Fußball: 3. Liga Preußen haben vor Bremen-Reise plötzlich wieder bessere Laune

Münster -

Eine kleine Serie, das wär‘s für den SC Preußen. Nach dem Last-Minute-Sieg am Dienstag gegen den FSV Frankfurt geht es schon 72 Stunden später an der Weser weiter. Bei der U 23 von Werder Bremen möchten die Münsteraner den nächsten Schritt aus dem Keller machen.

Von Alexander Heflik
Voller Einsatz auch in Bremen gefordert: Münsters Danilo Wiebe (links), hier im Zweikampf mit dem Frankfurter Patrick Ochs.
Voller Einsatz auch in Bremen gefordert: Münsters Danilo Wiebe (links), hier im Zweikampf mit dem Frankfurter Patrick Ochs. Foto: Jürgen Peperhowe

Fast schon passend zum Wetter verbreitete Benno Möhlmann gute Stimmung. Zwei Tage nach dem 2:1-Erfolg über den FSV Frankfurt, als Tobias Rühle sich das Beste für zuletzt aufsparte und nach 89 Minuten zum Sieg traf, und einen Tag vor dem Gastspiel bei Werder Bremen II (Freitag, 19 Uhr), da scheint auch der SC Preußen ein wenig wie wachgeküsst – zumindest für den Moment.

„Alles im Lot“, befand Coach Möhlmann. „Was soll schon viel in den letzten beiden Tagen passiert sein.“ Na ja, gar nicht so wenig. Durch Rühles siegbringendes Traumtor war von einem auf den anderen Moment viel Frust von der Platte gewischt. Dann dürfte auch noch Mittelfeldspieler Philipp Hoffmann nach zehneinhalbmonatiger Verletzungspause in der nächsten Woche grünes Licht für den Einstieg in das Mannschaftstraining erhalten.

Und Leitwolf Benjamin Schwarz muss nun nur noch ein letztes Mal mit einer Rot-Sperre passen. „Philipp kann uns in der Endphase vielleicht noch helfen“, hofft Möhlmann. Ein weiterer „Neuzugang“, und als dieser wäre Hoffmann zumindest für den Coach zu sehen, kann den Preußen nicht schaden.

Der Gegner im Check

Ausgangslage: Im Falle einer Niederlage würde Werder wieder tief in den Abstiegskampf hineingezogen. Die U 23 liegt auf Rang 13 mit 35 Punkten.

Trainer: Florian Kohfeldt (34) war Spieler bei Werder, schaffte aber den Sprung in das Bundesliga-Team nicht und setzte früh auf die Übungsleiterschiene. Ein besonderes Verhältnis hat er wohl zu Viktor Skripnik, dessen Assistent er bei diversen Junioren-Teams war – und auch in der Bundesliga. Nach der Ablösung des Ukrainers im Herbst 2016 wurde Kohfeldt Nachfolger von Alexander Nouri als U-23-Coach – der wiederum setzte sich derweil auf den Skripnik-Stuhl.

Personal: Torwart Eric Oelschlägel zog sich beim 0:1 gegen Magdeburg einen Ellenbogenbruch zu und fällt über Monate aus. Routinier Rafael Kazior (33) ist mit vier Treffern erfolgreichster Schütze. Angreifer Melvyn Lorenzen muss eine Gelb-Sperre absitzen. Unter besonderer Beobachtung steht Sambou Yatabaré, der Mittelspieler aus dem Erstliga-Kader fiel wiederholt mit kurzfristigen Trainingsabsagen auf.

Kuriosum: Da gibt es gleich zwei Dinge. Seit 2000 bestritt der SCP acht Gastspiele (Regionalliga Nord und 3. Liga) in Bremen – und gewann nie. Zuletzt hieß es bei zwei Anläufen 0:0. Allerdings sollen die Preußen in der 90ern mal eine Testpartie gegen Bremens Reserve auf Platz 11 gewonnen haben. Und auch das ist komisch: Münster verlor gegen Magdeburg zuletzt mit 0:1, ein Elfmeter von Richard Weil entschied das Spiel. Einen Spieltag später verlor Werder II mit 0:1 gegen Magdeburg, ein Elfmeter von Richard Weil entschied das Spiel.

So gesehen können die Preußen ihre Finalserie mit der elftletzten Aufgabe in Bremen fortsetzen. Denn Endspiel-Charakter hat nun jede Partie für Möhlmanns Männer. Immerhin 23 Punkte holte der SCP unter der Ägide des 62-Jährigen seit dem zwölften Spieltag. Nur Magdeburg (29 Zähler), Zwickau (28) und Werder II (26) toppen diesen Wert.

Es ist ein gutes Zwischenzeugnis für den Trainer, der nun in Bremen hofft, die fürchterliche Auswärtsseuche beenden zu können. Gerade zwei Siege und sonst nichts in 13 Anläufen schreien nach einer Politur des matten Lacks. Platz 11 am Weserstadion wäre genau der richtige Ort zur passenden Zeit, das maßgeblich zu verändern.

►  Fit: Innenverteidiger Lion Schweers knickte gegen Frankfurt um, ist aber einsatzbereit in Bremen.

►  Rückschlag: Rechtsverteidiger Denis Mangafic (sieben Spiele), zuletzt Ende November in Zwickau im Einsatz und seit Anfang Januar verletzt, zog sich nun einen Muskelfaserriss zu und muss erneut pausieren.

►  SCP: Schulze Niehues - Tritz, Schweers, Mai, Al-Hazaimeh - Rühle, Wiebe, Rizzi, Aydin (Tekerci) - Kobylanski - Grimaldi

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