Fußball: 3. Liga
Preußen Münsters Kevin Rodrigues Pires: „Eher Zehner als Sechser“

Münster -

Kevin Rodrigues Pires hat bislang die meisten Testspielminuten im Dress des SC Preußen Münster absolviert. Und das sehr ordentlich. Mehr als ein Empfehlungsschrieben an den Trainer.

Montag, 24.06.2019, 15:54 Uhr aktualisiert: 24.06.2019, 16:30 Uhr
Kevin Rodrigues Pires hat in den bisherigen Tests die meisten Spielminuten gesammelt – und war in seiner neuen Position jeweils mit einem Treffer an den Siegen beteiligt. Foto: Jürgen Peperhowe

Nach anderthalb Wochen stecken die Preußen noch in der Findungsphase. Gesucht wird unter anderem noch der Mann, der das Team in der neuen Spielzeit anführen soll. Chefsache ist das in Münster: Den Kapitän bestimmt der Trainer. Sven Hübscher will sich Zeit lassen für diese wichtige Entscheidung und hat viele Optionen. Simon Scherder (26) und Ole Kittner (31) beispielsweise trugen in der abgelaufenen Saison mehrfach die Binde, mit Julian Schauerte (31) stieß ein erfahrener Mann mit Zweitliga-Erfahrung zum Team.

„Wir haben genügend Führungsspieler in unseren Reihen“, bestätigt einer, der zweifellos ebenfalls in diese Kategorie zählt. Kevin Rodrigues Pires hat mittlerweile 79 Drittligaspiele auf dem Buckel und sich nach dem Weggang des ehemaligen Kapitäns Martin Kobylanski dessen Rückennummer zehn gesichert. Beim Test am Samstag gegen den Regionalligisten TuS Haltern führte der 1,70 Meter große Mittelfeldmann die Preußen auf das Feld. „Das heißt aber nichts“, wiegelte der 27-Jährige hinterher ab. Er ist aber bereit, die Kobylanski-Nachfolge sowohl sportlich als auch in der Mannschaftshierarchie einzunehmen. „Das ist mein Anspruch, ich will beim Verein eine Führungsrolle übernehmen, das ist mein Ziel“, lautet die klare Ansage des gebürtigen Portugiesen – so klar, wie es von einem Führungsspieler zu erwarten ist. „Aber dafür brauche ich nicht unbedingt eine Binde. Wir haben hier genug erfahrene Spieler, die das machen könnten.“

Seinen Leaderanspruch will er vor allem auf dem Platz untermauern. „In der vergangenen Spielzeit habe ich mehr vor der Abwehr gespielt.“ Jetzt ist sein Platz eher hinter den Spitzen. In der Fußballarithmetik rechnet Rodrigues Pires das so vor: „Ich bin auf jeden Fall ein Achter oder ein Zehner – eher als ein Sechser.“

Mit mehr Raum hinter als vor sich ist Rodrigues Pires allerdings auch nicht mehr der erste Ansprechpartner im Spielaufbau. Die ersten Bälle gingen am Samstag stattdessen an den sehr auffälligen Maurice Litka – der passenderweise mit Rodrigues Pires’ alter Rückennummer acht unterwegs ist. Doch der neue Zehner findet sich in seiner neuen Rolle schon bestens zurecht: Kein Spieler war in den ersten drei Tests länger am Ball: 90 Minuten in Emsdetten, 45 von 69 in Buldern und noch einmal 60 in Haltern. In jeder dieser Partien trat der Mittelfeldmann auch als Torschütze in Erscheinung. Kein Wunder, dass er seinen alten Job als früher Ballverwalter und -verteiler nicht vermisst. „Ich fühle mich hinter den Spitzen sehr wohl.“

Dennoch zieht es ihn ab und an doch wieder zurück in die eigene Hälfte. „Das sprechen wir ab und dann läuft das“, nutzt Rodrigues Pires den kurzen Dienstweg. Erster Tauschpartner am vergangenen Samstag in Haltern war Neuzugang Fridolin Wagner. „Das klappt schon ganz gut“, so Rodrigues Pires. Allemal sind die Bewerbungsunterlagen für den Kapitänsposten beim Trainer angekommen.

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