Fußball: 3. Liga
Simon Scherder lässt Preußen Münster tief durchatmen

Münster -

Eigentlich sollte Simon Scherder Adriano Grimaldi nur als Kapitän ablösen, aber weil es sich gerade anbot, übernahm er auch dessen Job als Torschütze. Der Treffer des Ur-Preußen gegen die Würzburger Kickers war der erste Heimtreffer im neuen Jahr – und reichte für den ersten Dreier in 2018.

Freitag, 26.01.2018, 21:08 Uhr aktualisiert: 26.01.2018, 21:42 Uhr
Dabei und mittendrin: Simon Scherder krönte sein Debüt als Kapitän in der Liga-Startelf der Preußen mit dem wichtigen Treffer zum 1:0. Die Mannschaft fand sich schnell zum Gratulieren beim Kapitän ein. Foto: Jürgen Peperhowe

Dieses Spiel, dieses Resultat benötigte Preußen Münster so dringend. Die ersten Früchte der neuen Trainer-Philosophie sind im Sack, Marco Antwerpen holte bei seinem Liga-Heimdebüt ein eminent wichtiges 1:0 (1:0) gegen die zuvor sieben Mal in Serie erfolgreichen Würzburger Kickers. Das wird auch die Konkurrenz notieren. Einmal kurz durchatmen – dann kommt am Dienstag bereits RW Erfurt zum Nachholspiel. Und das wird ebenso wichtig.

Die Gäste liefen allein personell in Galabesetzung auf, da war viel Drittliga-Klasse mit Zweitliga-Erfahrung gemischt. Die auf dem Papier etwas vorsichtigere Grundhaltung des SCP war auch eine Antwort auf die geballte Offensivpower des Tabellenzehnten mit sechs nach vorne orientierten Akteuren.

22. Spieltag - Saison 2017/18: Preußen Münster - Würzburger Kickers

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  • Kurze Orientierungslosigkeit: Wo ist der Ball...?

    Der goldene Treffer: Simon Scherder trifft zum 1:0 gegen Würzburg.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Fast schon kniend drückte der SCP-Kapitän das Leder mit dem Hinterkopf ins Tor.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • SCP-Coach Marco Antwerpen gibt Anweisungen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Sandrino Braun (l.) im Duell mit dem Ex-Preußen Felix Müller.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Ein alter Bekannter: Der ehemalige SCP-Stürmer Marco Königs (l.) verliert hier einen Zweikampf gegen Simon Scherder.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Marco Antwerpen und Schiri Robert Kampa in der Diskussion

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Ausgelassener Torjubel von Simon Scherder nach dem Tor des Tages.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Grenzenlose Freude bei den Mitspielern...

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Torschütze Simon Scherder (M.) nimmt die Glückwünsche der Kollegen entgegen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Im Zweikampf: Danilo Wiebe gegen Simon Skarlatidis

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Es folgen weitere Impressionen vom Spiel...

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • 22. Spieltag - Saison 2017/18: Preußen Münster - Würzburger Kickers Foto: Jürgen Peperhowe
  • 22. Spieltag - Saison 2017/18: Preußen Münster - Würzburger Kickers Foto: Jürgen Peperhowe
  • 22. Spieltag - Saison 2017/18: Preußen Münster - Würzburger Kickers Foto: Jürgen Peperhowe
  • 22. Spieltag - Saison 2017/18: Preußen Münster - Würzburger Kickers Foto: Jürgen Peperhowe
  • 22. Spieltag - Saison 2017/18: Preußen Münster - Würzburger Kickers Foto: Jürgen Peperhowe
  • 22. Spieltag - Saison 2017/18: Preußen Münster - Würzburger Kickers Foto: Jürgen Peperhowe
  • 22. Spieltag - Saison 2017/18: Preußen Münster - Würzburger Kickers Foto: Jürgen Peperhowe
  • 22. Spieltag - Saison 2017/18: Preußen Münster - Würzburger Kickers Foto: Jürgen Peperhowe
  • 22. Spieltag - Saison 2017/18: Preußen Münster - Würzburger Kickers Foto: Jürgen Peperhowe
  • 22. Spieltag - Saison 2017/18: Preußen Münster - Würzburger Kickers Foto: Jürgen Peperhowe

