Stadionpläne stoßen auf unterschiedliches Echo Bösensell zwischen Vorfreude und Furcht

Bösensell/Senden -

Die Stadionpläne des SCP werden kontrovers diskutiert. Während sich im Netz sowohl Befürworter des Umzugs nach Bösensell wie auch Gegner finden, dominiert im betroffenen Ortsteil die Skepsis. Nach der CDU äußern jetzt auch die lokale SPD und die Grünen ihre Ablehnung des Projektes.

Von Dietrich Harhues
Skeptischer Blick auf die Stadion-Pläne: Ex-Preußen-Kicker Rainer Leifken pocht darauf, dass Bösensell ohnehin durch geballten Handel und Gewerbe enorm belastet sei.
Skeptischer Blick auf die Stadion-Pläne: Ex-Preußen-Kicker Rainer Leifken pocht darauf, dass Bösensell ohnehin durch geballten Handel und Gewerbe enorm belastet sei. Foto: Ralf Aumüller

Die Meinungsschlacht tobt noch – in sozialen Netzwerken wie der Sendener Facebook-Gruppe ebenso wie an Stammtischen, am Kassentresen der Geschäfte und innerhalb von Vereinen oder auch Familien: Das Thema Preußen-Stadion schwebt, dem Vereinsadler gleich, über allem. Zum derzeit wohl Gesprächsthema Nummer eins nicht nur in Bösensell hat die Lokalredaktion in die virtuelle Welt geschaut und stichprobenartige Statements eingeholt.

Ob die Online-Kommentare ein repräsentatives Bild ergeben, sei dahin gestellt: Auffällig ist, dass sich durchaus einige Fußballfans finden lassen, die sich auf ein Preußen-Stadion in Bösensell freuen würden. „Welcome SCP“ heißt es dort ebenso wie „Gute Chance für die Region. SCP kann gerne kommen.“

Sorge vor pöbelnden Fans

Bei den Facebook-Posts, die von den Bewohnern des betroffenen Ortsteils stammen, herrscht aber viel Skepsis. Zwar werden dort auch Chancen gesehen, Bösensell zu stärken, wo doch die Infrastruktur (Post, Banken und Co.) bröckelt – die Sorgen nehmen indes eher größeren Raum ein. Vor allem Fans, die über die Stränge schlagen könnten, sind ein Thema.

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Ich kann verstehen, dass sich viele Bösenseller gegen das Stadion aussprechen.

Ex-Preußen-Spieler Rainer Leifken

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Eine zwiespältige Haltung pflegt auch Rainer Leifken, Ur-Bösenseller und Fußball-Urgestein. Auf Anfrage unserer Zeitung betont der Schulrektor, der 1978 bis 1982 für die Adlerträger in der zweiten Bundesliga gekickt hat: „Da schlagen zwei Herzen in meiner Brust.“ Mit dem SCP, dem er „viel verdankt“, sei er weiterhin „eng verbunden“. Leifken würde es auch „begrüßen, mit dem Rad zum Stadion zu fahren“. Schluss­endlich zeigt der Bösenseller Ex-Spieler und langjährige Coach den Preußen für den Standort in Münsters Speckgürtel gleichwohl die rote Karte: „Ich kann verstehen, dass sich viele Bösenseller gegen das Stadion aussprechen.“

„Enorme“ Belastung 

Die Belastung in dem Ortsteil, die von dem geballten Handel und Gewerbe ausgeht, sei ohnehin „enorm“. Mit einer Sport-Arena nähme sie noch weiter zu. Konkret nennt Leifken die Stichwörter Verkehr, Abgase und Lärm. Ein weiterer Aspekt, auf den der Ex-Profikicker pocht: Die Frage der Sicherheit angesichts einzelner Fangruppen, deren Bereitschaft, Randale zu machen, eher zunehme. „Da braucht es ein tragfähiges Konzept, bei dem die Bürger einbezogen werden müssen“, mahnt Leifken. Es müsse „mit offenen Karten gespielt werden“. Woran es bisher hapere. Deshalb begrüßt es der gebürtige Bösenseller, dass die CDU zu einer Info-Veranstaltung für den 28. Oktober geladen hat.

Den Appell der Christdemokraten, bei diesem Thema über Parteigrenzen hinweg an einem Strang zu ziehen, greifen SPD und Grüne auf, ergab die Anfrage unserer Zeitung. Beide Parteien betrachten das Vorhaben ebenso kritisch wie die CDU. „Ich denke, dass wir uns da einklinken“, so Maria Thieme, Ortsvereinsvorsitzende der SPD. Dr. Wilhelm Kraneburg (Grüne) findet das Einberufen einer Info-Veranstaltung für alle Bürger „sehr angebracht“ und „überfällig“.

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