Fußball: 3. Liga Preußen-Sportchef Metzelder über Antwerpen: „Kein Bewerbungsschreiben“

Münster -

Es gärt beim SC Preußen. Nicht erst seit dem 0:2 gegen Zwickau offenbar. Trainer Marco Antwerpen bemängelt fehlende Bereitschaft für Transfers, Sportchef Malte Metzelder ist alles andere als begeistert über solche Aussagen.

Von Alexander Heflik
Marco Antwerpen 
Marco Antwerpen  Foto: Jürgen Peperhowe

Die Stadionfrage ist auf eine gewisse Art und Weise positiv beantwortet, es gibt eine Perspektive an der Hammer Straße. Auch positiv: Gerade erst hat der SC Preußen die Nachlizenzierung erfolgreich überstanden. Die finanzielle Lage beim SCP ist aber alles andere als rosig. Was mögliche Transfers betrifft, ist Sportchef Malte Metzelder weiter extrem zurückhaltend, er will keinerlei Risiko gehen. Auch die Verlängerung von 13 auslaufenden Spielerverträgen ist offiziell kein Thema. Und vor allem die Trainerfrage schwebt über dem Preußenstadion. Marco Antwerpen und sein Assistent Kurtulus Öztürk sind bis Sommer 2019 gebunden.

Ein Interview vom Trainer in der „Bild“ sorgt aber für Unruhe in den Gremien. Wobei Antwerpen in Sachen Transfers nichts Neues fordert. Sein Mantra ist, dass mit einem weiteren defensiven Mittelfeldspieler und einem weiteren Stoßstürmer die Chancen erhöht werden, dass sich der SCP im ersten Drittel der 3. Liga etabliert.

Metzelder kontert

Aber im gleichen Interview darf sich nun gerade Metzelder angesprochen fühlen, der Tenor zwischen den Zeilen dürfte ihm gar nicht passen. Das Anschreiben an den DFB, in dem es um Schiedsrichterleistungen ging, sei nicht mit dem Trainer besprochen worden. Außerdem tue sich wenig bei den Transfers und Vertragsverlängerungen. Metzelders Antwort nach der Partie am Samstag war: „Ein Bewerbungsschreiben ist das nicht vom Trainer. Wir sind wirtschaftlich auf einem guten Weg. Wer nur eigene Interessen vertritt …“

Personalgespräche ab Januar

Metzelder, der Anfang Januar mit Personalgesprächen beginnen will, wenn der Rahmen für die neue Saison erste Formen angenommen hat, nahm in der Pressekonferenz auch die Worte von Antwerpen zur Kenntnis, die vor allem Kapitän Simon Scherder trafen. „Das war kein guter Auftritt von uns. Wir verteidigen es wirklich nicht gut. Die Zuschauerzahl war zudem unerfreulich“, bilanzierte er. Womit er Antwerpen in Teilen bestätigte. Aber, und da hob Metzelder warnend an: „Man muss aufpassen, wie man mit der Truppe umgeht.“ Eine Aussprache auf der Weihnachtsfeier im GOP am Samstagabend dürfte es nicht gegeben haben.

Kommentar: Unruhe beim SCP

Vor genau einem Jahr war die Lage des SC Preußen prekär. Aktuell ist sie das nicht, sportlich liegt der Drittligist als Sechster über Plan, wirtschaftlich sind Klippen umschifft, zudem ist der Stadionumbau beschlossene Sache. Dennoch liegt irgendwas in der Luft. Trainer Marco Antwerpen und Sportchef Malte Metzelder stehen vor einer Bewährungsprobe, vielleicht auch einem Kräftemessen. Antwerpen ist ein kommunikativer Trainer, er spricht gerne Klartext. Kapitän Simon Scherder verpasste er eine schwere Breitseite, gar nicht nett, der Ton wird rauer. Antwerpens Ehrgeiz ist unverkennbar, er traut sich die 2. Bundesliga als Coach zu, vielleicht auch mehr. Nach dem, was er unter den Bedingungen in Münster geleistet hat, kann diese These nur bejaht werden. Die Sache mit dem Ehrgeiz hat aber einen Haken: Es muss schnell gehen, Tempo ist eine wesentliche Triebfeder von Ambitionierten. Antwerpen geht das nicht fix genug mit Transfers, mit der eigenen Vertragsverlängerung oder zumindest einem Angebot – durch Sportchef Metzelder. Top-Spieler wie Martin Kobylanski, René Klingenburg oder Lion Schweers warten auch, ihre Verträge enden im Sommer, vielleicht flattern Winterofferten für sie herein. Und dann? Metzelder ist keiner, der die Öffentlichkeit sucht. Er drischt keine Phrasen, er macht keine impulsiven Versprechungen, ist vorsichtig. So gesehen sind Antwerpen und Metzelder auch Yin und Yang, zwei gegensätzliche Pole. Bislang funktionierte das.

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