Handball: Frauen-Verbandsliga Anna Klapdor beschert Westfalia Kinderhaus das späte Glück

Münster -

Ein Punkt ist besser, als keiner. Zumal, wenn dieser Zähler erst in letzter Sekunde unter Dach und Fach gebracht wird. Daher war Westfalia Kinderhaus mit dem Last-Minute-Remis auch zufrieden. Eine Spielerin ganz besonders.

Von Michael Schulte
Nervenstark und treffsicher: Anna Klapdor sorgte mit ihrem fünften verwandelten Siebenmeter in der Schlusssekunde für den 25:25-Enstand und den Punktgewinn für Westfalia Kinderhaus.
Nervenstark und treffsicher: Anna Klapdor sorgte mit ihrem fünften verwandelten Siebenmeter in der Schlusssekunde für den 25:25-Enstand und den Punktgewinn für Westfalia Kinderhaus. Foto: Riemenschneider

Ein Spiel ganz nach dem Geschmack der Zuschauer. Tempo über 60 Minuten, weitgehend hohes Niveau, viel Einsatz und Kampf, auch mal Aggressivität und gesunde Härte, das alles unter der Leitung zweier souveräner Schiedsrichter. Als Zugabe auch noch technische Finessen, taktische Schachzüge, reichlich Spannung und Nerven wie Drahtseile. Fast schon logisch, dass sich am Ende alle Beteiligten einig waren: Dieses Spiel hatte keinen Sieger verdient. Also trennten sich die Verbandsligafrauen aus Kinderhaus und Wettringen mit einem gerechten 25:25 (11:13)-Unentschieden.

Die Westfalia-Mädels lagen sich nach dem Abpfiff in den Armen und tanzten im Kreis. Logisch, denn sie hatten erst in der allerletzten Sekunde den Ausgleich erzielt. Durch Anna Klapdor, die Frau ohne Nerven. Die Rückraumspielerin übernahm die Verantwortung, als die Unparteiischen quasi mit dem Abpfiff auch noch einen Strafwurf verhängten. Und den verwandelte Klapdor genauso souverän wie ihre vier Siebenmeter zuvor. „Man muss auch mal Glück haben“, atmete Trainer Florian Ostendorf erleichtert auf, als der Punktgewinn feststand.

Er fand bei seiner Kurzanalyse direkt nach dem Abpfiff nur lobende Worte für sein Team. „Am meisten hat mich beeindruckt, dass wirklich jede meiner Mannschaft alles gegeben hat. Egal, ob auf dem Parkett oder aber auf der Bank. Das war Einsatz zu hundert Prozent.“

Westfalia-Team präsentiert sich als Einheit

In der Tat, die Westfalia-Mannschaft funktioniert. Da wird gemeinsam gejubelt und zusammen gelitten. Aber niemand sucht die Schuld beim anderen oder nimmt sich selbst zu wichtig. Eine gesunde Chemie scheint im Team zu sein, mit der sich noch einiges erreichen lässt. Auch mit dem Handicap, dass es an Linkshändern mangelt und die Rückraumschützen fehlen.

Für Kinderhaus ging es gut los, ehe eine 10:8-Führung zu einem 11:13-Pausenrückstand wurde. Und als Vorwärts nach dem Wechsel plötzlich mit 16:12 vorne lag, da schien die Vorentscheidung gefallen. Aber nicht mit der Westfalia. Da raffte sich wirklich jede auf, da gaben alle alles und plötzlich waren sie wieder dran. Immer auf Tuchfühlung, in den letzten fünf Minuten mit dem taktischen Mittel des siebten Feldspielers. Kinderhaus hatte sich festgebissen und glaubte an sich. Bis zur allerletzten Sekunde.

Tore Westfalia: Klapdor (8/5), Enders (5), Glage (5/2), Schibilla (3), Schwarz (2), Rehorst und Pohlkötter (je 1)

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6166982?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686137%2F2686209%2F2686789%2F