoffnung. Nach drei „Endspiel-Niederlagen“ innerhalb einer Woche stuft Trainer Julian Lüttmann die Aufgabe „Klassenerhalt“ als „schwierig“ ein.

„Fünf Absteiger sind einfach viel zu viele. Eventuell kann man an den Modalitäten ja noch was ändern“, wirft Burgsteinfurts Maik Reichstein ein. „Reckenfeld ist am Anfang der Saison zu uns in den Kreis gewechselt, warum kann man die A-Liga dann nicht über einen Zeitraum von zwei, drei Jahren mit 17 Teams spielen lassen?“ Und Dudek regte zuletzt an, über das Aufstiegsspiel der beiden B-Liga-Vizemeister nachzudenken. Hätte es der Fünftletzte der A-Liga nicht mehr verdient im Oberhaus zu spielen als ein B-Liga-Tabellenzweiter?

Für Staffelleiter Gerhard Rühlow gibt es da keinen Spielraum: „Wir können da nichts mehr ändern, ohne einen Präzedensfall zu schaffen. Die Durchführungsbestimmungen sind das A und O eines Spielbetriebs. Und die sind allen schon vor der Saison bekannt.“

Fünf Absteiger machen den Kampf um den Klassenerhalt für Matellia Metelens Trainer Martin Junk zu einer „ganz engen Kiste“, doch so viele Absteiger sind kein Novum. 2009 bissen die Zweitvertretungen von Emsdetten 05, dem 1. FC Nordwalde, dem SV Burgsteinfurt sowie der FC Schwarz-Weiß Weiner in den saueren Apfel. Zudem hatte sich San Lorenzo Och­trup im Lauf der Rückrunde vom Spielbetrieb zurückgezogen.

Rühlow erinnert alle Protagonisten des diesjährigen Abstiegsdramas an einen weiteren Aspekt der Spielordnung. Die sieht vor, dass bei Punktgleichheit das Torverhältnis keine Rolle spielt. Möglich wären also ein Entscheidungsspiel, wie es 2011 Fortuna Emsdetten und Vorwärts Wettringen II bestritten, oder sogar eine Abstiegsrunde.

Dann würde das ganz große Zittern in eine Verlängerung gehen, und drauf würden die alle Beteiligten gerne verzichten. Denn so ein Abstiegskampf hat es richtig in sich. Kommenden Sonntag gibt es die nächsten Sechs-Punkte-Spiele: die Reserven aus Burgsteinfurt und Nordwalde sind unter sich, die Weiner erwartet Neuenkirchen III, und die Westfalia aus Leer gastiert beim Namensvetter in Bilk.

http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4775142?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686137%2F2686209%2F2686802%2F