Fußball: Münster tippt den Meister
Mehrheitsentscheid für die Bayern

Münster -

10:2 für die Bayern, das ist deutlich: Die Trainer der zwölf überregionalen münsterischen Amateurclubs glauben mehrheitlich an einen Münchener Titelgewinn. Aber, wie schon Sepp Herberger sagte: Das Spiel dauert 90 Minuten.

Freitag, 17.05.2019, 16:22 Uhr aktualisiert: 19.05.2019, 14:32 Uhr
Das Bild stammt aus der Vorsaison: Die Wahrscheinlichkeit, das am Samstagnachmittag eine ähnliche Aufnahme gemacht wird, ist groß. Foto: dpa

Hiltrups-Trainer Carsten Winkler hat sich für den Titelkampf in der Bundesliga mit den Mitstreitern aus alten TuS-Tagen zum gemeinsamen Fern(seh)-Studium verabredet und lässt sich in seinem Meister-Tipp ein wenig von den eigenen Sympathien leiten: „Ich hoffe, dass es bis zum Ende offen bleibt – und ja, ich kann mir vorstellen, dass Dortmund es doch noch schafft.“

BVB-Dauerkarteninhaber André Frankrone hat ganz klare Vorstellungen, wer Meister wird („wohl die Bayern“) und wer Meister werden sollte („Dortmund natürlich“). Noch ist offen, ob der Titelkampf ein Fall fürs Heimkino wird oder ein Live-Erlebnis in Mönchengladbach.

Alois Fetsch verfolgt die Meisterkonferenz mit Freunden im Wohnzimmer. Der Gladbach-Fan hofft auf einen Heimsieg der Fohlen gegen den BVB, um die Qualifikation für die Champions League zu sichern. „Meister werden dann leider langweiligerweise die Bayern“, sagt der Wolbeck-Coach.

Aasee-Trainer Matthias Gerigk wird den letzten Spieltag über das Radio verfolgen, während er im Garten mit seinen Kindern spielt. „Ich gehe davon aus, dass Bayern mindestens einen Punkt holt, sodass es zur Meisterschaft reicht. Dortmund wäre mir als Meister aber lieber“.

Nicolas Hendricks steht am letzten Bundesligaspieltag im Gästeblock des Borussia-Parks. Der bekennende Dortmund-Fan wird die Mannschaft vor Ort unterstützen. „Ich bin der festen Überzeugung das wir eine Chance haben. Große Spiele kann Frankfurt, das haben sie schon unter Beweis gestellt“, sagt der Coach der Gievenbecker Reserve.

Benjamin Heeke wird das Spektakel in einer Bar in Münster verfolgen. Gievenbecks Trainer glaubt nicht daran, dass es noch einmal spannend wird. „Dortmund hat in den entscheidenden Phasen versagt. Die Jungs denken zu viel nach.“ Wundern würde es ihn nicht, wenn beide Top-Mannschaften als Verlierer das Feld verlassen.

Filipa da Silva Campos, Trainerin der Frauen aus Gremmendorf, ist glühender BVB-Fan. Sollte es mit dem Titelgewinn klappen, würde sie den Autokorso durch die Dortmunder City am Sonntag verpassen. „Wir spielen gegen Ostbevern. Ein Derby. Der Termin ist gesetzt.“ Genau wie die Meisterkonferenz im TV am Samstag. „Ich gucke daheim mit Freunden und hoffe auf einen Ausrutscher der Bayern. Aber so richtig glaube ich nicht dran.“

Marcel Pielage sympathisiert „ein bisschen mit den Bayern“ und glaubt, „dass es ein sicheres Ding wird“. Das Fernduell wird der Kinderhauser am Radio verfolgen. „Samstag ist Familientag“, sagt er, „außerdem geht es da oben ja nur noch ums Geld.“ Er ist mal stärker interessiert gewesen, jetzt sei der Sonntag der bessere Fußballtag. „Da spielen die Amateure, das ist die Wirklichkeit.“

Kollege Mirsad Celebic zieht sich heute um 15.30 Uhr ins Wohnzimmer zurück. „Für den letzten Spieltag brauche ich absolute Ruhe“, sagt er. Sein Herz schlägt stärker für den BVB, „deshalb schaue ich auch nicht die Konferenz, sondern das Spiel zwischen Gladbach und Dortmund.“ Viel Hoffnung auf ein kleines Fußball-Wunder hat der Nullacht-Trainer nicht. „Ich gehe davon aus, dass Bayern gewinnt. Ja, die machen das.“

Sebastian Hänsel, der mit dem BSV Roxel ebenfalls einen Landesligisten coacht, ist es „ziemlich egal“, wer Meister wird. Er stammt aus Leipzig, ist Fan von RB („Wahrscheinlich der einzige in NRW“) und mit der Saison sehr zufrieden. Am letzten Spieltag sitzt er im Vereinsheim von Borussia Münster. „Vor zehn Jahren bin ich mit Borussia in die Bezirksliga aufgestiegen. Am Samstag trifft sich die Truppe zum kleinen Jubiläum.“

Arne Barez wird den finalen Bundesliga-Akt zusammen mit seinen beiden Söhnen (6/11) vor dem heimischen TV bei Kaffee und Kuchen verfolgen. „Die zwei sind noch neutral“, sagt der Coach der U17-Junioren des SC Preußen Münster. Der Fußball-Lehrer, einst Sympathisant des Hamburger Sport-Vereins, würde sich durchaus freuen, wenn Dortmund das Rennen macht. „Für die Entwicklung der Bundesliga wäre das besser“, so Barez, der trotzdem auf die Bayern setzt.

Die Bayern hat auch Preußen Münsters Aufstiegstrainer Sören Weinfurtner auf dem Zettel – und das normalerweise auch gerne. „Aber wie da aktuell mit dem Trainer umgegangen wird, macht den Verein dann doch wieder unsympathisch. Dortmund wäre aktuell wohl der sympathischere Meister – aber die Bayern werden es werden.“

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