Fußball: Hallen-Stadtmeisterschaften Familienduell der Tourays bei den A-Junioren denkbar

Münster -

In der Vorrunde hatten der SC Preußen und der 1. FC Gievenbeck mit ihren U-19-Teams keine Probleme. Ob sich die Clubs im Finale sehen? Davon träumen jedenfalls die Cousins Ousman (SCP) und Kebba Touray (FCG). Ebenfalls weiter: der TuS Hiltrup und Wacker Mecklenbeck.

Von Christian Lehmann
Erstmals in unterschiedlichen Trikots: Ousman (l.) und Kebba Touray gehen bei den „Stadtis“ in diesem Jahr nicht mehr gemeinsam auf Torejagd.
Erstmals in unterschiedlichen Trikots: Ousman (l.) und Kebba Touray gehen bei den „Stadtis“ in diesem Jahr nicht mehr gemeinsam auf Torejagd. Foto: Peter Leßmann

Wenn am Freitagabend am Berg Fidel die Stadtmeister der U 19 ermittelt werden, sind Ousman und Kebba Touray möglicherweise ganz dick im Geschäft. Im Vorjahr gewannen die beiden Cousins noch gemeinsam den Titel für den 1. FC Gievenbeck, nach Ousmans Wechsel zu den Preußen im Sommer sind die 18-Jährigen nun Gegner.

Im Alter von acht Jahren kam Ousman Touray aus Gambia nach Münster. Mit Kebba, der in Deutschland geboren wurde, spielte er zunächst bei Westfalia Kinderhaus. Sie entstammen einer sportbegeisterten Familie. Ousmans Bruder Lamin kickt für die U 16 von Borussia Dortmund, Adam Touray ist Basketballer beim Drittligisten ETB Essen. Yaya (U 23) und Ibrahima (U 11), gehör(t)en dem FCG an. Kebbas Bruder Baba spielt Fußball beim SC Greven 09.

Die zwei eint ein Wunsch: Sie wollen Stadtmeister werden. „Es wird schwer, aber wir können‘s packen“, glaubt Kebba Touray, an dem Trainer Raul Prieto sein enormes Tempo und die gute Schusstechnik schätzt. Sein Traum wäre es, gegen Ousman im Endspiel zu stehen. Der wiederum hat vor allem Spaß: „Wir spüren gar keinen Druck“, sagt er.

Wie erwartet, überstanden beide die Vorrunde am Donnerstagabend recht souverän. Gievenbeck startete allerdings beim 2:0 gegen Wacker Mecklenbeck durchaus wacklig. Auch beim 3:2 gegen den VfL Wolbeck, für den Kilian Schneider bei seinem Pfostentreffer in der Schlussminute einen möglichen Ausgleich verpasste, überzeugte der Westfalen­ligist nur bedingt. „Die Jungs sind etwas nervös. Besser sie spielen jetzt so als in der Endrunde“, so Prieto. Zum Abschluss siegte der FCG, auch dank eines Touray-Tores, 5:1 gegen den SC Gremmendorf. Wacker besiegte Wolbeck im entscheidenden Spiel um Platz zwei mit 2:1 und steht ebenfalls in der Endrunde. Trainer Rocco Levo war dennoch nicht ganz zufrieden: „Wir haben nicht das umgesetzt, was wir uns vorgestellt haben.“

Ein Doppelpack von Ousman Touray brachte Preußen zum Auftakt gegen den SC Nienberge auf Kurs. Die Neuauflage des Vorjahres-Halbfinals, in dem der SCN den Bundesligisten sensationell aus dem Turnier ge­kegelt hatte, war diesmal eine klare Kiste und endete mit 4:0 für den SCP. Nach Siegen über den TuS Hiltrup (3:1) und den BSV Roxel (9:0) zogen die Preußen in die Endrunde ein. „Wir könnten etwas mehr Ruhe im Spiel mit Ball haben, aber Einsatzwille und Freude am Spiel stimmen“, sagte Co-Trainer Holger Heppe, der auch in der Endrunde auf Cyrill Akono, Adrian Knüver und Julian Conze, die derzeit im Profikader mit trainieren, verzichten wird. Zweiter wurde der TuS durch das ­finale 4:2 über Nienberge.

Während es in den Vorrundengruppen A und B nur mäßig spannend war, entschieden am späten Abend Wimpernschläge.

In Gruppe C wurde der SC Münster 08 Erster, das allerdings mit Hängen und Würgen. Dramatik pur bot nach Nullachts klarem Auftaktsieg bereits die Partie gegen den TSV Handorf (0:0). TSV-Keeper Morten Redbrake brachte den Favoriten mit drei sensationellen Paraden in der letzten Minute zur Verzweiflung, ehe Nico Oertker ins Nullacht-Tor traf. Seinen Schuss hatte er jedoch Zehntelsekunden nach der Sirene abgegeben – zu spät. Gegen Westfalia Kinderhaus lagen die Nullachter dann mit 1:4 zurück und waren so gut wie ausgeschieden, ehe Jonathan Tegtmeier 31 Sekunden vor Schluss zum 4:4 ausglich. Den 5:4-Sieg sicherte Linus Möllers schließlich noch. Völlig kaputt war Trainer Julian Wiedenhöft: „Für die Leistung gibt es kein Kompliment, für den Charakter der Truppe schon.“ Beifall gab es aber für Handorf, das Kinderhaus im letzten Spiel noch überholte.

Auch in Gruppe D war es eng. Die JSG Gelmer/Sprakel wurde dank eines 9:3 gegen GW Amelsbüren im letzten Spiel nur wegen der besseren Tordifferenz Erster vor Borussia Münster. Der Zweite hat in der Endrunde (Freitag ab 15.52 Uhr) eine Hammergruppe mit Gievenbeck, Hiltrup und Nullacht vor der Brust. Die JSG trifft auf Preußen, Wacker und Handorf. 1189 Zuschauer kamen am Donnerstag in die Halle.

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