Boxen: Bronze für Münsteraner Salah Ibrahim schreibt bei U-22-Europameisterschaft Geschichte

Münster -

Verloren und doch Bronze gewonnen: Salah Ibrahim kann sich über die Ostertage über ein Trostpflaster in Form von Edelmetall freuen. Das 20-jährige Talent des BC Münster 23 musste sich bei der U-22-Europameisterschaft im rumänischen Târgu Jiu am Samstag zwar seinem Gegner Sarhil Alakhverdovi aus Georgien geschlagen geben. Aber die Medaille in der Klasse bis 49 Kilogramm war ihm sicher – im Boxen genießen beide Halbfinalisten diesen Luxus.

Von André Fischer
Boxen: Bronze für Münsteraner: Salah Ibrahim schreibt bei U-22-Europameisterschaft Geschichte
Salah Ibrahim im Ring. Foto: Witters

Sein Verein dürfte ihm und auch seinem Bruder Tarik in der kommenden Woche einen besonderen Empfang bereiten. Für den Club ist es der größte Erfolg in der 95-jährigen Historie.Was für eine Woche für die Ibrahims. Tarik hatte einen imposanten Einstieg ins Turnier, setzte zum Auftakt in der Klasse bis 52 Kilogramm den Georgier Nodari Darbaidze mit 4:1 matt. Und erklärte: „Ich kann noch besser boxen. Das war nicht wirklich gut.“ Worte, denen im Viertelfinale zunächst Taten folgten.

Trainer wirft Handtuch

Nach Punkten wähnte er sich im Kampf gegen den zweimaligen Europameister Daniel Asenov aus Bulgarien nach drei Runden vorne. Gab alles, und ging vielleicht doch ein zu großes Risiko ein. Zweimal wurde er angezählt, dann schmiss sein Trainer das Handtuch. „Das ist nicht optimal gelaufen. Aber daraus lerne ich. Ich nehme eine ganze Menge mit von dieser Europameisterschaft“, sagt der 22-Jährige. Der verspricht: „Jetzt werde ich noch härter arbeiten.“Daumendrücken hieß es dann für seinen Bruder Salah. Der hatte im Viertelfinale wenig Mühe mit dem Rumänen Floriz-Laurentin Balteanu. Das erste Ziel war erreicht. Aber das Ziel der Träume noch längst nicht. „Ich wollte unbedingt ins Finale“, verrät der jüngere der Ibrahim-Brüder. „Wenn du schon in den Ring gehst, willst du das Maximum.“ Da wird kein Gedanke daran verschwendet, bereits eine Medaille im Koffer zu haben. Nein, wer soweit kommt, der will nach Gold greifen.

Sport-Geschichte geschrieben

Es dauerte aber nur zwei Runden, dann wurde Salah jäh aus seinen Träumen gerissen. Vorzeitig endete das Duell mit Alakhverdovi, „Ich wollte zu viel, bin in ihn reingelaufen und habe meine Deckung vernachlässigt“, sagt Salah Ibrahim. Frustriert. Klar, der ganz große Wurf war so greifbar nah. Mit etwas Abstand überwiegt dann aber doch der Stolz ob des Erreichten. Geschichte hat er geschrieben dieser junge Mann.Am Ostermontag geht es von Bukarest aus zurück in die Heimat. Zwei, drei Tage werden die Ibrahims ihre Füße hoch- und die Hände stilllegen. Dann steigen sie wieder ins Training ein. Vom 20. bis 23. Juni steigt der 45. Chemiepokal in Halle an der Saale. Das nächste Kräftemessen – und die nächste Herausforderung.

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