Fußball: 3. Liga Die große Preußen-Bilanz – Menig ist der Dauerbrenner

Münster -

Zeit, um Bilanz zu ziehen. 38 Spieltage sind rum, die Preußen haben die Drittliga-Saison auf dem zehnten Platz beendet. Alles gesagt? Vielleicht das Wesentliche, aber es gibt noch viele statistische Details, die Interessantes zu Tage fördern.

Von Thomas Rellmann
Bild mit Symbolcharakter: Ex-Physiotherapeut Matthias Haase (l.) und Mannschaftsarzt Dr. Cornelius Müller-Rensmann müssen Fabian Menig mit Turban vom Platz geleiten. Doch auch mit einer Platzwunde hielt der Außenverteidiger durch.
Bild mit Symbolcharakter: Ex-Physiotherapeut Matthias Haase (l.) und Mannschaftsarzt Dr. Cornelius Müller-Rensmann müssen Fabian Menig mit Turban vom Platz geleiten. Doch auch mit einer Platzwunde hielt der Außenverteidiger durch. Foto: Jürgen Peperhowe

Teil eins ent­täuschend, Teil zwei wesentlich besser. So lässt sich die siebte Drittliga-Saison der Preußen zusammenfassen. In statistischen Details finden sich dann aber doch immer noch interessante Ansätze.

► Auswärtsschwäche? Diese leisteten sich die Preußen gefühlt über viele Monate lang. Doch aus der Fremde kamen sie häufiger mit als ohne Punkte zurück. Neun Niederlagen stehen jeweils fünf Siege und Unentschieden gegenüber. Das ist der elftbeste Wert der Liga. Zu Hause sieht es genau andersrum aus mit neun Erfolgen und fünf Pleiten wie Remis, was dort Rang zehn ergibt.

► In der Hinrunde holte der SCP 18, in der Rückrunde fast doppelt so viele Punkte (34). Damit ist fast alles gesagt. Vier Siegen bis Weihnachten stehen satte zehn danach gegenüber.

► Der Dauerbrenner heißt, wen wundert’s, Fabian Menig. Der „Eisenmann“ verpasste nur ein Spiel – gelbgesperrt. Sonst stand er immer in der Startelf. Auch Tobias Rühle kam auf 37 Partien, dabei aber neun Mal von der Bank. 36 Mal war Martin Kobylanski dabei, 33 Mal Philipp Hoffmann, 32 Mal Jeron Al-Hazaimeh, genaun wie Lion Schweers. Sandrino Braun verpasste in der Rückserie keine Sekunde – bis zum Samstag in Großaspach, als er gesperrt war. In Minuten liegt Menig (3246) vor Schweers (2818), Rühle (2573), Kobylanski (2500) und Grimaldi (2473). Kurzarbeiter waren Luca Steinfeldt (24 Minuten), ­Justin Steinkötter (28) und Julian Conze (72).

► Zusammen kamen Adriano Grimaldi (22) und Kobylanski (17) auf 39 Scorerpunkte. Nur Paderborn, Magdeburg und Unterhaching hatten gefährlichere Duos im Angebot. Der Kapitän wurde mit 15 Treffern in 32 Spielen Siebter der Torjägerliste, der Pole mit zehn Erfolgen 19. dieses Rankings. Die beiden waren auch die Top-Vorbereiter. Kobylanski legte sieben Mal, Grimaldi sechs Mal auf. Rühle kommt auf fünf Assists. Platz drei der internen Torjägerliste teilen sich Michele Rizzi und Simon Scherder (je fünf).

► Fünf Elfmeter bekamen die Preußen zugesprochen. Einen verwandelte Rizzi, drei Kobylanski, der gegen Osnabrück auch den einzigen vergab.► Ole Kittner kassierte die meisten Gelben Karten (acht). Auf sechs kamen Grimaldi, Rizzi und Hoffmann. Auch Al-Hazaimeh, Braun, Kobylanski und Menig mussten einmal zusehen.

► Keeper Max Schulze Niehues und Braun, die beide in der Hinrunde keine Rolle spielten, weisen mit 2,9 die beste Durchschnittsnote auf. Knapp dahinter folgen die vier Innenverteidiger Scherder (3,0), Kittner, Lion Schweers und Sebastian Mai sowie Grimaldi (alle 3,1). Tobias Warschewski und Jannik Borgmann kommen zwar auch auf eine 3,0, hatten aber zu wenig bewertete Partien. Der Gesamtschnitt aller liegt bei 3,3.

► Der meistgefragte Joker war Al-Hazaimeh mit 16 Einwechslungen. Ihm folgen Lennart Stoll (14) und Moritz Heinrich (13). Vom Feld genommen wurden am häufigsten Kobylanski (20 Mal), Hoffmann (18 Mal) und Rühle (16 Mal). Nicht einmal runter musste in 32 Partien Schweers. Braun erwischte es nur einmal.

► Drei Platzverweise kassierte Münster in 38 Partien. Scherder und Stéphane Tritz sahen jeweils die Ampelkarte, Mai flog am vorletzten Spieltag gegen Lotte als Einziger mit glatt Rot. Nimmt man die 74 Gelben Karten hinzu, belegt der SCP den guten sechsten Platz in der beliebten Fairness-Wertung.

► 126.432 Zuschauer besuchten das Stadion an der Hammer Straße. Das ­ergibt einen Schnitt von 6654 pro Spiel und damit den schlechtesten Wert in sieben Drittliga-Jahren. Hinter Magdeburg, Rostock, Karlsruhe, Paderborn, Osnabrück und Meppen bedeutet das immerhin Rang sieben.

► In der „Ewigen Tabelle“ der 3. Liga haben sich die Münsteraner nach ihrer siebten Spielzeit auf Rang fünf vorgearbeitet und den VfB Stuttgart II sowie Jahn Regensburg hinter sich gelassen. Erster ist mittlerweile der SV Wehen Wiesbaden vor RW Erfurt, dem VfL Osnabrück und der SpVgg Unterhaching, die zwölf Zähler vor dem SCP liegt.

► Grimaldi ist mit 43 Treffern in 137 Drittliga-Partien inzwischen 19. der Rekord-Torjägerliste. Einen Elfmeter hat der 27-Jährige übrigens noch nie verwandelt.

► In der abgelaufenen Saison feierten die Preußen den höchsten Sieg ihrer Drittliga-Zeit, nämlich Ende Januar ein 5:0 über Absteiger Erfurt. Aber auch die meisten Gegentreffer in einem Spiel ließen sie 2017/18 zu – Ende Oktober beim 2:6 in Wiesbaden. Es war gleichzeitig das torreichste Match mit Beteiligung der Münsteraner.

► Auch Rizzi schrieb in dieser Saison Geschichte. Beim 4:2 in Bremen Anfang Fe­bruar gelangen ihm vier Treffer. Das hatten vor ihm zwar schon fünf andere Profis in der 3. Liga geschafft, aber keiner von ihnen war eingewechselt worden.

► Insgesamt 27 Akteure setzten die Trainer Benno Möhlmann und Marco Antwerpen, die sich die Saison 50:50 teilten, ein.

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