Football: Oberliga Habichte fahren die Krallen aus

Münster -

Was für ein Auftakt in die Football-Saison: Die Blackhawks setzten sich gegen die Mammuts mit 13:10 durch. 2000 Zuschauer wurden Zeuge der Partie.

Von Thomas Austermann
Gelbe Rauchschwaden als Appetitanreger: Die Blackhawks überraschten ihre Fans (kleines Foto) zum Auftakt beim Sieg gegen die Mammuts.
Gelbe Rauchschwaden als Appetitanreger: Die Blackhawks überraschten ihre Fans (kleines Foto) zum Auftakt beim Sieg gegen die Mammuts. Foto: Peter Leßmann

Sensationelle Resonanz, überraschendes Resultat: Das münsterische Stadtderby im American Football zwischen den Blackhawks und den Mammuts lockte schätzungsweise 2000 Besucher auf die Sentruper Höhe, die den 13:10-Oberligasieg des Aufsteigers erlebten. Die (gelb-)schwarzen Habichte fuhren zum Saisonauftakt gleich ihre Krallen aus – die stolzen Akteure krönten den enormen Aufwand, den der kleine Club schulterte, um Münster bei freiem Eintritt zu diesem sehenswert aufgetrimmten Event zu locken. Ein großer Tag.

Statistiker schrieben den etablierten Mammuts eine Siegwahrscheinlichkeit von 91 Prozent zu. Der 102. im Deutschland-Ranking des American Footballs aber biss sich am 120. der Liste die Stoßzähne aus. Im von taktisch ausgeklügelter Verteidigung geprägten Duell herrschte ein Mangel an mitreißenden Offensivaktionen – aber derlei Startholprigkeiten sind auch anderen Sportlern nicht fremd. Zumal vor dieser Kulisse, die den Einmarsch der Blackhawks durch gelbe Rauchschwaden und vorbei an den Choreographien der Cheerleader bejubelte.

Gelbe Rauchschwaden und Cheerleader

„Wir brauchten Zeit, um reinzufinden, wir haben ja vorab nicht einmal ein Testspiel bestritten“, erklärte Blackhawks-Headcoach Dennis Eßmann, den sein im Dress mit der Nummer eins mitspielender Bruder Jerome beinahe umriss vor lauter Siegesfreude. „Wir haben dann das Beste aus dem gemacht, was da ist. Unsere Defense stand wieder einmal. Und das entspringt dem Blackhawks-Gefühl: Wir schmeißen alles rein.“

Gemäß dem Saisonmotto „Won’t stop“, das nicht allein auf den verteilten Klatschpappen allgegenwärtig war, ignorierten die Gastgeber den 0:3-Rückstand, den Mammut Dennis Behlert im ersten Viertel per Field Goal einbrockte. Der Runningback legte nicht nur gescheite Läufe hin, sondern blieb der einzige Punktemacher seines Teams. Auf der anderen Seite spielte Quarterback Alexander „Ali“ Fuchs seine zentralen Fähigkeiten aus, auch wenn er mit manchen Pässen Risiko ging. Er leitete den Touchdown von Jakob Frisch ein, den Marius Strunk mit dem Kick durch die Stangen zum 7:3 wertvoller machte. Für die Mammuts hielt Behlert dagegen, schaffte einen Touchdown plus Extrapunkt.

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In der Pause lagen die Blackhawks mit 7:10 hinten. Zum dritten Viertel lichteten sich die Zuschauerreihen merklich. Die Helmträger stemmten sich unbeugsam auf jeder Seite gegen alle Attacken. Im Schlussviertel fand Alexander Fuchs mit einem idealen Zuspiel rechts vorne die Lücke und den Wide Receiver Strunk, dem der Touchdown zum 13:10 gelang. Der folgende Zwei-Punkte-Versuch misslang, aber es reichte auch so in den hektischen und oft unterbrochenen letzten Minuten zum Prestigesieg. „Heute ging es uns weniger um das Spiel als vielmehr darum zu zeigen, dass dieser Sport in Münster etabliert werden kann“, wertete Coach Eßmann. „Wir machen das auch für die ganze Stadt.“

"Es war erst die Saisoneröffnung"

Am 1. Juli kommt es in Kinderhaus spielplangemäß zur MS-Revanche. Mammuts-Coach Sascha Krotil beklagte „zu viele individuelle Fehler in unserem Spiel“ und gratulierte dem Gewinner. „Der war heute besser – aber es war erst die Saisoneröffnung.“ Da folgt also noch was. „Ich denke, wir haben mit diesem superspannenden Spiel gezeigt, was in Münster möglich ist. Und darauf können auch wir stolz sein.“

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