Handball: Landesliga Binnenbruck und van Husen: Alter schützt vor Leistung nicht

Münster -

Zwei „Senioren“ haben den Handballern der HSG Gremmendorf-Angelmodde zum Sieg im Landesliga-Derby gegen Westfalia Kinderhaus verholfen. Weil die Personalnot groß war, stellten sich die Trainer Axel Binnenburck und Michael van Husen selbst auf.

Von Michael Schulte
Können es immer noch: Axel Binnenbruck (links) und Michael van Husen.
Können es immer noch: Axel Binnenbruck (links) und Michael van Husen. Foto: Peter Leßmann

Je oller, je doller. Wohl dem Handballverein, der über ein Trainergespann verfügt, das noch voll im Saft steht. Und das – auch noch im etwas gesetzteren Alter. Michael van Husen und Axel Binnenbruck mussten nicht lange überlegen, wie sie die personelle Schieflage bei der HSG Gremmendorf/Angelmodde am besten auffangen können. Die Reserve konnte niemanden für das Landesligateam abstellen, aus der Dritten dränge sich niemand auf, also Selbsthilfe. Und die sah dann so aus, dass der 50-jährige van Husen 60 Minuten die Abwehr stabilisierte, während Binnenbruck alternativ auf Linksaußen wirbelte, als Spielmacher die Fäden zog oder eben von der Bank aus coachte. Das machte dem „Jungspund“ überhaupt nichts aus. Kein Wunder, der Mann ist erst 47 Jahre.

Am Ende eines nicht gerade hochklassigen Landesligaderbys zwischen der HSG und Westfalia Kinderhaus durfte das „U-100-Duo“ jubeln. Mit 23:21 (11:10) hatte das Kellerkind der Liga über den Favoriten triumphiert. „Wir haben alle das gemacht, was wir können. Mit Disziplin und Einsatz sind wir die Sache angegangen. Und heute hat es eben gereicht“, freute sich van Husen. Und er war froh, dass es vorbei war.

Dreiszis stinksauer

Auf der Gegenseite saß Sebastian Dreiszis ziemlich bedröppelt da. Wobei das noch untertrieben ist. Der Coach der Kinderhauser war stinksauer. „Indiskutabel, was wir hier abgeliefert haben. Ich habe vor dem Gegner gewarnt; aber meine Mannschaft hat offensichtlich geglaubt, dass sich das von alleine regelt. Unfassbar.“

„Sieg im Derby hat man immer gern“

Zugegeben: Auch Kinderhaus war nicht in Bestbesetzung angetreten. Aber da so ziemlich keiner Normalform auf die Platte brachte, man in Abwehr und Angriff Defizite offenbarte, war Westfalia 60 Minuten in Schwierigkeiten. Der HSG spielte das alles prächtig in die Karten. Man hatte als sicherer Absteiger ohnehin nichts zu verlieren, konnte entsprechend locker aufspielen und ganz nebenbei auch etwas für das eigene Ego mitnehmen. „Einen Sieg im Derby hat man doch immer gern. Schönen Dank an unsere Jungs, aber auch an den  Gegner, dass wir das heute erleben durften.“ Ja, Michael van Husen hat das alles genossen. Und Axel Binnenbruck auch.

HSG-Tore: Kempgen (6), Becker (6/4), Kersten (4), Schröder (3), Hamdorf (2), Binnenbruck, Kuhlenkamp (je 1).

Westfalia-Tore: Bieletzki (7/6), Aleff (4), Siering (3), Würthwein, Rotert, Schulze Dieckhoff (je 2), Berger (1).

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