Fußball: Bezirksliga Westfalia-Sturmduo Liszka und Knemeyer besitzt eine Torgarantie

Münster -

Für Westfalia Kinderhaus geht es am Saisonende wohl hoch in die Landesliga. Der Höhenflug ist auch eng verbunden mit zwei treffsicheren Angreifern. Einmal der Vollblutstürmer Mike Liszka und zudem der umgeschulte Moritz Knemeyer.

Von Wilfried Sprenger
In vorderster Linie fühlt sich Mike Liszka wohl – 19 Treffer sind ein guter Beleg für seine Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor.
In vorderster Linie fühlt sich Mike Liszka wohl – 19 Treffer sind ein guter Beleg für seine Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor. Foto: fotoideen.com

Wenn Meisterschaften wirklich in der Abwehr entschieden würden, hätte Westfalia Kinderhaus vielleicht ein Problem. Aktuell haben mit dem SV Wilmsberg (20 Gegentore) und dem SC Altenrheine (22) jedenfalls zwei Konkurrenten bessere Werte als der Primus (25) der Bezirksliga. Aber dem Sturm und Drang der Münsteraner ist dann doch niemand gewachsen. Mit 82 Treffern hat die Westfalia öfter getroffen als Gievenbeck II, Hauenhorst und Wolbeck zusammen. Exakt die Hälfte der Ausbeute teilt sich das Traumpaar der Torfabrik: Moritz Knemeyer (22 Tore) und Mike Liszka (19). „Beide sind ehrgeizig, laufstark, kreativ und durchschlagskräftig“, sagt Trainer Marcel Pielage. Was ihm besonders gefällt: „Sie sind nicht egoistisch, sondern spielen ab, wenn ein Mitspieler besser postiert ist.“

So geschehen am Sonntag beim 9:1-Erfolg über den Achten Teuto Riesenbeck. Als Knemeyer, 28, angehender Mediziner, die Chance zum sechsten (!) Tagestreffer hatte, ermöglichte er Liszka, 22, Altenpfleger, das Tor zum 9:1. „Ich hatte ja schon fünf, das war nun wirklich genug“, erklärte Knemeyer später.

Der aktuell erfolgreichste Stürmer der Liga ist ein Ur-Kinderhauser mit Intermezzo beim 1. FC Gievenbeck. Viele Jahre regelte der bekennende BVB-Fan die Dinge als Sechser im defensiven Mittelfeld. Pielage, der die Westfalia im vergangenen Sommer übernahm, schob ihn weiter vor. „Wir haben das probiert, es greift wunderbar“, urteilt der Coach.

Liszka spielt nach Engagements beim SC Preußen (A-Junioren), Gievenbeck und beim BSV Roxel seine erste Saison in Kinderhaus. Im Beruf hat er jede zweite Woche Spätdienst, das lässt eine durchgängige Teilnahme am Training nicht zu. Bei der Westfalia haben dafür alle Verständnis. „Der Trainer und ich sprechen immer alles ab. Ich fühle mich sehr wohl im Verein“, so Liszka.

Das gilt für Knemeyer schon sehr lange. Nach vielen guten Plätzen in den vergangenen Jahren holt er mit der Westfalia jetzt zum großen Wurf aus. Den Plan des Trainers nennt er „überragend, unser Spiel hat immer einen roten Faden“. Anstrengungen nimmt er dafür gern in Kauf: „Wir laufen hoch und ständig an. Manchmal bin ich froh, wenn Halbzeit ist. Danach geht es dann aber wieder.“

Knemeyer und Liszka – das ist für Kinderhaus natürlich nicht „die halbe Miete“. Aber ein doppeltes Pfund, mit dem der souveräne Spitzenreiter wuchern kann. Die „Knipser“ verstehen sich und schätzen einander. „Ich kenne Mike seit Jahren als bulligen Top-Stürmer mit großem Durchsetzungsvermögen. Er lässt ganz selten eine Chance liegen“, so Knemeyer über Liszka. Der Jüngere gibt die Komplimente gern zurück: „Moritz hat eine krasse Dynamik und ist ein richtiges Kopfball-Ungeheuer. Zudem habe ich es noch nie erlebt, dass ein Spieler in einer Partie fünf Tore erzielt.“

In dieser Saison gewinnt auch die Offensive ein bisschen die Meisterschaft in der Bezirksliga. Niemand hat wirklichen Zweifel daran, dass Kinderhaus den ersten Platz ins Ziel bringt. Dass die Westfalia nicht nur erfolgreich ist, sondern dazu sehr attraktiv Fußball spielt, ist ein Verdienst des Trainers. Pielage lenkt die Dinge unaufgeregt und bleibt auch in (den wenigen) schwierigen Situationen ruhig. „Man muss die Jungs auch mal machen lassen. Wenn ich ständig eingreifen würde, würde ich ihnen die Kreativität nehmen“, sagt er.

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