Reiten: K+K-Cup Nächster Angriff auf den Thron – Schonebeck fordert Westbevern heraus

Münster -

Die Ausgangslage ist gut, die Zeichen stehen auf einen Wachwechsel. Der RFV Nienberge-Schonebeck und der RV St. Georg Saerbeck liegen vor dem abschließenden Springen vor dem Titelverteidiger Westbevern. Wie im Vorjahr, als dann doch der Rekordchampion eine erfolgreiche Aufholjagd startete.

Von Henner Henning
Der RV Nienberge-Schonebeck setzte am Kürabend das Glanzlicht – und geht von Platz eins ins abschließende Springen.
Der RV Nienberge-Schonebeck setzte am Kürabend das Glanzlicht – und geht von Platz eins ins abschließende Springen. Foto: Jürgen Peperhowe

Schon auf den letzten Linien der Kür setzte der Szenenapplaus ein und die Fans in Block J erhoben sich. Wenig später standen fast alle Zuschauer in der ausverkauften Halle Münsterland und zollten der Equipe des RFV Nienberge-Schonebeck Respekt und Anerkennung für einen außerordentlichen Auftritt im Viereck. Fünfmal zückten die Richter die Traumnote 10,0, da saß sogar eine Ehrenrunde für Melanie Geßmann, Debütantin Maya Wilhelmer, Tim Scheuneman und Marie Krimpmann drin. „Das war einfach fantastisch. Wir wollen ja immer vorne dabei sein, dass es aber so gut geklappt hat, ist wie ein Traum“, sagte Schonebecks Mannschaftsführerin Angelika Geßmann.

Wie aus einem Guss präsentierte sich Schonebecks Quartett, das die anspruchsvolle Kür ohne Wackler oder Ausreißer in die Halle zauberte und dabei jegliche Anspannung unsichtbar machte. „Die Nervosität war natürlich hoch. Aber wenn man dann in der Halle ist, geht es“, meinte Angelika Geßmann, die dem Küken im Team ein Sonderlob zusprach: „Maya hat es echt cool gemacht.“

Die Nienberger setzten das Glanzlicht an dem Kürabend, der gespickt war mit qualitativ hochwertigen Ritten. So überzeugte auch der RV St. Georg Saerbeck, der mit 60,08 Punkten nur 0,84 Zähler hinter dem Spitzenreiter liegt – und damit noch vor dem Seriensieger RV Gustav Rau Westbevern (58,70 Punkte), der wie im Vorjahr aus der Verfolgerposition seinen Thron im Wettkampf um die Wanderstandarte der Stadt Münster verteidigen muss. Auch vor zwölf Monaten war die Equipe von Mannschaftsführerin Tanja Alfers Dritte, damals glückte auch dank der Patzer Schonebecks und Saerbecks Titelgewinn Nummer 37. „Abgerechnet wird am Samstag“, sagte Alfers nach der Kür und dachte dabei sicher auch an 2018.

Vor Jahresfrist hatte der RV Münster-Sprakel (57,03) die Bauernolympiade auf Platz vier beendet – und geht genau von diesem Rang aus in das entscheidende Springen am Samstag (ab 10.30 Uhr). Das Team von Bettina Kappelhoff lieferte früh am Abend das erste Highlight, für die schwungvolle und doch ausbalancierte Kür gab es von Moderator Martin Plewa ein anerkennendes „Mann, oh Mann“ – und von den Zuschauern ebenfalls begleitenden Applaus auf der Schlusslinie. „Das war gigantisch. Wir hatten schon am Nachmittag das beste Ergebnis der vergangenen Jahre“, sagte Kappelhoff glücklich und zufrieden.

Das war auch Karin Richter nach der Kür des derzeit fünftplatzierten RV Roxel (56,52). „Endlich hatten wir mal das Glück, dass alles geklappt“, erklärte die Mannschaftsführerin, die viele Schulterklopfer erhielt.

Verdient hatten diese alle Teams. Das Niveau dieser Kür auf A-Level steigt stetig und macht den Abend an Tag eins der Bauernolympiade immer zu etwas ganz Besonderem.

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