Radsport: Agravis-Cup
46 – und ein bisschen müde: Riha siegt vor Teamkollege Kämna

Münster-Hiltrup -

Eröffnet wurde der lange Radfahrerabend am Freitag in Hiltrup mit dem Velodrom Mini Cup - dem beliebten Laufradrennen für Kinder. Im anschließenden Hauptrennen der Elite-Fahrer um den Agravis-Cup gewann nach 88 Runden um die Marktallee ein „alter Hase“.

Samstag, 15.06.2019, 10:38 Uhr aktualisiert: 15.06.2019, 11:16 Uhr
Foto: Peter Leßmann

Das Flutlicht für die Zielkamera geht wie selbstverständlich an. Zwei Runden bis zum Showdown. 86 Mal um die Marktallee haben die Jungs Vollgas gegeben bei einem höllischen Schnitt von 47 Kilometern pro Stunde. Unfassbar. Auch die finalen 1600 Meter lassen kaum Zeit zum Atmen. 800 Meter, die letzte Kurve, die Zielgerade. Finish.

Und wer hat’s gemacht? Der „alte“ Mann. Vladi Riha (VC Vegesack), 46 Jahre jung, verliert zwar den Sprint gegen Lennart Klein (Team Kern-Haus), darf sich aber dennoch von den Mädels auf der großen Bühne bei der Siegerehrung küssen lassen. 26 Punkte hat er beim Kriterium gesammelt, genau so viele wie John André Kämna. Aber die entscheidenden eineinhalb Meter im Ziel liegt er vor seinem Teamkollegen – das zählt. „Ich bin hier zehn oder elf Mal gefahren. Der Kurs ist immer wieder eine Herausforderung. Die Beine dementsprechend müde. Aber die Freude überwiegt“, so Riha.

Optimale Bedingungen

26 Grad, Sonne. Kaum Wolken. Nahezu perfekt. Kein Wunder, dass die Straßencafés und Kneipen am Freitagabend rund um die Einkaufsmeile den Charme des Südens versprühten. Die Menschen strömten in die Lokalitäten und säumten die Strecke. „Hier ist Leben drin“, so Leo Bröker, Streckenchef des Sparkassen-Münsterland-Giro. Er fehlte ebenso wenig wie Rudi Wegmann, lange Rennleiter beim Klassiker.

Impressionen vom Radrennen „Agravis-Cup“ 2019 in Hiltrup

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  • Entspannte Teilnehmer vor dem Start des Hauptrennens...

    Entspannte Teilnehmer vor dem Start des Hauptrennens...

    Foto: Peter Leßmann
  • Die Zuschauer freuten sich auf ein spannendes Rennen.

    Foto: Peter Leßmann
  • Die Rundstrecke führte 88 Mal um die Marktallee.

    Foto: Peter Leßmann
  • Das Publikum genoss das Radsport-Event bei optimalen Wetterbedingungen.

    Foto: Peter Leßmann
  • Exakt 791 Meter misst eine Runde.

    Foto: Peter Leßmann
  • Die jungen Fans erfreuten sich zunächst am Velodrom Mini Cup, dem beliebten Laufradrennen für Kinder, und danach am Hauptrennen der Elite-Fahrer.

    Foto: Peter Leßmann
  • Im schnitt waren die Fahrer mit durchschnittlich 47 Stundenkilometern unterwegs.

    Foto: Peter Leßmann
  • Interview mit Schirmherr Fabian Wegmann (l.).

    Foto: Peter Leßmann
  • Tradition: Beim Derny-Rennen fahren die Rennfahrer hinter einem kleinen Motorrad her.

    Foto: Peter Leßmann
  • Start des Velodrom Mini Cups - dem beliebten Laufradrennen für Kinder.

    Foto: Peter Sauer
  • Florian (l.) siegte beim Velodrom Mini-Cup, sein Bruder Felix holte Bronze, Lea feuerte an.

    Foto: Peter Sauer
  • Es folgen weitere Impressionen vom Radfahr-Event...

