Reiten: DM in Balve
Klimkes Franziskus hat nun offiziell Perspektive

Münster -

Bei den Deutschen Meisterschaften in Balve sind Münsters Reiter ohne Medaille geblieben. Nur knapp verpasste Eva Bitter im Parcours Edelmetall, auch Ingrid Klimke ging im Viereck leer aus – und doch kam die Reitmeisterin mit einem Lächeln aus dem Sauerland zurück.

Sonntag, 10.06.2018, 19:40 Uhr aktualisiert: 11.06.2018, 13:41 Uhr
Ingrid Klimke wurde nach der DM in Balve mit Franziskus in den deutschen Perspektivkader berufen. Foto: dpa

Wenige Tage vor den Deutschen Meisterschaften der Vielseitigkeit in Luhmühlen hat Ingrid Klimke (RV St. Georg Münster) schon einmal die Luft bei nationalen Titelkämpfen geschnuppert. In Balve maß sich die Reitmeisterin mit den deutschen Dressurassen und präsentierte sich mit Franziskus mehr als ordentlich.

Nachdem das Duo bereits am Freitag im Grand Prix den sechsten Platz belegt hatte, wurde es im Special – dort wurden neben der Kür die DM-Medaillen vergeben – mit 72,686 Prozent Achte. Dabei war Franziskus als Zehnjähriger das jüngste Pferd im Wettbewerb und hinterließ offenbar beim Dressurausschuss des Deutschen Olympiade-Komitee für Reiterei großen Eindruck.

Er berief die Münsteranerin mit dem Hengst in den Perspektivkader, zu dem auch ihre Vereinskollegin Anabel Balkenhol mit Heuberger – sie wurden im Special Neunte (71,490 Prozent – weiterhin gehört. In der Kür, in der Sönke Rothenberger mit Cosmo sein zweites DM-Gold gewann, am Sonntag tauschten Klimke und Balkenhol dann die Plätze.

14 Dinge, die Sie über Ingrid Klimke wissen müssen

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  • Kein Aprilscherz: Ingrid Klimke wurde am 1. April 1968 in Münster geboren.

    Kein Aprilscherz: Ingrid Klimke wurde am 1. April 1968 in Münster geboren.

    Foto: Jim Hollander
  • Nach 2000 (Sydney), 2004 (Athen), 2008 (Peking/Hongkong) und 2012 (London) sind die Spiele in Rio ihre fünften.

    Foto: Fazry Ismail
  • Die 48-Jährige ist die Tochter des 1999 verstorbenen Dr. Reiner Klimke, der bis heute der siegreichste Dressurreiter der Welt und einer der erfolgreichsten Sommer-Olympioniken ist.

    Foto: Friso Gentsch
  • 2014/15 gewann sie als erste Deutsche die Gesamtwertung der FEI Classics.

    Foto: Jim Hollander
  • 2012 wurde Klimke das Silberne Lorbeerblatt verliehen, die höchste sportliche Auszeichnung in Deutschland.

    Foto: Michael Kappeler
  • Im Anschluss an ihre Schulzeit machte sie eine Lehre zur Bankkauffrau und begann dann noch ein Lehramtsstudium - um sich dann aber ganz der professionellen Reiterei zu widmen. Mit Erfolg, wie unzählige nationale und internationale Triumphe beweisen.

    Foto: Fazry Ismail
  • Beim K+K-Cup 2012 erhielt Ingrid Klimke den Titel des Reitmeisters - als zweite Frau überhaupt. Die Auszeichnung ist eine der höchsten in der deutschen Reiterei.

    Foto: Friso Gentsch
  • Die Münsteranerin hat mit Stallmanagerin Carmen Thiemann ein der besten ihres Faches in ihrer Crew. 2013 erhielt Thiemann vom Weltreiterverband den „Best Groom Award“.

    Foto: Friso Gentsch
  • Naturgemäß kletterte Ingrid Klimke schon als kleines Mädchen in den Sattel. „Ich konnte eher reiten als laufen“, sagt sie daher oft scherzhaft.

    Foto: Friso Gentsch
  • Ingrid Klimke ist im wahrsten Sinne des Wortes eine Vielseitigkeitsreiterin. Nicht nur in dem hippologischen Dreikampf ist sie Weltklasse, auch in der Dressur siegte sie schon in Prüfungen auf Grand-Prix-Niveau. Dazu gewann sie ebenso im Springparcours Goldene Schleifen.

    Foto: Friso Gentsch
  • Als waschechte Münsteranerin versucht sie, sich jeden Mittwochvormittag freizuschaufeln, um auf den Markt zu gehen.

    Foto: Friso Gentsch
  • Ingrid Klimke ist die Mutter zwei Töchter, die Greta und Philippa heißen. Mit Greta saß eine der beiden bereits in der Pony-Vielseitigkeit erfolgreich im Sattel.

    Foto: Jim Hollander
  • Ingrid Klimke ist zweifache Olympiasiegerin mit der deutschen Equipe (2008/2012). Eine olympische Einzelmedaille aber fehlt ihr noch.

