Fußball: 3. Liga Preußen vor Frankfurter Gastspiel zwischen Alarm und Besonnenheit

Münster -

Der Kampf um den Klassenerhalt spitzt sich zu. Preußen Münster kann sich am Dienstag (19 Uhr) zu Hause fürs Erste von den Abstiegsrängen befreien. Dazu ist ein Sieg im Kellerduell gegen den FSV Frankfurt Pflicht. Dass der Ex-Club von Trainer Benno Möhlmann zu Gast ist, steht kaum im Fokus.

Von Thomas Rellmann
Gelbsperre abgesessen: Michele Rizzi (2.v.r.) soll in die Preußen-Elf zurückkehren und seine Kollegen wie Mirkan Aydin (r.), Sebastian Mai oder Max Schulze Niehues (l.) antreiben.
Gelbsperre abgesessen: Michele Rizzi (2.v.r.) soll in die Preußen-Elf zurückkehren und seine Kollegen wie Mirkan Aydin (r.), Sebastian Mai oder Max Schulze Niehues (l.) antreiben. Foto: Jürgen Peperhowe

Wie heikel ist die Lage für Preußen Münster? Wer die Tabelle liest, kann nur zu einem Schluss kommen: kritisch bis dramatisch. Vor dem Kellerduell gegen den FSV Frankfurt (Dienstag, 19 Uhr) bietet sich aber die Chance, sich aus eigener Kraft von den Abstiegsrängen zu befreien. Die Hessen sind als 17. neben dem (nach dem Neun-Punkte-Abzug) 16. VfR Aalen der einzige Kontrahent in direkter Reichweite. Alle anderen sind bereits um mindestens vier Zähler enteilt für den Drittletzten. Es stellt sich also die Frage: Alarm in der Bude oder Besänftigung?

"Die Zeit wird knapper"

Trainer Benno Möhlmann spricht sich eher für die besonnene Variante aus. „Allmählich fängt es an, Spaß zu machen. Die Zeit wird knapper. Es kommt auch darauf an, wer unter Druck die beste Leistung bringen kann“, sagt der 62-Jährige. Vor dem Aufeinandertreffen der Enttäuschten müssen beide Seiten eine große Last schultern. „Ich wünsche mir etwas mehr Gier, mehr Frechheit“, sagt der Coach. „Natürlich geht es an der Mannschaft auch nicht spurlos vorbei, wenn wir ein Spiel wie in Magdeburg 0:1 verlieren. Das lässt keinen kalt.“

Offensivkräfte in der Pflicht

Wie schon zum Ende der Rückrunde sieht er seine Offensivkräfte in der Pflicht. Am Freitag war schon auffällig, wie schnell die Bälle bei Konterversuchen verschenkt wurden, wie oft Münster in der gegnerischen Hälfte in Zweikämpfen hoffnungslos unterlegen waren, wie selten die Laufwege passten. „Wenn Tobias Rühle sich über rechts durchsetzt und drei unserer Angreifer auf einer Linie im Sechzehner warten, müssten die Spieler das eigentlich selber erkennen.“

Wer verspricht im Vorwärtsgang denn den größten Erfolg?

Alles auf eine Karte zu setzen, brachte auch nicht den erhofften Erfolg. „Als wir viele Stürmer auf dem Feld hatten, gab es gar keine Chancen mehr“, so der Coach. Wer verspricht im Vorwärtsgang denn den größten Erfolg? Tobias Warschewski? „Er ist nicht der alleinige Heilsbringer“, sagt der Trainer nach dessen Debüt beim Lehrgang der U-19-Nationalelf. „Jetzt rufen dauernd Berater an, vielleicht braucht er eine neue Telefonnummer. Aber das gehört zum Geschäft.“ Adriano Grimaldi? Oft auf sich allein gestellt, aber ihm vertraut der Coach. „Er ist unser Kapitän, er kann führen.“ Lennart Stoll bewertet Möhlmann ebenfalls positiv, Tobias Rühle ist bei ihm gesetzt. Doch vom Rechtsaußen kann wie von Martin Kobylanski noch mehr kommen, während Mirkan Aydin sogar explizit kritisiert wurde und Christian Müller, der dritte Winter-Neue wieder ausfällt (Wadenprobleme).

"Wir werden das mit dem Klassenerhalt hinkriegen"

Michele Rizzi dürfte für Sandrino Braun („Leistung war okay“) in die Mittelfeld-Zentrale zurückkehren. Sinan Tekerci und Denis Mangafic trainieren mit dem Team und können bald wieder Alternativen sein. „Große Perspektiven gibt es aber nicht“, sagt Möhlmann. „Es geht jetzt nur noch von Spieltag zu Spieltag. Klar, uns fehlt die Stabilität, und wir sind keine Übermannschaft, die mal eben in Magdeburg bei der Kulisse die Punkte mitnimmt. Aber wir hatten das Spiel ja im Griff. Und wir werden das mit dem Klassenerhalt hinkriegen. Davon bin ich überzeugt.“

►  SCP : Schulze Niehues – Tritz, Schweers, Mai, Al-Hazaimeh – Rizzi, Wiebe – Rühle, Kobylanski, Stoll – Grimaldi

Zum Thema

Dunkle Wolken am Horizont: Noch ist nichts verloren beim SC Preußen Münster, aber die Wolken am Horizont der 3. Liga werden immer dunkler. Gut und gerne zehn Vereine kommen für den Abstieg in Frage. Ein Kommentar zum Thema

Erstes Endspiel der Preußen gegen Frankfurt: Startet das Team von Benno Möhlmann gegen den Zweitliga-Absteiger endlich wieder eine positive Serie?

Der Gegner im Check: FSV Frankfurt

Ausgangslage: Nach dem Zweitliga-Abstieg starteten die Hessen schwach, ehe sie mit dem 4:1 gegen die Preußen im September eine acht Spiele lange Serie ohne Niederlage einläuteten. Doch danach ging es wieder steil bergab. Nur ein Sieg gelang in 13 Partien. Nach dem 1:3 in Großaspach musste Trainer Roland Vrabec gehen, doch noch ist kein Aufwärtstrend erkennbar.

Personal: Zwei Ex-Preußen stehen im Kader. Marc Heitmeier durfte zuletzt als Sechser beginnen. Massimo Ornatelli, der lange verletzt war, wurde beim 0:1 gegen Halle am Samstag zur Halbzeit ausgewechselt. Keeper Sören Pirson dürfte in Münster nach privater Auszeit wieder auflaufen.

Trainer: Gino Lettieri, der 2015 den MSV Duisburg in die 2. Liga führte, übernahm vor einer Woche den Vrabec-Posten, erlebte zu Hause aber einen bitteren Einstand. Er sorgte anschließend für verwunderte Gesichter, als er seinem Team eine weitgehend gute Leistung attestierte.

Kuriosum: Unter normalen Umständen würde vor der Partie gegen den FSV Benno Möhlmanns Vergangenheit beim Gegner ins Zentrum rücken. Denn der heutige SCP-Trainer war von Dezember 2011 bis Mai 2015 Coach der Hessen, hielt sie permanent in der 2. Bundesliga und wurde einmal sogar Vierter. Doch die angespannte Tabellensituation beider Vereine hat den Fokus verlagert. „In der Mannschaft hat sich ja ohnehin vieles verändert“, sagt Möhlmann.

Warnung vor Verkehrschaos

Der SC Preußen Münster warnt auf seiner Facebook-Seite:

Der Facebook-Post wird geladen
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4700822?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686137%2F2686209%2F2686789%2F