Volleyball: Techniker Beach Tour in Münster
Lena Ottens oder das Comeback einer Europameisterin

Münster -

Auf diesen Moment hat Lena Ottens lange hingearbeitet: Beim hochkarätig besetzten Beachvolleyball-Turnier von Freitag bis Sonntag in Münster kehrt die ehemalige Europameisterin aus Everswinkel nach langer Verletzungspause auf einen großen Court zurück. Mit großer Vorfreude und neuer Partnerin.

Donnerstag, 09.05.2019, 14:46 Uhr aktualisiert: 09.05.2019, 17:24 Uhr
Endlich wieder im Sand: Lena Ottens (mit Partnerin Hannah Ziemer) spielt in Münster ihr erstes großes Turnier nach langer Verletzungspause. Foto: Jan-Peter Mohwinkel

Im April ist Lena Ottens 22 geworden. Kein Alter für eine Beachvolleyballerin. Schon gar nicht für sie, die mit 16 schon U-18-Europameisterin war. Ein Riesentalent haben damals alle, die sich auskennen, über das junge Mädchen aus Everswinkel gesagt. Beim Saisonauftakt der Techniker-Beach-Tour, der bedeutend­sten nationalen Turnierserie, wagt Ottens an diesem Wochenende auf dem Schlossplatz in Münster einen zweiten Karrierestart. Eine schwere Schulterverletzung hat die Psychologie-Studentin zwischenzeitlich komplett aus dem Sandkasten gedrängt. Nun, fast anderthalb Jahre nach einem operativen Eingriff, kehrt sie in die Szene zurück. „Ich freue mich und habe wieder richtig Bock, auf die Kugel zu hauen“, sagt sie.

Ottens wohnt nicht mehr in Everswinkel und spielt auch nicht mehr für den BSV Ostbevern. Seit Ende 2016 hat sie ihren Lebensmittelpunkt in Hamburg. Am Bundesstützpunkt hat sie sich fitgemacht für das Comeback und dort auch Hannah Ziemer kennengelernt, ihre neue Partnerin im Viereck. Ziemer macht gerade Abitur, ist mit 19 noch jünger als Ottens und offenbar auch hoch talentiert: 2017 wurde sie deutsche U-19-Meisterin.

Beim WVV-Premiencup am vergangenen Wochenende in Köln erlebte das ambitionierte Beachduo seine Feuertaufe. Es beendete das Turnier auf Platz fünf. „Ein guter Anfang“, sagt Ottens, „aber natürlich ist da noch Luft nach oben.“ Luft, die sie rasch überfliegen sollten, das Paar benötigt alsbald Punkte für die Zulassung zu den großen Courts. In Münster spielt es mit einer Wild Card.

2018 war ein sehr schwieriges Jahr für Lena Ottens. Es gab Tage, da zweifelte sie ernsthaft an der Rückkehr auf die Bühne. Die Trainer am Stützpunkt haben sie bestärkt und offenbar immer an sie geglaubt. Ottens wird nach wie vor im Perspektiv-Kader geführt. Die Hoffnung auf die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2024 in Paris lebt (wieder). „Träumen ist doch erlaubt“, sagt die Spielerin. Ihre Zuversicht und ihre Fröhlichkeit hat sich die junge Frau immer bewahrt.

Jetzt endlich ist sie schmerzfrei. Und voller Tatendrang. In Münster werden die Familie und Freunde sie begleiten und anfeuern. Ottens denkt nicht in Siegen und Niederlagen. „Hannah und ich wollen so gut spielen wie möglich“, sagt sie. Voraussichtlich kommt es direkt im ersten Gruppen-Match zum Duell mit Kim Behrens und Cinja Tillmann, Nummer zwei der Setzliste. Die beiden Ex-Münsteranerinnen haben sich just für die Weltmeisterschaften in Hamburg (ab 29. Juni) qualifiziert. Lena Ottens wird in ihrer Wahlheimat zuschauen. „Das wird aufregend“, glaubt sie, „wenn die Schulter hält, möchte ich irgendwann auch ein Turnier dieser Größe spielen.“

► Die Techniker-Beach-Tour in Münster beginnt am Freitag um 14 Uhr mit den Gruppenspielen. Am Samstag wird ab 9 Uhr gespielt, die Halbfinals am Sonntag starten um 9.30 Uhr. Das Frauenfeld wird vom Nationalteam Karla Borger/Julia Sude angeführt. Bei den Männern ist das National-Duo Philipp Bergmann/Arne Harms (Hameln) topgesetzt.

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