    Foto: Peter Leßmann
  • Impressionen vom Radrennen „Agravis-Cup“ 2019 in Hiltrup Foto: Peter Leßmann
  • Impressionen vom Radrennen „Agravis-Cup“ 2019 in Hiltrup Foto: Peter Leßmann
  • Impressionen vom Radrennen „Agravis-Cup“ 2019 in Hiltrup Foto: Peter Leßmann
  • Impressionen vom Radrennen „Agravis-Cup“ 2019 in Hiltrup Foto: Peter Leßmann
  • Impressionen vom Radrennen „Agravis-Cup“ 2019 in Hiltrup Foto: Peter Leßmann
  • Impressionen vom Radrennen „Agravis-Cup“ 2019 in Hiltrup Foto: Peter Sauer
  • Impressionen vom Radrennen „Agravis-Cup“ 2019 in Hiltrup Foto: Peter Leßmann
  • Impressionen vom Radrennen „Agravis-Cup“ 2019 in Hiltrup Foto: Peter Leßmann
  • Impressionen vom Radrennen „Agravis-Cup“ 2019 in Hiltrup Foto: Peter Leßmann
  • Impressionen vom Radrennen „Agravis-Cup“ 2019 in Hiltrup Foto: Peter Leßmann
  • Impressionen vom Radrennen „Agravis-Cup“ 2019 in Hiltrup Foto: Peter Leßmann
  • Impressionen vom Radrennen „Agravis-Cup“ 2019 in Hiltrup Foto: Peter Leßmann
  • Impressionen vom Radrennen „Agravis-Cup“ 2019 in Hiltrup Foto: Peter Leßmann
  • Impressionen vom Radrennen „Agravis-Cup“ 2019 in Hiltrup Foto: Peter Leßmann
  • Impressionen vom Radrennen „Agravis-Cup“ 2019 in Hiltrup Foto: Peter Leßmann
  • Impressionen vom Radrennen „Agravis-Cup“ 2019 in Hiltrup Foto: Peter Leßmann
  • Impressionen vom Radrennen „Agravis-Cup“ 2019 in Hiltrup Foto: Peter Leßmann
  • Impressionen vom Radrennen „Agravis-Cup“ 2019 in Hiltrup Foto: Peter Leßmann
  • Impressionen vom Radrennen „Agravis-Cup“ 2019 in Hiltrup Foto: Peter Leßmann
  • Impressionen vom Radrennen „Agravis-Cup“ 2019 in Hiltrup Foto: Peter Leßmann
  • Impressionen vom Radrennen „Agravis-Cup“ 2019 in Hiltrup Foto: Peter Leßmann
  • Impressionen vom Radrennen „Agravis-Cup“ 2019 in Hiltrup Foto: Peter Leßmann
  • Impressionen vom Radrennen „Agravis-Cup“ 2019 in Hiltrup Foto: Peter Leßmann
  • Impressionen vom Radrennen „Agravis-Cup“ 2019 in Hiltrup Foto: Peter Leßmann
  • Impressionen vom Radrennen „Agravis-Cup“ 2019 in Hiltrup Foto: Peter Leßmann
  • Impressionen vom Radrennen „Agravis-Cup“ 2019 in Hiltrup Foto: Peter Leßmann
  • Impressionen vom Radrennen „Agravis-Cup“ 2019 in Hiltrup Foto: Peter Leßmann
  • Impressionen vom Radrennen „Agravis-Cup“ 2019 in Hiltrup Foto: Peter Leßmann

Auch Katharina Venjakob, zweifache Amateur-Weltmeisterin, schaute mit dem Mountainbike vorbei – und Rainer Bergmann, der Giro-Organisationschef. Radsport verbindet. „Wir haben schon fast eine Schönwettergarantie“, freute sich Gideon Schwarze, Vorsitzender des RSV Münster, über das bunte Treiben. Dabei hatte die Wetter-App für den frühen Abend Regen angedroht. So viel zu Vorhersagen.

„Hoffentlich bleibt es trocken“, war Herbert Schmid vom Hauptsponsor Agravis unmittelbar vor dem Startschuss durch Schirmherr Fabian Wegmann noch skeptisch. Ganz nebenbei hatte er eine frohe Botschaft im Gepäck: Agravis ist auch 2020 als Partner im Boot. Der fünften Auflage nach der schöpferischen Pause steht nichts im Wege. „Das ist die Belohnung für die herausragende Jugendarbeit, die im Verein geleistet wird“, so Schmid.

Rennen ist für Nachwuchsfahrer der Einstieg in Radsport

Der RSV schickte mit Jarno Reimers, Anton Bühlmeyer, Julian Horstmann, Peter Raue und Julian Woltering fünf Fahrer auf den kurvigen Kurs. „Der ist schon sehr speziell“, sagt Wegmann, der seine ersten Meter einst in Hiltrup machte. Und weiß: „Diese Rennen sind für junge Leute der Einstieg in unseren Sport.“

Sohnemann Otto war nach seiner Premiere 2018 bei den Mini Champions wieder dabei – und fühlte sich sichtlich wohl auf seiner Rennmaschine. Wenngleich der Weg zum Radsportler nicht unbedingt vorgezeichnet ist. Der kleine Mann übt sich derzeit auch im Wasserspringen.

Achter Platz für Münsteraner

Das Hauptrennen am Abend lebte von den Attacken des Feldes. Das erste Drittel wurde von Riha und Kämna dominiert. „Wir sind ein unglaubliches Tempo gegangen“, bilanzierte der Sieger, und wischte sich den Schweiß von der Stirn. Die Lokalmatadore Reimers und Woltering gehörten immer wieder zu den Jungs, die auf das Führungsduo und den späteren Dritten Klein Druck ausübten.

Für den „Husarenritt“ nach ganz vorne langte es nicht. Bester Münsteraner war Woltering als Achter. „Ich glaube, wir haben ein tolles Rennen erlebt, das bis zum Ende spannend war“, fiel die Bilanz von Gideon Schwarze positiv aus.

Kommentar

Klinken putzen für den Sport

Früher, das hat Ex-Rennleiter Rudi Wegmann verraten, habe man bei der Kaufmannschaft Klinken geputzt, um das nötige Kleingeld für das Traditionsrennen zusammenzubekommen. Ende der 80er und in den 90er Jahren tickten die Radmesser noch ein wenig anders. Viele kleine Geldgeber sorgten für den nötigen finanziellen Background. Mit positiven Nebenwirkungen nicht nur in Hiltrup: überall schmückten sich Orte mit einem populären Event dieser Art.

Im Zuge der unzähligen Dopingaffären rutschten die Ausdauerhelden ins Abseits – und mit ihnen der Sport in eine tiefe Krise. Die Folge: ein riesiges Rennsterben setzte ein. Die Welle riss viele hoffnungsvolle deutsche Talente mit sich. Bis heute.

Beim RSV Münster haben sie sich bewusst gegen diesen Trend gestemmt, als sie 2016 das Spektakel um die Marktallee wieder aufleben ließen. Mit einem großen, starken Partner im Rücken und kleineren Gönnern, die so eine Veranstaltung tragen. Die beste Plattform für den Nachwuchs,  der sich messen will. Damit er das auch in der Zukunft kann, muss der RSV weiter Klinken putzen. Die Zuschauer werden es den Verantwortlichen danken.

von André Fischer

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