Fußball: 3. Liga Preußen-Trainer Antwerpen sieht einiges zu verbessern und übt Kritik

Münster -

Sechs Punkte und Relegationsplatz drei nach drei Spieltagen – das sieht doch super aus für Preußen Münster. Doch Trainer Marco Antwerpen denkt antizyklisch und mahnt allerlei Verbesserungsmöglichkeiten an. Er kritisiert auch einzelne Spieler deutlich.

Von Alexander Heflik
Ist weiter gesetzt im Mittelfeld bei Preußen Münster: Stammkraft Sandrino Braun (links).
Ist weiter gesetzt im Mittelfeld bei Preußen Münster: Stammkraft San­drino Braun (links). Foto: Jürgen Peperhowe

Für Marco Antwerpen und seine Spieler gab es in dieser Woche keinen Grund, auch nur ein Fitzelchen nachzulassen. Der Sieg beim 1. FC Kaiserslautern (2:1) war toll, die erneute Leistungssteigerung unübersehbar. Aber, so meinte der Coach auch selbstkritisch, es gebe noch viel zu tun.

Falsche Aufstellung gegen Jena

Der 47-Jährige nahm dabei auch sich selbst nicht aus: „Im Spiel gegen Jena haben wir daneben gelegen.“ Gemeint sind er und Co-Trainer Kurtulus Öztürk. Sie hätten die falsche Aufstellung gewählt. Priorität genieße schließlich das „Spiel gegen den Ball“, das habe das von ihnen ausgewählte Team beim 1:2 nicht wie erwartet abgerufen. Antwerpen sagte auch, nach dem Auftritt gegen Kaiserslautern und vor dem Heimspiel am Montag (19 Uhr) gegen die SF Lotte: „Es war ein Fehler von mir, Philipp Hoffmann nicht spielen zu lassen.“

Antwerpen geht in der Nachbetrachtung offensiv mit solchen falschen Entwicklungen um. Er fordert viel, und er stellt positiv fest: „Wir haben uns in jedem Spiel gesteigert.“

Platzhirsche gibt es bei ihm aktuell eigentlich nur in der Mittelfeldzentrale, in der sich Sandrino Braun, René Klingenburg und Kevin Rodrigues Pires gesucht und gefunden haben. Andere stehen da deutlicher in der Pflicht, sie müssen das Trainergespann wieder mehr überzeugen. Beispiele?

Kritik an einzelnen Spielern

„Lion Schweers muss sich steigern. Aktuell ist er zu oft an Toren beteiligt“, sagt Antwerpen über den talentierten Innenverteidiger. Auch ein Gegentor gegen Jena kreidet der Coach ihm an. Startelf-Garantie nach überstandener Verletzung nun gegen Lotte am Montag? Nein, warum auch?

„Rufat Dadashov muss intensiver in die Zweikämpfe gehen, konstant durchlaufen, er muss die Passwege des Gegners noch besser schließen“, erklärt Antwerpen. Es sei ein Anpassungsprozess für den Stürmer, der aus der Regionalliga Nordost von BFC Dynamo kam.

„Tobias Rühle muss sich noch mehr unserem Spiel anpassen, nicht immer ins Dribbling gehen, mehr abspielen“, sagt Antwerpen über den quirligen Flügelstürmer des SCP.

Antwerpen sieht Luft nach oben 

Antwerpen sieht zudem großes Verbesserungspotenzial beim Toreschießen. Was verwundert, denn lediglich Tabellenführer Energie Cottbus sowie Aufsteiger 1860 München haben mit sieben Treffern genau so oft gejubelt wie sein Team. „Das bekommen wir noch nicht so richtig hin.“

Antwerpen hat damit keine große Generalkritik ausgesprochen, sondern vor allem darauf hingewiesen, dass es beim SCP noch so einige Verbesserungsmöglichkeiten gibt. Die Akteure provoziert er damit auch ein wenig, durchatmen unerwünscht, immer Vollgas – aber alles sei im Fluss, der Start in die neue Saison lässt sich gut an.

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