Marathon Steinfurt Lauf mit Drehwurmgarantie

Steinfurt/Nordwalde -

Rainer Wachsmann und Josef Grond sind dafür bekannt, dass sie Marathonläufe sammeln wie andere Leute Briefmarken oder Bierdeckel. In 2016 haben sich die beiden wieder gemeinsam auf den Weg gemacht. Hamburg hieß das Ziel, der 2. Hochbunkermarathon war ihr Begehr.

Von Günter Saborowski
Perfektes Timing: Josef Grond (li.) und Rainer Wachsmann präsentieren stolz ihre gewonnene Medaille beim 2. Hochbunkermarathon in Hamburg.
Perfektes Timing: Josef Grond (li.) und Rainer Wachsmann präsentieren stolz ihre gewonnene Medaille beim 2. Hochbunkermarathon in Hamburg. Foto: Carmen Gottlob

Rainer Wachsmann und Josef Grond sind dafür bekannt, dass sie Marathonläufe sammeln wie andere Leute Briefmarken oder Bierdeckel. Egal ob sommers oder winters, die beiden laufen dort, wo sich gerade was Außergewöhnliches anbietet. Im vorigen Jahr war der Steinfurter Wachsmann am Neujahrstag in Zürich und lief bei Eis und Schnee, ohne Grond allerdings. In 2016 haben sich die beiden wieder gemeinsam auf den Weg gemacht. Hamburg hieß das Ziel, der 2. Hochbunkermarathon war ihr Begehr.

„Der wird bald abgerissen, dort ist Wohnbebauung geplant. Aber ich habe gehört, dass der Abriss neun Monate dauern soll. Da wollten wir schnell noch mal die Chance ergreifen und dort an den Start gehen“, erzählt Wachsmann seine Geschichte hinter dem Lauf.

98 Runden über sechs Etagen, insgesamt 7449 Treppenstufen und 1390 Höhenmeter galt es zu überwinden. Die längste Gerade war genau 18 Meter lang, 5004 Kurven mussten gelaufen werden – und das bei einer Temperatur von fünf Grad Celsius.

Initiator des Laufs ist der Hamburger Sportmediziner Christian Hottas, der schon mehrere Sportereignisse an ungewöhnlichen Orten organisiert hat. Der Bunker wurde 1941/42 gebaut und sollte 1100 Menschen Schutz vor den Luftangriffen bieten. Während der Hamburger Bombennächte drängten sich zwei- bis dreimal so viele Menschen in dem Gebäude. In den 1980er Jahren wurde der Bau zum Atombunker umgerüstet.

73 Teilnehmer hatten sich angemeldet, 50 Finisher kamen ins Ziel. „Man musste besonders auf andere Läufer beim Durchlaufen der schmalen Stellen achten, da Laufverkehr von beiden Seiten kam. Die Rücksichtnahme war ein großes Gebot und wurde von allen Läufern beachtet. Auch das hat uns gut gefallen“, berichtet Wachsmann von der Veranstaltung, bei der er nach 6:47:53 Stunden Platz zwei der Altersklasse M50 (gesamt 27) belegte. Josef Grond war wie immer ein wenig schneller, belegte Platz neun der Gesamtwertung in 6:03:01 Stunden und war damit Sieger der M60.

Der Sieger heißt Henning Lorenzen, ein „49-jähriger Jungspund“, der 5:01:09 Stunden benötigte und dabei 20 Minuten Vorsprung hatte.

„Nein, dicke Beine hatten wir hinterher nicht. Wir haben ja trainiert dafür“, erzählt Wachsmann, dass die Bettentürme des Klinikums in Münster fürs Training zweckentfremdet wurden. Auch vom Drehwurm blieben die beiden verschont, trotz der 5004 Kurven: „Wir sind ja nie hohes Tempo gelaufen“, ging es eher gemütlich zu, wenn auch ein wenig eintönig: „Ich bin damit gut klar gekommen.“ Und damit wäre auch der Bunker auf der Liste der beiden Laufverrückten abgehakt. Jetzt steht Hannover im Februar auf dem Programm. In einem Treppenhaus wird der Vertikal-Marathon ausgetragen. Wer‘s mag.

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