Fußball: 3. Liga Preußen in Meppen lange bärenstark und am Ende mit Glück

Meppen -

Preußen Münster festigt seinen Status als Spitzenmannschaft der 3. Liga. Sechs Partien ist der SCP nun ungeschlagen, beim SV Meppen gewann der SCP mit 2:1 durch Treffer Tobias Rühle und René Klingenburg. Am Ende musste aber mächtig gezittert werden.

Von Alexander Heflik
René Klingenburg im Zweikampf mit Meppens Nico Granatowski.
René Klingenburg im Zweikampf mit Meppens Nico Granatowski. Foto: Sebastian Sanders

Die Erfolgsserie des SC Preußen hält an. Der Drittligist ließ sich nicht lumpen beim Gastspiel vor 9041 Zuschauer beim SV Meppen und gewann mit 2:1 (0:0). Tobias Rühle (54.) und Rene Klingenburg (57.) stellten die Weichen auf Sieg, sechs Partien ist das Team von Trainer Marco Antwerpen nun ungeschlagen. Am kommenden Samstag kommt nun der Aufsteiger TSV 1860 München ins Preußenstadion, eine fünfstellige Zuschauerkulisse gegen die „Löwen“ dürfte dem Tabellenzweiten gewiss sein.

Der SCP stellte auf einer Position um nach dem 1:0-Heimerfolg über Würzburg, weil Kevin Rodrigues Pires eine Gelbsperre absitzen musste. Dafür feierte Neuzugang Philipp Müller seine Startelfdebüt bei den Preußen.

Die Gäste legten gleich richtig los. Die Startphase, die ersten gut 25 Minuten gehörten der Elf von Trainer Marco Antwerpen. Vor allem Martin Kobylanski hatte einige Einschussmöglichkeiten. Die beste Möglichkeit zur Führung hatte der SCP dann nach 24 Minuten. Ein Konter von Müller eingeleitet, führte über Rühle zu Kobylanski – doch der Ball rollte knapp neben das Tor. Müller gehörte zu den auffälligsten Akteuren bei Münster, auch Moritz Heinrich hatte eine gute Schusschance.

Doch als Meppen notgedrungen zwei verletzungsbedingte Wechsel nach einer halben Stunde durchführen musste, kippte die Partie. Münsters Innenverteidiger mussten mehrfach Brände in höchster Not löschen, der SVM übernahm die Regie. Auch weil beim SCP Klingenburg als defensiver zentraler Mittelfeldspieler zu viele Dinge auf einmal lösen sollte, ihm fehlte Unterstützung. Doch das ging ohne Gegentor aus, weil die Hausherren ihre beste Chance vergaben, als der eingewechselte Marius Kleinsorge aus acht Metern den Ball nicht traf (37.). Keine Tore zur Pause, das Remis ging bei Abpfiff von Schiedsrichter Marcel Gasteier (Lahnstein) in Ordnung.

Wie bestellt und nicht abgeholt standen die Meppener Akteure schon einige Minuten vor Wiederanpfiff auf dem Rasen der Hänsch-Arena. Die Preußen nutzten die Pause dagegen aus. Und forderten prompt Elfmeter, als Rufat Dadashov nach einem Querpass von Müller über die Beine von Meppens Tormann Eric Domaschke (48.) fiel. Schiedsrichter Gasteier pfiff nicht und lag falsch. Auf der Gegenseite muss Keeper Max Schulze Niehues zwei Mal eingreifen, als er bei Schüssen von Deniz Undav und Thilo Leugers seine Klasse beweisen musste und den Rückstand verhinderte (51.).

Dann ging alles ganz schnell zu Gunsten des SCP. Meppens Thilo Leugers spielte einen katastrophalen Rückpass, den Rühle erlief – und Münsters Nummer 11 rannte nicht nur David Vrzogic davon, sondern schloss auch zur Führung eiskalt ab. Keine drei Minuten später bereitete Klingenburg mit einem Querpass das nächste Tor vor, der Ball landete bei Rühle, der flankte nach innen, und Klingenburg war da, um zum 2:0 zu vollenden.

Meppens Antwort folgte erst nach 70 Minuten, als Nico Granatowski Schulze Niehues prüfte. Die Gastgeber waren sichtlich geschockt durch die beiden Gegentore. Zudem hatte der SCP noch einmal in Sachen Aggressivität zugelegt.

Philipp Hoffmann hatte als Joker noch zwei Mega-Chancen (84., 85.), von denen er gerade die erste hätte verwerten müssen. Domaschke aber stand im Weg. Dann in der vierten Minute der Nachspielzeit noch mal das Undenkbare: Kleinsorge flankte, der eingewechselte Neuzugang Nick Proschwitz stieg am höchsten und köpfte das 1:2 (90.+4). Doch damit nicht genug. Im allerletzten Angriff schmiss der SVM noch mal mit aller Macht alles nach vorn. Der Ball landete tatsächlich bei Leugers, der freie Schussbahn hatte und aus acht Metern das Tor nicht traf (90.+5). Puh, durchatmen für die Preußen. Doch sie haben sich ganz oben in der Tabelle festgesetzt. Richtig stark, auch dank der nötigen Portion Glück.

SVM: Domaschke - Kremer, Puttkammer (30. Vrzogic), Vidovic, Amin - von Haacke, Leugers - Granatowski, Tankulic, Wagner (22. Kleinsorge) - Undav (63. Proschwitz)

SCP: Schulze Niehues - Schweers, Kittner, Borgmann - Menig, Müller (50. Scherder), Klingenburg, Kobylanski, Heinrich - Rühle (72. Hoffmann), Dadashov. - Trainer: Antwerpen

Tore : 0:1 Rühle (54.), 0:2 Klingenburg (57.) - Zuschauer : 9041 - Schiedsrichter : Gasteier (Lahnstein) – Gelb: Tankulic, Leugers, Vidovic – Heinrich, Rühle, Klingenburg

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