Tennis: Ü-35-WM Unions Manon Kruse im dreifachen Goldrausch

Münster -

Drei Titel bei der WM der Tennis-Jungsenioren – mit dieser Ausbeute hätte Manon Kruse in ihren kühnsten Träumen nicht gerechnet. Doch die Zweitliga-Spielerin des TC Union Münster erlebte in Miami zwei Wochen, die sportlich nicht viel besser hätten laufen können – und die unvergesslich bleiben.

Von Henner Henning
Manon Kruse zeigt es an: Ja, drei Mal Gold gewann sie bei der WM der Jungsenioren in Miami – was für eine Ausbeute.
Manon Kruse zeigt es an: Ja, drei Mal Gold gewann sie bei der WM der Jungsenioren in Miami – was für eine Ausbeute. Foto: DTB-Team

Drei Medaillen, einmal Gold im Doppel sowie zwei Mal Bronze im Einzel und mit dem Team, waren die stattliche Ausbeute von Manon Kruse bei den Tennis-Weltmeisterschaften der Jungsenioren 2017 in Kapstadt. Kaum zu toppen, könnte man da denken. Doch das war ein typischer Fall von denkste. Bei den Titelkämpfen 2018 in Miami toppte die Zweitliga-Spielerin des TC Union Münster ihre Bilanz noch einmal, drei golden schimmernde Plaketten baumeln um den Hals der 38-Jährigen,

Diese zwei Wochen in Florida wird Kruse ewig im ­Gedächtnis behalten. Schon Teil eins, der Teamwettbewerb (wir berichteten), verlief herausragend, in dramatischen Partien bezwangen Kruse, ihre Unioner Vereinskollegin Franziska Etzel sowie Nina Stepp (Worms) und Christine Scherl (Coburg) die Niederlande (Halbfinale) und die USA (Endspiel) – Kruse hatte dabei in ihren fünf Matches (vier Einzel, ein Doppel) eine makellose Bilanz.

Erfolgsserie fortgesetzt

Und diese Erfolgsserie setzte sich auch in Woche zwei fort. Mit einer Ausnahme: Im Doppel vergab sie an der Seite der Kanadierin Leigh Bradwell gegen Anda Perianu/Kaysie Smashey (USA) im Viertelfinale zwei Matchbälle. „Die beiden haben später Gold gewonnen. Da wäre also noch mehr möglich gewesen“, sagte Kruse, die dieser ausgelassenen Chance nicht lange nachtrauerte. Sie blieb vielmehr mit dem Fuß auf dem Gaspedal und setzte erfolgreich zur Revanche an. Nach einem Freilos und zwei klaren Siegen gegen die Schwedin Sofia Brun (6:1, 6:1) und die Schweizerin Ilona Somera (6:1, 6:0) schaltete sie ­Perianu im Halbfinale mit 6:1, 6:4 aus, gegen sie bereits im Team-Endspiel in drei Durchgängen gewonnen hatte. Es folgte der zweite Akt der Rehabilitierung, das 6:3, 6:0 gegen Smashey war eine klare Ansage. „Mein Vorteil war, dass ich fit war, auch vom Kopf her“, sagte Kruse.

Titel mit Marc Leimbach

Die Gold-Trilogie rundete die Unionerin im Mixed mit Marc Leimbach (Ratinger TC) ab. Erneut kreuzten sich dabei ihre Wege mit Smashey, die mit Brandon Blankenbaker angetreten war – und dem deutschen Duo beim 6:2, 7:6 (7:4) den Vortritt lassen musste. Das Finale gegen die französische Paarung Magali Girard/Arnaud Magnin war im Anschluss reine Formsache, der 6:2, 6:1-Erfolg war ein klarer.

„Ich bin voll glücklich, zufrieden und stolz. Und wer mich kennt, weiß, dass ich das selten bin“, meinte Kruse. „Ich habe nie damit ­gerechnet, drei Mal Gold zu gewinnen. Der Teamsieg war etwas ganz Besonderes, da geht nichts drüber. Die Stimmung in der ganzen deutschen Mannschaft war super, ich habe viel ­Unterstützung bekommen“, erklärte Kruse, die am Sonntag via Istanbul zurück nach Frankfurt flog. Mit im ­Gepäck: Drei Mal Gold und eine Menge unvergesslicher Erinnerungen.

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