    Foto: Uwe Anspach
  • Ingrid Klimke stand vor den Olympischen Spielen als eine von fünf Athleten zur Wahl, bei der Eröffnungsfeier die deutsche Fahne ins Stadion zu tragen. Am Ende machte Tischtennis-Star Timo Boll das Rennen. Klimke wäre die erste Frau gewesen, die die Disziplin Reiten als Fahnenträgerin vertreten hätte.

    Foto: Michael Kappeler

Dante neu im Stall

Abseits der Titelkämpfe ging Klimke zudem im Richard-Wätjen-Gedächtnispreis für acht- bis zehnjährige Nachwuchs-Grand-Pferde in den Parcours. In der Finalprüfung, einem Kurz-Grand-Prix sattelte sie erstmals Dante, der seit kurzem bei ihr im Beritt ist. Mit dem zehn Jahre alten Wallach, den ihr die Russin Elena Knyaginicheva zur weiteren Ausbildung anvertraut hat, wurde Klimke hinter Hubertus Schmidt mit Escorial und Rothenberger mit Santiano Dritte.

Knapp an einer DM-Medaille vorbei ritt Eva Bitter. In der Wertung der Springreiterinnen wurde sie nach einem Abwurf im letzten Umlauf mit Prieure Vierte – eine Nullrunde hätte den Sieg bedeutet, den sich nach zwei Vizemeisterschaften am Stück nun endlich Angelique Rüsen mit Reavnir sicherte.

Baackmann steigt aus

In der offenen Meisterschaft war Jens Baackmann (RV Albachten) davon weit entfernt. Nach zwölf Strafpunkten strich er mit Carmen schon nach den beiden ersten Umläufen die Segel. Bis zum letzten Ritt dabei waren dagegen Lars und Gerrit Nieberg (RV St. Hubertus Wolbeck). Dabei verpasste Sohn Gerrit im zweiten Umlauf der zweiten Wertungsprüfung nach zwei Abwürfen mit Quibelle de la coeur eine bessere Platzierung als Rang 17. Direkt davor reihte er sich mit Contagio ein, Vater Lars kam mit Foster beim Sieg von Mario Stevens auf Rang zwölf.

In der Finalprüfung zu Deutschlands U-25-Springpokal 2018 lief es für Gerrit Nieberg besser. Als Fünfter qualifizierte er sich noch für das Finale der Serie, das während des CHIO in Aachen ausgetragen wird.

Klimkes Medaillen bei Championaten

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  • klimke 2005

    Die erste Medaille von Ingrid Klimke bei Championaten gibt es 2005 im britischen Blenheim. Im Sattel von Sleep Late feiert sie mit Bronze ihren bis dahin größten Erfolg.

    Foto: dpa
  • Ein Jahr später glänzt es golden. Bei den Weltreiterspielen in Aachen siegt Klimke mit der deutschen Mannschaft, zu der noch Bettina Hoy (2.v.r.), Hinrich Romeike (r.) und Frank Ostholt gehören. Damals sattelte die Münsteranerin Abraxxas.

    Foto: dpa
  • Aber es kam noch besser für die Reitmeisterin. 2008 war Klimke, die erneut Abraxxas gesattelt hatte, mit dem deutschen Team nicht zu schlagen - Olympia-Gold in Hongkong als vorläufige Krönung.

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  • Auf dem Sprung zum nächsten Triumph: Mit Abraxxas steuert Klimke ihren Teil zum EM-Sieg der deutschen Equipe 2011 in Luhmühlen bei.

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  • Olympische Spiele in London: An der Mannschaft von Bundestrainer Hans Melzer führt auch in der britischen Hauptstadt kein Weg vorbei. Mit dabei ist auch Ingrid Klimke wieder, die mit Abraxxas ihr zweites Gold bei der wichtigsten Sportveranstaltung der Welt gewinnt.

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  • Ein Gruß der doppelten Medaillengewinnerin: 2013 bei der EM in Malmö komplettiert Klimke ihre Edelmetall-Sammlung. Im Sattel von Escada gibt es Silber in der Einzelwertung, dazu wanderte ein weiteres Team-Gold in ihren Stall.

    Foto: dpa
  • Hoch die Hufe: Bei der WM 2014 in der Normandie gehört Ingrid Klimke mit Escada zur deutschen Auswahl - und die gewinnt einmal mehr Gold. 

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  • Bitte recht freundlich, es winkt der Team-Europameister: Mit Dirk Schrade (l.), Michael Jung (M.), Sandra Auffarth und Bundestrainer Hans Melzer (r.) jubelt Klimke (im Sattel von Hale Bob) 2015 über den Sieg im britischen Blair Castle.

    Foto: dpa
  • Silber-Blick: Ingrid Klimke studiert in Rio de Janeiro den abschließenden Parcours. Am Ende gibt es für die Reiterin des RV St. Georg Münster Team-Silber, erneut hatte sie ihr Pferd Hale Bob gesattelt.

    Foto: dpa
  • Endlich am Ziel: Im polnischen Strzegom gewinnt Klimke mit Hale Bob die EM-Einzelwertung. Emotionale Momente, bei denen auch Tränen fließen. "Meine erste Goldmedaille als Einzelreiterin ist etwas ganz Spezielles und war ein Traum von mir", sagte Klimke damals.

    Foto: dpa
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