American Football
Kein Happyend für die Mammuts

Düsseldorf -

Endstation Düsseldorf: Humorlos begruben die Bulldozer aus der Landeshauptstadt die Hoffnungen der Münster Mammuts. Im Saisonfinale sicherten sich Düsseldorf durch einen 21:7-Erfolg Titel und Aufstieg. Die Mammuts blicken trotzdem auf eine gelungene Saison zurück ...

Samstag, 12.10.2019, 18:02 Uhr aktualisiert: 13.10.2019, 17:19 Uhr
Jens Gehrmann (r.) und Lars Vormann (l.) bremsen den Angriff der Bulldozer – das klappte leider nicht immer. Foto: Daniel Tönnis

Die Hoffnung stirbt zuletzt, bis dahin ist diese bewährte Weisheit durchaus bekannt. Wie es weitergeht, wissen aber die wenigsten. Die Münster Mammuts gehören seit Samstag zu den Eingeweihten – leider, denn die Redewendung endet wir folgt: Aber sie stirbt. Mit einer deutlichen 7:21 (0:14)-Niederlage beendete der heimische Oberligist diese Spielzeit im Düsseldorfer Sportpark Niederheid. Hier musste die Hoffnung auf Meisterschaft und Aufstieg begraben werden. Die letzte Amtsanhandlung einer spannenden Spielzeit bestand also darin, dem Gegner zum Aufstieg in die Regionalliga zu gratulieren.

Letzte Saisonpunkte durch Achim Bah und Jonas Spitzer

Als die Mammuts wieder im Bus heimwärts saßen, knallten am Rhein bereits die Korken. Klitzekleiner Trost: Die letzten Punkte einer langen und lange spannenden Spielzeit gingen auf das Konto der Mammuts. Achim Bah trug den Ball in die Düsseldorfer Endzone, Jonas Spitzer sorgte anschließend mit seinem Fieldgoal für die letzte Bewegung auf der Anzeigetafel.

Im Saisonfinale war es kein Messen auf Augenhöhe mehr. Die Düsseldorf Bulldozer hatten zur Saisonmitte noch einmal massiv nachverpflichtet, während gleichzeitig dem Halbzeit-Primus aus Münster nach und nach das Personal ausging. Im Hinspiel hatten die Mammuts Düsseldorf noch die einzige Saisonniederlage beschert, seither rollten die Bulldozer von Erfolg zu Erfolg.

Drei Fragen an ...

... Sascha Krotil, Trainer der Mammuts und der Mann, der nicht müde wird, von einem vereintem Football-Münster zu träumen.

Ein Saisonfazit nach einer deftigen Niederlage – nicht einfach, oder?

Sascha Krotil: Naja, der Stachel sitzt schon tief. Man fährt ja nicht los, ohne auf einen Sieg zu hoffen. Aber wir blicken zurück auf eine tolle Saison – mit der Vize-Meisterschaft. Eine tolle Leistung der Mannschaft, auf die alle sehr stolz sein können. Viele Spieler haben sich sehr gut weiterentwickelt. Ich denke beispielsweise an Yannick Steinberg, den wir zu einem sehr guten Quarterback ungeschult haben.

War am Ende der Kader zu dünn für den großen Wurf?

Krotil: Ich glaube ja. Wir haben einen qualitativ sehr guten Kader zusammenbekommen, quantitativ fehlte es dann offensichtlich.

Ist es ein Trost, dass im kommenden Jahr wieder zwei packende Derbys mit den Blackhawks anstehen?

Krotil: Ach. Ganz ehrlich, in den letzten fünf Jahren ist vier Mal eine Mannschaft aus Münster Vizemeister geworden, zwei Mal die Blackhawks, zwei Mal wir. Das ist doch – nicht emotional, sondern rein sportlich betrachtet – Schwachsinn. Unsere Gegner sind doch in NRW und nicht in Münster. Da wäre so viel möglich.

...

Am Samstag konnten sich die Mammuts noch bis kurz vor Ende des zweiten Viertels auf Augenhöhe behaupten, ehe der Druck zu groß wurde. Binnen kürzester Zeit legten die Gastgeber das Spielgerät zwei Mal in der Mammuts-Endzone ab, die beiden zusätzlichen Fieldgoals sorgten für die Vorentscheidung noch vor der Pause. „Da hatten wir auch einfach Pech“, befand Trainer Sascha Krotil, der seinem Team eine gute Leistung attestierte mit guten Annäherungen, ohne jedoch das nötige Kapital daraus zu schlagen. Das erledigten stattdessen die Gastgeber.

Ungleiche Voraussetzungen

Mit einem 0:14-Rückstand startete die Mammuts in die letzte Halbzeit einer Saison, die unter dem Strich dennoch eine war, an die sie sich stolz zurückerinnern dürfen. „Wir hatten unser Saisonziel schon erreicht“, resümierte Krotil, die Zugabe blieb am Samstag aus, war aber ob der am Ende ungleichen Voraussetzungen auch nicht mehr wirklich realistisch. Düsseldorf hatte gleich fünf US-Exporte ins letzte Gefecht geschickt, die Mammuts boten dagegen vier tapfere Jungs aus der eigenen U 19 auf.

Nicht nur für sie eine lehrreiche Erfahrung für die kommende Spielzeit, die also erneut in der Oberliga stattfinden wird.

Krotil und seine Jungs können bei aller Enttäuschung über die Abschlussniederlage mit der Vize-Meisterschaft zufrieden sein, zumal es eine Klasse höher schwierig gewesen wäre, Spielbetrieb und Wettbewerbsfähigkeit zu gewährleisten. „Da hätte es viele Gespräche mit den Spielern und den Sponsoren geben müssen“, so Krotil.

Fünf junge Münsteraner in Landesauswahl

Die bleiben dem ambitionierten Coach jetzt erspart – ebenso wie eine Meisterfeier, die er ohnehin nicht richtig hätte genießen können. Am Sonntagmorgen geht es weiter mit der Nachwuchsauswahl des NRW-Landesverbandes ins Trainingslager nach Kroatien. Unter anderem mit zwei Talenten aus dem Mammuts-Lager und drei jungen Blackhawks Das macht doch schon wieder neue Hoffnung ...

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