American Football: Oberliga
Blackhawks senden Signale für die Zukunft

Münster -

Der Oberbürgermeister nahm genau Maß, lief an und machte dann etwas, für das es in der Footballsprache keinen Ausdruck gibt – immerhin hat sich niemand verletzt, und es zählte der gute Wille. Und der war Markus Lewe bei der Einweihung der neuen Field-Goals der Münster Blackhawks wahrlich nicht abzusprechen.

Donnerstag, 23.05.2019, 20:21 Uhr aktualisiert: 24.05.2019, 09:44 Uhr
Ein kleiner Schnitt für Oberbürgermeister Markus Lewe (3. v.r.), ein großer Schritt für die Münster Blackhawks: Dieter Tüns (kommissarischer Leiter des Sportamts), Amir Marouf (2. Vorsitzender der Blackhawks), Christian Maaß (Sparkasse Münsterland Ost), Markus von Diepenbroick-Grüter (BV West) und Blackhawks-Vorsitzende Claudia von Diepenbroick-Grüter bei der Einweihung der neuen Tore. Foto: Jürgen Christ

Beim Fußball waren es früher die Sporttaschen, die herhalten mussten, wenn keine ordentlichen Tore in Reichweite waren. Die American Footballer sind da schon etwas einfallsreicher: Mit etwas handwerklichem Geschick haben die Münster Blackhawks sage und schreibe sechs Jahre lang vor sich hin improvisiert – und keiner hat’s gemerkt. Angefangen in den niedrigsten Spielklassen bis hin in die Oberliga – und da zum Teil vor 4000 Zuschauern – haben die Hawks munter selbst gebastelte Field­goals anvisiert. Klar, schon eine Nummer besser als Taschentore, aber am Ende dann doch nur zwei ausgediente Fußballtore mit angeklebten und weißbepinselten Abwasserrohren.

Die Qualität dieser Fieldgoals hat in den vergangenen Spielzeiten mit der sportlichen Entwicklung längst nicht mithalten können. Haarscharf ist der Club in der abgelaufenen Spielzeit am Drittliga-Aufstieg vorbeigeschrammt, fünf Teams schicken die Blackhawks in den Kampf um Ligapunkte. Insgesamt 300 Mitglieder zählt der stetig wachsende Club – und das alles mit lackierten Abwasserrohren.

„Black and Yellow " - ein Lebensgefühl 

Die sind jetzt Geschichte: Bereits am vergangenen Samstag sicherten sich die Blackhawks den ersten Saisonsieg zwischen zwei nagelneuen in den Vereinsfarben Schwarzgelb gestrichenen Fieldgoals. „Black and Yellow ist zu einem Lebensgefühl auf der Sentruper Höhe geworden. Vor gut einem Jahr gab das Sportamt Münster grünes Licht, dass die Tore aufgestellt werden dürfen“, erzählt Amir Marouf, 2. Vorsitzender der Blackhawks.

American Football: Neue „Fieldgoals“ für die Blackhawks

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  • American Football: Neue „Fieldgoals“ für die Blackhawks
American Football: Neue „Fieldgoals“ für die Blackhawks Foto: Jürgen Christ
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8500 Euro mussten aufgetrieben werden, um Rahmen und Einbaukosten zu finanzieren. Auf dem Platz machte die erste Mannschaft einen perfekten Job als Werbeträger, die Sparkasse Münsterland Ost und die Bezirksvertretung Münster West waren gerne bereit, einen Teil beizusteuern. Am Donnerstag wurden die „Fieldgoals“ nun auch offiziell auf Platz vier der Sentruper Höhe eingeweiht.

Platz bleibt Baustelle

Oberbürgermeister Markus Lewe nahm das Qualitätsgewerk der Marke „Schäper“ dann mit aller gebotenen Vorsicht unter Beschuss – kein echter Test für die Standfestigkeit, aber ein symbolischer Kick mit nachhaltiger Wirkung. Ein weiteres Signal des Clubs, dass Football im Allgemeinen und die Blackhawks im Besonderen auf dem Vormarsch sind. Die Zeit der Abflussrohre ist vorbei.

Eine große Baustelle bleibt dennoch bestehen – und die ist unübersehbar. Zwischen den neuen Toren liegt ein altersschwacher Platz mit Löchern, Dellen und spärlichem Bewuchs. „Unsere Rasensituation ist katastrophal und definitiv nicht oberligatauglich. In der letzten Saison haben sich vier Spieler der ersten Mannschaft das Kreuzband gerissen. Unser Traum wäre ein immer gut gepflegter Rasenplatz und für die Zukunft vielleicht sogar eine mobile Tribüne“, beschreibt Marouf den eindringlichen Folgeauftrag der Blackhawks an das Sportamt.

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