Fußball: Kreisliga A Münster Kurz vorm Debakel: Aber dann...

Reckenfeld -

Am Ende ist sogar der Vorsitzende auf dem Platz. Jeder, der Andrew Termöllen über den Weg läuft, bekommt ein High five vom SCR-Chef. Wenige Meter entfernt steht Bernd Hanneken: Er, der Obmann, Physio und Edelfan in einer Person, muss sich erholen. Was für ein Match! Was für ein Chaos!

Von Stefan Bamberg
Nach innen gezogen und getroffen: Taner Gezer (rotes Trikot) läutete die Reckenfelder Aufholjagd ein.
Nach innen gezogen und getroffen: Taner Gezer (rotes Trikot) läutete die Reckenfelder Aufholjagd ein. Foto: Stefan Bamberg

Und war für ein Ergebnis: Der SC Reckenfeld hat sich am Sonntag daheim gegen 1. FC Nordwalde II ein 4:4 (1:3)-Unentschieden erkämpft – nach 90 Minuten, die mal wieder zeigen, warum Menschen sich mit Hingabe Fußballspiele angucken. Egal in welcher Liga.

„Natürlich fantastisch, wie wir nach noch mal zurück gekommen sind“, meinte auch Trainer Vittorio Taurino . Andererseits ist ja die Gefahr der Ekstase auch immer der Verlust des Urteilsvermögens – das weiß auch der Übungsleiter: „In der Abwehr machen wir es unserem Gegner viel zu einfach.“

Womit das Reckenfelder Kernproblem noch freundlich umschrieben wäre. Doch von vorn: Cedric Bödecker bringt die Gastgeber früh in Front (10.). Was danach passiert, ist teilweise unglaublich: Die SCR-Hintermannschaft versinkt im totalen Chaos, dreimal hebelt der FC die Hausherren mit simpelsten Bauerntricks aus. Das Schema: Linienpass in die Spitze, keiner fühlt sich zuständig – und plötzlich steht es 1:3 (20./36./43.). Keeper Tim Vallandi gibt beim Herauslaufen auch keine glückliche Figur ab – kann hinter diesen Vorderleuten aber auch nur schlecht aussehen.

Alles ist angerichtet für ein Debakel erster Güte, als Nordwaldes Bernd Wesseling kurz nach der Pause schon wieder völlig unbehelligt abzieht und zum 1:4 trifft.

Aber dann! Zwischen der 59. und 63. Minute boxt der Papst: Taner Gezer kurvt ins Zentrum und vollendet gefühlvoll ins lange Eck – 2:4. Gezer avanciert zum besten Reckenfelder Aufholjäger: Sekunden später chippt er einen Freistoß auf Erkan Ökten, jener setzt waghalsig zum Seitfallzieher an: Ein Ball, der sonst wahrscheinlich bis jenseits des Ortsausgangs fliegt, landet krachend im Tor. Der Anschluss. Die Gäste haben längst den Faden verloren: Nächster Gezer-Standard, Andreas Wagner lenkt die Flanke zum 4:4 ins Netz – und die Geschichte dieses Spiels ist komplett neu geschrieben.

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