Tischtennis: NRW-Liga Frauen Borussia zieht Notbremse und die Frauen-Mannschaft zurück

Münster -

Es war zu befürchten, ist am Ende aber trotzdem schmerzhaft für alle Beteiligten. Borussia Münster zieht seine Frauen-Mannschaft aus der NRW-Liga zurück und muss weit unten einen neuen Anlauft starten. Zu groß war zuletzt die Personalnot.

Von Wilfried Sprenger
Saisonende schon vor Beginn der Rückrunde, den NRW-Ligisten um Karla Eichinger gibt es nicht mehr. Die langjährige Spielführerin wechselt wohl in den Männer-Bereich.
Saisonende schon vor Beginn der Rückrunde, den NRW-Ligisten um Karla Eichinger gibt es nicht mehr. Die langjährige Spielführerin wechselt wohl in den Männer-Bereich. Foto: Heimspiel/Johann-Krone

Das Ende war ein bisschen absehbar, nun ist es vollzogen: Die Damen von Borussia Münster haben den Spielbetrieb in der NRW-Liga noch vor Beginn der Rückrunde eingestellt und ihr Team zurückgezogen. Damit wird die zweite Mannschaft (Bezirksklasse) zur ersten, Frauen-Tischtennis auf höherem Niveau wird es beim ehemaligen Regionalligisten vorerst nicht mehr geben.

„Wir haben vieles versucht und auch einige Male diskutiert. Am Ende gab es nur diesen Weg. Tatsächlich waren wir personell nicht mehr in der Lage, die Rückrunde zu stemmen“, sagte Mannschaftssprecherin Karla Eichinger auf Anfrage.

Schon durch die Hinserie quälten sich die Borussen auf dem Zahnfleisch. Eichinger, eigentlich eine zuverlässige Stammkraft, wurde durch Leistenprobleme gestoppt. Die junge Janina Gust musste nach einer Knie-OP passen. Sophia Greis stand wegen eines Ausland-Aufenthaltes nicht zur Verfügung. Wo immer es ging, versuchte das sieglose Schlusslicht, Löcher zu stopfen. Das funktionierte meistens, in einem Fall (in Oldentrup) jedoch nicht – die kurzfristige Spielabsage kostete die Münsteranerinnen satte 200 Euro Ordnungsstrafe. Das hätte sich in der Rückrunde rasch wiederholen können. Auch ein Grund für den geordneten Rückzug. Die Strafe dafür fällt mit 50 Euro vergleichsweise gemäßigt aus. Nur die sportlichen Konsequenzen sind wirklich drastisch. Borussia ist nun nicht mehr Absteiger zur Verbandsliga, sondern wird auf das Niveau der Reserve-Mannschaft zurückgestuft. Sehr bitter für eine Abteilung, die lange ausgesprochen ambitioniert unterwegs war und mit der Neuseeländerin Sarah Her-Lee sowie Megan und Angharad Phillips aus Wales sogar Nationalspielerinnen an der sportlichen Spitze hatte.

Nun die Zäsur. Für Karla Eichinger eine logische Entscheidung. „Selbst für den Fall, dass wir uns irgendwie durch die Rückrunde gemogelt hätten, wäre das Problem doch nur vertagt worden. Im Sommer wäre die Mannschaft ohnehin ausein­ander gefallen.“ Ersatz steht kaum bereit: Weiblichen Nachwuchs hat der Club nicht. Und liegt damit voll im Trend. Eichinger bestätigt dies. „Frauen-Tischtennis ist seit einiger Zeit stark rückläufig“, sagt die Spielerin, „und nennt auch gleich eine Ursache: „In höheren Ligen gibt es oft weite Fahrten. Da geht dann schnell der größte Teil des Samstags drauf. Das ist unattraktiv.“ Und dann gibt es für die Frauen seit Saisonstart ja noch die Möglichkeit, in Männer-Teams zu spielen. Genau dort sieht Eichinger ihre Zukunft. Andere Frauen wohl auch.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6308095?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686137%2F2686209%2F2686789%2F