Doch das war eben nur die nominelle Ausgangslage. In Wahrheit rissen die Hausherren das Kommando an sich. Mutig, ideenreich, bissig. Nach einem Chip von Jeron Al-Hazaimeh tauchte Tobias Rühle schon frei vor dem Kasten auf, legte aber noch mal auf Martin Kobylanski ab, dessen Abschluss Maximilian Ahlschwede auf der Linie klärte (14.). Auch ein Schuss von Philipp Hoffmann (16.) war gefährlich. Mit der Zeit aber überließ Münster dem Gegner mehr und mehr vom Feld, blieb zwar aggressiv, allerdings auf Kosten vieler Fouls.

Das Tor des Tages

Ole Kittner weckte seine Farben mit einem Kopfball nach Rühle-Flanke wieder (27.). Da ging die Kugel noch knapp drüber. Fünf Minuten später brachte Kobylanski eine erneute Ecke scharf vors Tor und Sandrino Braun einen Aufsetzer zu Simon Scherder, der fast kniend das Leder mit dem Hinterkopf ins Eck drückte (32.). 1:0 – eine kleine Explosion im ansonsten eher leisen Rund, in dem die aktive Fanszene erneut als Protest gegen die Ausgliederung stumm blieb.

Einzelkritik: Preußen Münster - Würzburger Kickers

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  • Spielernoten_960x640mm_image_1024_width Foto: Jürgen Peperhowe
  • Torwart Nils Körber - Note 4:

    Er hatte nicht so viel zu tun, trotzdem mit der einen oder anderen Unsicherheit. Strahlt nicht die Souveränität aus, die man von einem Keeper erwartet. Am Ende aber ohne Gegentor, ein kleiner Schritt nach vorn für ihn aus dem Formtief.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Innenverteidiger Simon Scherder - Note 2:

    Hinten einer der drei Türme in der Schlacht im Kampf um Mittelerde. Vorne zur Stelle, als ein Torjäger gefragt war. Nie war Simon Scherder wertvoller für den SC Preußen als heute.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Innenverteidiger Lion Schweers - Note 2,5:

    Er hielt den Laden hinten unaufgeregt dicht. Schweers blüht unter Antwerpen auf, so ist er eine feste Größe im Deckungsverband.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Innenverteidiger Ole Kittner - Note 3:

    Er machte sein Zeug, trug seinen Teil zum Heimsieg bei. Auch er lieferte das, was man von einem routinierten Abwehrakteur in solch einer Partie erwartet.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Rechtes Mittelfeld Fabian Menig, Note 3:

    Er warf sich mit allem rein, was er hat. Kämpfte, grätschte, rackerte - vor allem in der heißen Schlussphase ein Spieler, auf den man sich verlassen konnte. Offensiv, wie immer, mit Luft nach oben.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Linkes Mittelfeld Jeron Al-Hazaimeh - Note 3,5:

    Man merkt ihm noch an, dass er lange nur zweite Wahl war. Ihm fehlt in einigen Aktionen das Timing, wagt viel und ist dabei ab und an überhastet. Aber als verrückter Typ ein Gewinn, so werden aus schnarchigen Preußen wildere Adlerträger. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeldspieler Sandrino Braun - Note 2:

    Er erfüllte mehr als nur zuverlässig seinen Job vor der Abwehr. Er ist der vielleicht größte Gewinner des Trainerwechsels, räumt unauffällig in Zweikämpfen auf. Gibt nur selten klein bei, könnte aber noch spielerisch zulegen - allerdings auf diesem Rasen ist Fußballspielen nur schwerlich möglich.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeldspieler Danilo Wiebe - Note 3:

    Er hatte Schwächen im Passspiel, korrigierte aber die meisten seiner Fehler selbst - das spricht für den zentralen Mittelfeldakteur. Aktuell scheint es mit Wiebe und Braun in den zentralsten Funktionen zu passen, wer hätte das erwartet?

