Fußball: Landesliga Mit Ruhe und Methodik – der BSV Roxel freut sich auf den SC Münster 08

Münster -

Der BSV Roxel tat sich als Westfalenliga-Absteiger in seinem neuen Umfeld zunächst sehr schwer. Nach sieben sieglosen Spielen legte das Team von Trainer Sebastian Hänsel den Schalter um, gewann viermal in Serie. Jetzt kommt der SC Münster 08.

Von André Fischer
Fußball: Landesliga: Mit Ruhe und Methodik – der BSV Roxel freut sich auf den SC Münster 08
Zurück in der Erfolgsspur: Kapitän Lukas Kintrup und Co. haben nach einem dürftigen Saisonstart vier Spiele in Serie gewonnen.

Ab- und gleichzeitig wieder aufzusteigen ist ein Wunschszenario von Vereinen. Nicht selten entpuppt es sich als Märchen. Beim BSV Roxel waren sie nach dem Gang in die Landesliga darum mehr Realisten als Fantasten. Schuld daran: der neuerliche Umbruch. „So etwas braucht Zeit“, sagt der Sportliche Leiter Gundolf Lorenz. Zeit, die sich Verantwortliche, Trainer und Spieler genommen haben. Und das trotz des ­zwischenzeitlichen Abrutschens auf Tabellenrang 15. Da schrillten keine Alarmglocken. Nein, beim Westfalenliga-Absteiger bewahrten sie Ruhe, analysierten die Dinge neutral methodisch. Die vier jüngsten Siege in ­Serie sprechen für sich.

Rückblick: Der Saison­auftakt beim 2:1 in Bockum-Hövel ist in Ordnung, drei Punkte im Sack. Was dann passiert, ist schwer zu erklären. Sieben sieglose Spiele bringen die Jungs von Trainer Sebastian Hänsel in Abstiegsnot. Der vorläufige Tiefpunkt: das 2:4 in Herbern am achten Spieltag. Für Lorenz eine „Katastrophe“. In der Einheit am Dienstag danach versammelte der Coach seine Jungs um sich – draußen, bei ungemütlichen Temperaturen. Der Anfang für den Neuanfang. „Ich habe der Truppe sachlich meine Beobachtungen mitgeteilt. Es war keine Schärfe drin. Und dann haben wir uns darüber verständigt, was existenziell ist, um Erfolg zu haben. Seitdem läuft es einigermaßen rund“, sagt Hänsel. Irgendwie erleichtert. Wenngleich seine Person nie in Frage stand. „Wir haben dem Trainerteam und auch der Mannschaft immer vertraut. Jetzt zahlen sie es zurück – mit Leistung“, erklärt Lorenz.

Die Initialzündung nach dem offenen Austausch: das 4:0 gegen Tabellenführer GW Nottuln. Der Wahnsinn! Der mit dem 4:3 in Senden nach einem 0:3-Rückstand getoppt wurde. Da gab es kein Halten mehr. Zwei weitere Dreier spülten den BSV bis auf Rang acht. Hänsel glaubt: „Da steckt noch viel mehr drin.“ Das Selbstvertrauen ist zurück. Der Coach hat sein System (3:4:1:2) den Spielertypen angepasst. Vor der präferierten Dreierkette tummeln sich nicht selten vier versierte Mittelfeldspieler, die defensiv und offensiv Akzente setzen können. Und die Linien rauf- und runterlaufen können. Dickens Toka, Sandro Pietsch, Valentyn Yarokha und Leon Willich gehören zu den „Laufwundern“. Wohin die Reise geht? „Mal sehen“, sagt Hänsel, der sich auf das Duell mit dem SC Münster 08 freut. „Da kommt ein Gegner mit einer Riesenqualität.“

Respekt hat auch Nullacht-Coach Mirsad Celebic – und einen gewaltigen Vorrat an Vorfreude: „Das wird ein geiles Spiel, ein geiles Derby. Roxel ist jetzt in der Liga angekommen und spielt das, was sie können. Und das ist eine Menge. Beide Teams haben einen Lauf, ich freue mich riesig.“ Auch auf das möglicherweise entscheidende Bruderduell: Christoph Hunnewinkel hütet das Tor der Nullachter, Bruder Steffen stürmt für den BSV.  

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