Leichtathletik: 17. Volksbank-Münster-Marathon Kenianischer Doppelschlag auf Münsters Prinzipalmarkt

Münster -

Strahlende Sieger, ein neuer Streckenrekord und 9000 zufriedene Hobbyläufer. Der 17. Volksbank-Münster-Marathon bot am Sonntag einmal mehr alles für Läufer und Läuferinnen aller Geschwindigkeitsklassen.

Von Ansgar Griebel
Beide kommen sie aus Kenia, beide sind 22 Jahre alt – und beide sind Sieger des Münster Marathons 2018: Justus Kiprotich und Sheila Rono. Kiprotich stellte zudem einen neue Bestzeit auf.
Beide kommen sie aus Kenia, beide sind 22 Jahre alt – und beide sind Sieger des Münster Marathons 2018: Justus Kiprotich und Sheila Rono. Kiprotich stellte zudem einen neue Bestzeit auf. Foto: Jürgen Peperhowe

Als hätte er es geahnt: Zwei Tage vor dem Startschuss meldete sich unerwartet Patrick Muriuki bei den Veranstaltern des Volksbank-Münster-Marathons, um hier auf „seiner“ Strecke noch einmal nach dem Rechten zu sehen: Im Jahr 2012 hatte der Kenianer mit seiner Siegerzeit von 2:10,25 Stunden ein kleines Vermächtnis in die Marathon-Chronik ge(b)rannt, das seither unangetastet geblieben war.

Sechste neue Bestmarke beim Traditionsmarathon

Bei der 17. Auflage allerdings wurde es höchste Zeit für die alte Bestzeit: Um fast eine Minute unterbot Muriukis Landsmann Justus Kiprotich die bisherige Bestleistung und knackte gleichzeitig die werbewirksame 2:10-Stunden-Marke. Damit kassierte der 22-Jährige neben 3000 Euro Preisgeld für den Sieg noch einmal 3000 Euro für die mittlerweile sechste neue Bestmarke beim Traditionsmarathon in Münster. Angefangen mit einer soliden 2:25-Stunden-Zeit bei der Erstausgabe im Jahr 2002 hat sich der Münster-Marathon jetzt schrittweise auf veritable Spitzensport-Ebene gesteigert. Schon der letzte Rekord hielt sechs lange Jahre, Kiprotichs 2:09,27 Stunden könnten ähnlich standhaft sein.

Links zu den Ergebnis-Seiten

Ergebnisse des aktuellen Marathons (ab 9.9.2018):

Zu den Live-Ergebnissen 2018 (Einzelläufer)

Zu den Live-Ergebnissen 2018 (Staffel)

Ergebnisse der vergangenen Marathonläufe in Münster:

Zu den Ergebnissen 2002 bis 2017 (Einzelläufer)

Zu den Ergebnissen 2006 bis 2017 (Staffeln)

Gewinner kommen aus dem Läuferland Kenia

Der junge Mann aus Kenia ahnte schon früh, dass dieser Tag ein guter werden könnte. „Nach fünf Kilometern“, so Kiprotich, fühlte sich das alles schon sehr gut an. Dabei musste er sich erst an die „engen Kurven“ und das Pflaster gewöhnen, das Touristen als „historisch“ loben, das dem Läufer jedoch eher „holprig“ schien. Doch dann lief es für Kiprotich, der der Konkurrenz um Minuten enteilte und auf der Zielgeraden auch der Rennuhr ein Schnäppchen schlug.

Was er beim Zieleinlauf mit dem Blick auf die Uhr empfand? „Da habe ich angefangen zu feiern“, gab der Sieger wenige Minuten später so munter zu Protokoll, als könnte er gleich den Marathon dranhängen. Erst nach den ersten Siegerinterviews liefen seine Landsleute James Barmasai (2:11,39 Stunden) und Duncan Koech (2:11,52) ein. Der entthronte Streckenrekordler Patrick Muriuki brachte diesen Lauf nicht zu Ende.

Auch die schnellste Frau kam aus dem Läuferland Kenia. Sheila Rono absolvierte in Münster ihren ersten Marathon und beendete ihr Debüt nach 2:45,46 Stunden gleich als Siegerin.

Alle weiteren Informationen zum Münster Marathon finden Sie in unserem Online-Special .

Detmolder Elias Sansar schnellster Deutscher

Zu diesem Zeitpunkt war auch der eiligste deutsche Läufer längst eingetroffen und verlängerte sein Abonnement auf diese Auszeichnung. 2012 startete der Detmolder Elias Sansar erstmals in Münster, sechs Mal kam er seither als schnellster deutscher Starter ins Ziel. Seine 2;23:45 Stunden reichten auch für Rang acht in der Gesamtwertung. „Es ist in Münster immer so, dass ich die ersten zehn Kilometer brauche, um richtig wach zu werden“, beschrieb der Spätstarter seinen Lauf, der zum Finale hin aber immer mehr Fahrt aufnahm. Auf der zweiten Rennhälfte lief er sich beständig und Position für Position an seine Vorläufer heran, schnappte sich die hoch gehandelten Eliteläufer aus Marokko und Japan, um dann das letzte Rennviertel in knapp 34 Minuten auf die blaue Linie zu trommeln.

Für die Spitzenkräfte war die 17. Auflage des Münster-Marathons längst erledigt, als der letzte der knapp 2000 Finisher noch einmal dreieinhalb Stunden später seine Medaille umgehängt bekam. Auch das ein Erfolg, der das Zeug für eine persönliche Chronik hat.

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