Fußball: Oberliga Gievenbeck wird ganz spät eiskalt erwischt

Münster -

Furioses Finale in Gievenbeck. In der Nachspielzeit hätte Arne Stegt den Oberligisten beinahe in Führung gebracht – er scheiterte am Dortmunder Torhüter. Im Gegenzug gelang den Gäste dann das 1:0.

Von Thomas Austermann
Starke Parade von Nico Eschhaus gegen Kevin Brümmer (Nr. 10). Ganz spät traf der Dortmunder dann doch noch.
Starke Parade von Nico Eschhaus gegen Kevin Brümmer (Nr. 10). Ganz spät traf der Dortmunder dann doch noch. Foto: Peter Leßmann

Die imposante Serie ist dahin: Zum dritten Mal ließ sich der 1. FC Gievenbeck in einem Oberliga-Heimspiel ganz spät ausspielen. Das 0:1 (0:0) gegen den ASC 09 Dortmund fiel in der Nachspielzeit einer gutklassigen Begegnung, die 13 Minuten lang unterbrochen wurde nach Verletzungs-Aus eines Schiedsrichter-Assistenten.

Dass der Siebte dem Sechsten vor 230 Zuschauern noch unterlag, kam unerwartet. Umso bestürzter oder wütender sammelte sich der lange Zeit dominierende Aufsteiger im Kreis. Die Gäste klatschten Keeper Jan Held ab, der mit einer großen Parade gegen den Versuch von Arne Stegt in der Nachspielzeit den einen Punkt gerettet zu haben schien. Dann verlor die FCG-Zentrale den Ball, den Aplerbecker Konter vollendete Kapitän Kevin Brümmer. „Das tut weh gerade“, sagte Trainer Benjamin Heeke und erinnerte sich „an genug Abschlüsse“ seiner Formation, die aber allesamt nicht ins Ziel fanden.

Das 13. Saisonspiel nahm der FCG mit veränderter Formation auf. Urlauber Maximilian Franke wurde durch Thomas Teupen ersetzt. Balz rückte in die Elf, die ohne Nils Heubrock und Christian Keil startete. Trainingseindrücke, so Heeke, gaben den Ausschlag. Die Dortmunder gingen im dritten Spiel unter dem noch punktlosen Neu-Trainer Daniel Sekic direkt aggressiv zu Werke, übten ihr Pressing wirkungsvoll aus. Nach einer Viertelstunde aber und Tristan Niemanns Pfostentreffer wie aus dem Nichts pendelten sich die Kräfteverhältnisse ein – und dann bekam der FCG Übergewicht dank durchdachter Passfolge. Der ASC-Sechser Philipp Rosenkranz hatte Glück, als bereits Verwarnter nach weiteren Fouls auf dem Rasen bleiben zu dürfen. In der Pause wurde er ausgewechselt. Eine feine Kombination von Niemann und Fabian Gerick blieb ebenso ohne Resultat wie ein Konter von Balz oder ein Abschluss von Daniel Geisler.

Der bereits vor der Pause nach einem unglücklichen Schubser eines Gästespielers an der Schulter verletzte Assistent Jan Maßmann musste passen, kaum lief der zweite Durchgang. Spielleiterin Marina Wosniak aus Herne fahndete nach Ersatz. Nach 13-minütiger Unterbrechung ging es weiter mit Keskin Hamza an der Linie, der zuvor das Bezirksligaspiel vor Ort geleitet hatte.

Der ASC stellte sich um, überließ dem Gegner den Ball und suchte die Konterchancen. Zu Abschlüssen kam die Elf, die mit Ball etwas zu produzieren wusste. Gerick war nahe dran am Treffer: Nach idealem Zuspiel von Janes Niehoff spitzelte er den Ball an den Innenpfosten. Dortmunds agiler Stürmer Maximilian Podehl prüfte Keeper Nico Eschhaus – ein paar Mal ging das Konzept der Gäste auf. Robin Wodniok etwa traf aus der Drehung an den Pfosten. So spitzte sich alles zu bis zu den Szenen von Stegt und Brümmer. Der eine traf nicht, der andere schon. „Wenn sich eine Spitzenmannschaft so einen Plan gegen uns zurechtlegt, ist das ja wie ein Lob des Gegners“, sagte Heeke, dessen Elf aus sechs Partien zuvor ohne Niederlage zwölf Punkte geholt hatte, zur Taktik der zweiten Halbzeit. „Aber jetzt haben die drei Punkte mehr als wir. Und das durfte niemals passieren.“

FCG: Eschhaus – Stegt, Teupen, Krasenbrink, Scherr – Altun – Niemann, Geisler, Balz (71. Niehoff) – Töller (84. Canisius), Gerick (90. Keil)

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