Fußball: 3. Liga Preußen Münster gegen 1860 München – auch ein Duell der Torjäger

Münster -

Am Samstag kehrt Adriano Grimaldi, in der letzten Saison noch sowas wie ein Publikumsliebling in Münster, ins Preußenstadion zurück. Doch der Stürmer, der wie ein „Game of Thrones“-Krieger daherkommt, trifft an der Hammer auf einen ebenbürtigen Nachfolger.

Von Alexander Heflik
Wer ist der Bessere im Drittliga-Land? Rufat Dadashov (links) oder Trikottester Adriano Grimaldi?
Wer ist der Bessere im Drittliga-Land? Rufat Dadashov (links) oder Trikottester Adriano Grimaldi? Foto: Jürgen Peperhowe / Frank Hoermann (imago)

In der Fantasy- ­Serie „Game of Thrones“ gibt es den Charakter Khal Drogo. Ein wilder Krieger, der Anführer der Dohtraki, einem Reitervolk aus der Steppe, angsteinflößend. ­Adriano Grimaldi sieht Khal Drogo zum Verwechseln ähnlich mit seinem Bart, den langen Haaren, der körperlichen Präsenz. Und selbst die Art und Weise, wie er für den TSV 1860 München Fußball spielt, ist damit ver gleichbar. Grimaldi, 27 Jahre, vor dieser Saison aus Münster an die Isar gewechselt, ist sofort zum Anführer bei den „Löwen“ aufgestiegen. Die Nummer eins im Sturm: Grimaldi, da muss sich auch der erstligaerprobte Sascha Mölders hinten anstellen.

Am Samstag kehrt Grimaldi, sowas wie ein Publikumsliebling in Münster, ins Preußenstadion zurück. Hier, wo er nach Anlaufschwierigkeiten und auch Verletzungssorgen am Ende mit 71 Drittliga-Partien und 30 Toren Spuren hinterlassen hat. Als der Kontrakt zum Sommer auslief, wollte Grimaldi bleiben. Den Preußen fehlte dazu das Kleingeld, mit jedem Treffer in der Endphase der Saison 2017/18 wurde eine Vertragsverlängerung unwahrscheinlicher.

Duell der Torjäger

Zudem: Münster angelte sich Rufat Dadashov vom Regionalligisten BFC Dynamo aus Berlin. Seine 25 Treffer in 25 Punktspielen waren die Visitenkarte, Nun sollte Dadashov zum einen den Sprung in die 3. Liga schaffen, zum anderen Adriano I. vergessen machen.

Preußen Münster gegen 1860 München wird nun auch – zumindest ein bisschen – das Duell der Torjäger Grimaldi versus Dadashov. Der Neu-Münchener verbuchte für sich vier Treffer und sechs Torvorbereitungen, ein Topscorer. Dada­shov steht ihm mit sechs Toren und einem Assist kaum nach, zudem markierte er sechs Treffer im Westfalenpokal. Diese Fehde kann für die Spannung nicht abträglich sein, dieser Nebenschauplatz dürfte für weiteres Vergnügen sorgen.

„Rufat ist technisch besser“

SCP-Coach Marco Antwerpen hatte beide Stürmer unter seinen Fittichen. Ob das zwei gänzlich unterschiedliche Typen sind, beantwortete er so: „Total. Adi kommt mehr mit Wucht und ist ein guter Torjäger. Rufat ist technisch besser, und auch ein guter Torjäger.“ Viel mehr lässt er sich nicht entlocken, außer: „Wenn wir Adi aus dem Spiel nehmen, und die Rufat, dann sind auf dem Platz noch einige Spieler, die auch Tore schießen können.“

SCP und der verflixte 13. Spieltag...

Seit der Saison 2011/12 spielt der SC Preußen in der 3. Liga, nur einmal stand das Team nach 13 Spieltagen besser da als heute. Hier ein Überblick:

2011/12: Neunter mit 15 Punkten, vier Zähler hinter den Aufstiegsrängen. Abschlussrang: 12

2012/13: Erster mit 28 Punkten und 23:8-Toren. Abschlussrang: 4

2013/14: Nur Rang 14 mit 15 Punkten, Abstiegsgefahr. Abschlussrang: 6

2014/15: Achter mit immerhin 21 Punkten. Abschlussrang: 8

2015/16: Zweiter war der SCP mit 24 Punkten – und schmierte dann ab. Abschlussrang: 9

2016/17: 20. und damit Schlusslicht mit neun Punkten. Grausam, aber die Kurve bekam das Team noch. Abschlussrang: 9

2017/18: Nur Platz 15 mit 13 Punkten, Osnabrück war gar Letzter. Aber in der zweiten Saisonhälfte ging es bergauf. Abschlussrang: 10

2018/19: Zweiter mit 25 Punkten, hört, hört. Und der VfL Osnabrück ist gar Erster. Abschlussrang: ???

Rühles Jubel-Gruß an den Ex-Kollegen

Münsters Tobias Rühle schickte bereits am vergangenen Sonntag beim 2:1-Sieg in Meppen eine Botschaft gen München. Nach seinem Treffer zum 1:0 imitierte er den „Grimaldi-Jubel“, die rechte Hand vor dem Gesicht und den Zeigefinger der linken Hand in den Himmel gestreckt. Hatte der Ex-Preuße in der vergangenen Saison noch einen solchen persönlichen Jubel gesucht, erfand er diesen bei seinen vier Treffern in dieser Saison für den TSV 1860 München.

„Ich habe immer noch einen guten Kontakt zu einigen Spielern in Münster“, verhehlt Grimaldi bei einer Pressekonferenz in München seine Sympathie für die Preußen nicht. Er ging nicht im Streit, der Empfang dürfte am Samstag kein kühler werden. Aber Grimaldi wird sich im Falle eines Tor­erfolges für die „Löwen“ nur dezent zurückhalten: „Wenn ich treffe, dann werde ich auch jubeln. Das ist ja keine Entscheidung gegen Münster, sondern für meinen aktuellen Club.“

► Kartenvorverkauf: Preußen Münster rechnet mit mindestens 11.500 Zuschauern. Von den 13 Zuschauer-Blöcken sind zehn ausverkauft, darunter auch die Gästeblöcke I und J sowie die Haupttribüne. Die Gästekasse öffnet sich am Samstag nicht mehr. Tickets gibt es nur noch für die Ostkurve (Blöcke M, N und O).

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