Fußball: 3. Liga Dezember-Blues an der Preußen-Kasse – enttäuschender Zuschauerzuspruch

Münster -

Die Zuschauerzahlen sind aktuell etwas enttäuschend beim SC Preußen. Obwohl sich die Mannschaft in der Spitzengruppe behauptet hat, wird der Zuspruch geringer. Der Dezember war allerdings schon immer ein „Problemmonat“.

Von Alexander Heflik
Unter der Woche herrscht auf dem Stadionvorplatz Tristesse, aber auch an Spieltagen hält sich der Andrang beim SC Preußen in recht bescheidenen Grenzen.
Unter der Woche herrscht auf dem Stadionvorplatz Tristesse, aber auch an Spieltagen hält sich der Andrang beim SC Preußen in recht bescheidenen Grenzen. Foto: Oliver Werner

Als die Zuschauerzahl am vergangenen Samstag beim Spitzenspiel der 3. Liga bekanntgegeben wurde, da lief Manchem ein kalter Schauer über den Rücken: nur 5934 Besucher. War das der schon obligatorische Dezember-Blues bei den Anhängern der Adlerträger in Liga drei?

Schon am Montag zuvor beim Flutlicht-Heimspiel gegen Ex-Meister Eintracht Braunschweig war die Kulisse von 8626 Besuchern alles andere als top. Bislang kamen 71.645 Zuschauer zu den neun Heimpartien, durch die magere Kulisse im Heimspiel gegen Halle rutschte der Durchschnittswert unter die 8000er Marke (7961).

„Ich war extrem überrascht“, sagte Sportchef Malte Metzelder, es war keine positive Erfahrung für ihn. Denn: „5934 Zuschauer spiegeln nicht die sportliche Entwicklung wider.“ Der SCP rutschte vom Aufstiegsrang zwei leicht ab, Halle dafür weiter nach oben. Das war ein Spitzenspiel.

Erklärungen für die schwache Resonanz lassen sich schwer finden. „Vielleicht haben wir ein Imageproblem“, sagt Metzelder, und denkt darüber nach, externe Hilfe in diesem Bereich zu holen. Aber auch das sagte der 36 Jahre alte Ex-Profi: „Das Stadion ist nicht gerade sexy.“ Die Abhängigkeit von knapp 9000 nicht überdachten Stehrängen sei gegeben, aber „gegen Halle war das nicht ausschlaggebend“. Es war nicht bitterkalt oder regnete in Strömen. Die Bedingungen waren akzeptabel.

Seit die Preußen in der 3. Liga antreten, war der Dezember aber stets ein schwacher Monat, was die Zuschauerzahlen bei Heimspielen betraf.

► Gegen den Chemnitzer FC kamen im Winter 2011 beim Duell der Tabellennachbarn aus dem Mittelfeld der Liga nur 6160 Besucher. Münster war gerade aufgestiegen.

► In der Saison 2012/13 ging es gegen Burghausen (2:0) und Darmstadt (3:0), 11.769 Fans kamen – aufgeteilt auf zwei Partien, nicht einmal 6000 im Durchschnitt.

► Ausreißer nach oben in der Saison 2013/14, als gegen den MSV Duisburg (2:1) 10.116 Fans kamen, eine Woche später gegen RB Leipzig (0:0) waren es nur noch 6787. Der MSV zog im West-Schlager, brachte eigene Anhänger mit, Leipzig dagegen keine.

► Überraschend gut: Im Dezember 2014 wollten 8023 Zuschauer den VfB Stuttgart II (1:0) sehen.

► Seitdem war nur die Begegnung gegen den SC Paderborn im Dezember 2016 mit 7774 Zuschauern anständig besucht. Gegen Aue (6490), VfB Stuttgart II (6083), Erfurt (6005) oder Chemnitz (6333) strömten die Massen nicht. Das galt sowohl für den Abstiegskampf als auch für Topspiele – im Dezember läuft es nicht an der Kasse.

► Eines der am schlechtesten besuchten Heimspiele war dabei in der Vorsaison am 5. Dezember Münster gegen Großaspach vor nur 4841 Besuchern. Was wiederum ganz gut war, die Preußen unterlagen mit 1:4 kläglich, die Tage von Trainer Benno Möhlmann waren da schon gezählt.

►  Frohe Kunde: Im üblichen Nachlizenzierungs-Verfahren hat der SCP alle notwendigen Unterlagen an den DFB versandt. Nach einem ersten Zwischenbericht „sieht es gut aus“ (O-Ton Metzelder). Der VfL Osnabrück hat bereits positive Abschlusskunde erhalten.

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