Volksbank-Münster-Marathon 1872 Athleten schaffen es ins Ziel, dazu 1314 Staffeln

Münster -

Zeit, um Bilanz zu ziehen: Am Tag nach dem 17. Münster-Marathon lagen alle Zahlen auf dem Tisch. 400 Starter traten gar nicht erst an, einige mussten aufgeben. Doch im Großen und Ganzen stimmte die Bilanz, das galt auch für die Staffeln.

Von André Fischer
Ein bunter Prinzipalmarkt gefüllt mit begeisterten Menschen – und ein magischer Moment: Justus Kiprotich überquert nach 2:09,27 den Zielstrich.
Ein bunter Prinzipalmarkt gefüllt mit begeisterten Menschen – und ein magischer Moment: Justus Kiprotich überquert nach 2:09,27 den Zielstrich. Foto: Jürgen Peperhowe

Die bunten Fähnchen, die dem Prinzipalmarkt ein Dach geben, sind geblieben. Der Rest vom „Schützenfest“. Der Rote Teppich ist eingerollt, die Absperrgitter sind verschwunden. Der Alltag hat wieder Einzug gehalten in den historischen Stadtkern Münsters im Schatten der Lambertikirche. Der 17. Volksbank-Münster-Marathon ist Geschichte.

Zumindest aus Sicht der aktiven Szene und der Menschenmenge, die den Dauerläufern stundenlang Geleit gab und enthusiastisch zur Seite stand. Wie ein Fels in der Brandung. „Das sind pure Emotionen“, sagt Chef-Organisator Michael Brinkmann, jedes Jahr aus Neue gefesselt. Für ihn und seine Crew beginnt die eigentliche Arbeit unmittelbar nach dem Spektakel. Bis Mittwoch müssen die endgültigen Ergebnislisten dem Verband vorgelegt werden.

Es ist das große Reinemachen, das Brinkmann und Co. auf Trab hält. Wenn am Sonntag zur besten Kaffeezeit der letzte Läufer die Ziellinie überquert, geht es ans Eingemachte. Für die Koordinierung ist der Chef höchstpersönlich zuständig. Selten läuft alles wie aus einem Guss. Ärgerliches gibt es zuhauf. So musste Brinkmann Läufer nachträglich disqualifizieren, weil sie sich von einem Fahrrad haben begleiten und verpflegen lassen. Laut Statuten verboten. Auch ein Babyjogger wurde aus der Wertung genommen. Er soll einen Marathoni leicht verletzt und muss die Streckenkontrollen irgendwie passiert haben. „Wie, weiß ich nicht“, sagt Brinkmann.

Einen interessanten Einblick gibt auch die Statistik. Herr über die Zahlen ist Jürgen Sieme. Er gibt preis, dass von den 2345 gemeldeten Teilnehmern für die Langdistanz 1945 an den Start gingen. 400 weniger, bei denen das Geld anscheinend locker sitzt. Ein Trend, mit dem viele Veranstaltungen zu kämpfen haben. „Die Sportler melden sich relativ früh für diverse Events an und entscheiden dann später, ob sie kommen“, weiß Brinkmann. Vieles hänge auch mit dem Trainingszustand zusammen. Münster ist der erste Marathon nach der Sommerpause.

Von den 1945 Aktiven, die vor dem Schloss am Start waren, erreichten übrigens 1872 das Ziel. 73 stiegen vorher aus. Meist sind es muskuläre Probleme, die den Traum platzen lassen. Dementsprechend war der Einsatz der Rettungskräfte überschaubar. 14 Patienten wurden nach der Erstversorgung zur Weiterbehandlung in Krankenhäuser transportiert. „Das war ein ruhiger Marathon mit optimalen Bedingungen“, sagt Rennarzt Dr. Ralph Schomaker.

Dopintests

Dopingkontrollen waren bislang beim Münster-Marathon kein Thema. Das könnte sich mit dem neuen Streckenrekord von Justus Kiprotich (2:09,27 Stunden) ändern. Auch im Ausdauersport gibt es schwarze Schafe. Die Nationale-Anti-Doping-Agentur (NADA) wird 2019 ein Auge auf Münster haben.

Bei den Staffeln waren im Vorfeld gar 1507 gemeldet, von denen sich 1332 in Bewegung setzten – 1314 finishten. „Ein guter Wert“, wie Sieme meint. Und in diesem Fall ist der finanzielle Aspekt für den Einzelnen nicht selten zu vernachlässigen, weil das Startgeld in vielen Fällen von Unternehmen getragen wird. Könnte schlechter sein.

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