Triathlon: 2. Damen-Bundesliga Günnigmann übergibt Teamleitung bei Tri Finish an ein Trio

Münster -

Bei den Damen von Tri Finish Münster gibt es in dieser Saison einige personelle Änderungen. Michael Günnigmann ist nicht mehr für die Teamleitung zuständig, Hanna Helmig, Anna Mentrup und Sophia Salzwedel haben seine Aufgaben übernommen. Aber so ganz außen vor ist der gebürtige Saerbecker nicht.

Von André Fischer
Auf ins dritte Jahr im Unterhaus: Petra Stöppler, Imke Sumbeck und Sophia Salzwedel (von links) halten Tri Finish die Treue, wenn auch Letztgenante die Prioritäten anders setzt. Salzwedel gehört mittlerweile auch zur Teamleitung, nachdem sich Michael Günnigmann (kleines Foto oben rechts) beruflich neu orientiert hat. Hoffnungsvoller Neuzugang ist Hannah Arlom (kleines Foto unten rechts) aus Emsdetten.
Auf ins dritte Jahr im Unterhaus: Petra Stöppler, Imke Sumbeck und Sophia Salzwedel (von links) halten Tri Finish die Treue, wenn auch Letztgenante die Prioritäten anders setzt. Salzwedel gehört mittlerweile auch zur Teamleitung, nachdem sich Michael Günnigmann (kleines Foto oben rechts) beruflich neu orientiert hat. Hoffnungsvoller Neuzugang ist Hannah Arlom (kleines Foto unten rechts) aus Emsdetten. Foto: Tri Finish Münster/Bernd Oberheim

„Niemals geht man so ganz, irgendwas von mir bleibt hier.“ Diese nachhaltigen Zeilen sind ein Stück deutsches Liedgut – und zeitlos. Schlager-Ikone Trude Herr sei Dank. Für Michael Günnigmann ist die damit verbundene Botschaft in diesen Tagen präsenter denn je. Nach zwölf Jahren verlässt der Triathlet aus beruflichen Gründen seine Wahl-Heimat Münster gen Hannover. Am 22. März kommt der Umzugswagen. „Ich sitze quasi schon auf gepackten Koffern“, verrät der gebürtige Saerbecker.

Kein leichter Schritt für ihn. Mit Tri Finish führte sein Weg von der Regionalliga bis in das Oberhaus. Und ganz nebenbei coachte er zuletzt die Frauen in der 2. Bundesliga, etablierte sie nach dem Aufstieg im Unterhaus. Da hat einer sicht- und spürbar Spuren hinterlassen. „Aufregend emotional“ – zwei wohl gewählte Worte mit denen Günnigmann seine Zeit in der Domstadt auf die Schnelle umreißt. Studium, Ausbildung, Sport – Münster ist ihm ans Herz gewachsen. Und die Menschen, mit denen er zu tun hat(te). Allen voran seine Zweitliga-Mädels, die 2017 in ihre dritte Saison gehen. „Ich beobachte sie künftig aus der Entfernung“, sagt er mit einer kleinen Portion Wehmut in der Stimme.

Wer ihn kennt, der weiß, dass er überaus korrekt und gewissenhaft ist, ungern etwas dem Zufall überlässt. Darum hat er vorgesorgt und die Teamleitung frühzeitig in die Hände von Sophia Salzwedel, Hanna Helmig und Anna Mentrup gelegt. „Die drei werden das Kind schon schaukeln“, sieht er Tri Finish im Damenbereich gewappnet für die nahe Zukunft. Und durchaus konkurrenzfähig. Wenngleich mit Günnigmanns Ausscheiden gleichsam eine neue Ära auch für die Triathletinnen beginnt. Franziska Bossow, die sich als Profi versucht, und Kapitänin Teresa Pöpping, die sich beruflich verändert, aber angedeutet hat, als Notnagel in die Bresche zu springen, sind erst mal außen vor. Ähnlich ist die Situation bei der erfahrenen Salzwedel, die sich künftig auf den Marathon konzentrieren will (Bestzeit 2:56 Stunden). „Das sind schon enorme Veränderungen. Es wird sicher schwer, den vierten Platz aus dem Vorjahr zu verteidigen“, ist Salzwedel realistisch genug, die Situation richtig einzuschätzen. Zumal auch Linda Schücker (schwanger) und Johanna Rellensmann (gerade Mutter geworden) nicht wirklich eine Alternative sind.

Dementsprechend dünn ist der aktuelle Kader. Lisa Ellmers, Imke Sumbeck, ­Petra Stöppler, Anne Hassejürgen sowie die neuen Gesichter Marie Stockey (W+F Münster) und Hannah Arlom (LG Emsdetten) sind sicher. „Wir stehen noch mit einigen wechselwilligen Kandidaten im Gespräch, aber amtlich ist noch nichts“, sagt Salzwedel.

Unter Umständen holt sie sich auch wieder Rat bei Günnigmann, der zwar in Hannover ist, aber nicht aus der Welt. Und so ganz hat er den Mädels sowieso noch nicht den Rücken gekehrt. Als ausgebildeter Coach schreibt er weiterhin die Trainingspläne und verschickt sie auf dem elektronischen Weg. Herrlich einfach und herrlich effektiv.

Das erste Wiedersehen gibt es übrigens am 23. Juli beim Sparda-Münster-City-Triathlon. Denn einer Tradition bleibt der Neu-Niedersachse in seiner Heimat treu: Er wird die Wechselzone managen. Wie immer. Niemals geht man halt so ganz.

► Das erste Rennen der Frauen steigt am 21. Mai in Gütersloh im Rahmen des beliebten „Dalkeman“. Den Auftakt macht ein klassischer Teamsprint.

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