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeldspieler Philipp Hoffmann - Note 3,5:

    Er hatte zum Ende der ersten Halbzeit seine besten Szenen, muss aber für noch mehr Gefahr mit seinen Flankenläufen sorgen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeldspieler Martin Kobylanski - Note 3:

    Mit der auffälligste Münsteraner vor der Pause. Versteckte sich nicht, riskierte einiges, nahm Fehler in Kauf. Nach der Pause kaum noch zu sehen.  

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Stürmer Tobias Rühle - Note 3:

    Er war in seinem üblichen Modus aus Sprints, Zweikämpfen, Dribblings und Bodenhaftung. Was ihm weiter fehlt? Der Punch beim Abschluss.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Einwechselspieler Lucas Cueto - keine Note:

    Er ersetzte Kobylanski. Läuferisch stark, aber ohne viele Szenen vor dem gegnerischen Tor.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Einwechselspieler Adriano Grimaldi - keine Note:

    Er kam für Philipp Hoffmann. Beeindruckte sofort seine Gegner, vergab aber gleich zwei Mal das 2:0. An seiner Chancenverwertung muss der Kapitän weiter intensiv arbeiten, da hat er Nachholbedarf.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Einwechselspieler Michele Rizzi - keine Note:

    Er brachte im Mittelfeld mehr Stabilität als Ersatz für Rühle. Wobei Rizzi auch eine andere Rolle inne hatte. Bei zwei, drei Kontern mit der richtigen Ideen - aber schlechter Ausführung.

    Foto: Jürgen Peperhowe

Egal, diese Führung war erst mal Gold wert und verdient. Würzburgs Vorteile waren nur von kurzer Dauer und erbrachten nie Zwingendes. Hoffmann hatte sogar noch eine Großchance (45.+1), während Patrick Göbel mit dem Pausenpfiff die erste Kickers-Gelegenheit besaß (45.+2). Eigentlich alles rosig für die Gastgeber. Wären da nicht die Kleinkriege mit dem zeitweise merkwürdig pfeifenden Referee Robert Kampka gewesen. Da steckte eine Menge Konfliktpotenzial drin.

Vabanquespiel in der Schlussphase

Doch nach der Pause fokussierten sich die Adler wieder aufs Wesentliche und gaben keinen Zentimeter nach. Die Abwehr stand außerordentlich stabil, davor räumte Braun einiges weg. Auch das Publikum blühte auf. Einzig die Angriffe hatten erneut nicht die benötigte Präzision, um Keeper Patrick Drewes – wie Felix Müller und Marco Königs ein Ex-Preuße in Würzburgs Startelf – in Bedrängnis zu bringen.

Lange fehlten die heiklen Szenen in Abschnitt zwei. Dann blieb ein klares Handspiel von Dennis Mast ungeahndet (69.), im Gegenzug strich der Distanzschuss von Simon Skarlatidis hauchzart am Pfosten vorbei (70.).

Re-Live

Ein Vabanquespiel wurde die Schlussphase so oder so. Nicht weil die Kickers auf den Ausgleich drängten, sondern weil Münster keinen Konter finalisierte. Der eingewechselte Adriano Grimaldi hatte nach Fabian Menigs Anspiel die Entscheidung auf dem Fuß – nur Zentimeter drüber (85.). Da der SCP aber entschlossen verteidigte, fand das Zittern ein Ende ohne Schrecken.

Statistiken:

SCP: Körber - Schweers, Kittner, Scherder - Menig, Braun, Wiebe, Al-Hazaimeh - Hoffmann (68. Grimaldi), Rühle (72. Rizzi), Kobylanski (63. Cueto)

Kickers: Drewes - Ahlschwede, Neumann, Schuppan - Nikolaou - Göbel (76. Taffertshofer), Skarlatidis, Müller, Mast - Königs (60. Baumann), Ademi (84. Bytyqi)

Schiedsrichter: Robert Kampka (Mainz)

Tore: 1:0 Scherder (32.)

Zuschauer: 6075

Gelb: Kittner, Kobylanski, Al-Hazaimeh, Menig / Müller, Neumann, Schuppan

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