Volleyball: Damen-Bundesliga USC umgibt nach dem Umbruch eine große Portion Zuversicht

Münster -

Die Anspannung steigt. Nach einer ausnahmsweise mal alles andere als ruhigen Sommerpause geht der USC Münster mit einem guten Gefühl in die neue Saison. Neben dem Feld pendeln sich die Dinge langsam ein – und die runderneuerte Mannschaft hat auch mehr als passable Ansätze gezeigt.

Von Henner Henning
Neue Saison, neue Mannschaft: Die Spielerinnen des USC Münster traten in den Räumlichkeiten des Hauptsponsors mit dem Team hinter dem Team zum offiziellen Fotoshooting an. Mit dabei waren (u.v.l.) Linda Dörendahl, Britt Bongaerts, Bogdana Anisova, Ines Bathen, Physiotherapeutin Anna-Lena Pannenbäcker, Juliane Langgemach, (M.v.l.) Leonie Schwertmann, Hanna Orthmann, Physiotherapeut Christoph Lang, Jennifer Kaddy, Sina Fuchs, Co-Trainer Marvin Mallach, Scout Manuela Kiousis, Teamärztin Dr. Jessica Maurer und Kaisa Alanko sowie (h.v.l.) Physiotherapeut Rolf Siegert, Physiotherapeutin Nadine Rensing, Erica Wilson, Trainer Andreas Vollmer, Teamärztin Rieke Herzog und Teamarzt Dr. Stephan Maurer.
Neue Saison, neue Mannschaft: Die Spielerinnen des USC Münster traten in den Räumlichkeiten des Hauptsponsors mit dem Team hinter dem Team zum offiziellen Fotoshooting an. Mit dabei waren (u.v.l.) Linda Dörendahl, Britt Bongaerts, Bogdana Anisova, Ines Bathen, Physiotherapeutin Anna-Lena Pannenbäcker, Juliane Langgemach, (M.v.l.) Leonie Schwertmann, Hanna Orthmann, Physiotherapeut Christoph Lang, Jennifer Kaddy, Sina Fuchs, Co-Trainer Marvin Mallach, Scout Manuela Kiousis, Teamärztin Dr. Jessica Maurer und Kaisa Alanko sowie (h.v.l.) Physiotherapeut Rolf Siegert, Physiotherapeutin Nadine Rensing, Erica Wilson, Trainer Andreas Vollmer, Teamärztin Rieke Herzog und Teamarzt Dr. Stephan Maurer. Foto: Wilfried Gerharz

Wenn im Mai der Deutsche Meister gekürt und damit die Bundesliga ab­geschlossen ist, wird es meist ruhig in der Volleyball-Bundesliga. Die Vereine verschwinden für einige Wochen fast ganz von der Bildfläche, auf der dann die Nationalmannschaften und zuletzt auch vermehrt die erfolgreichen Beachvolleyballer auftauchen. Doch in diesem Sommer war es zumindest beim USC Münster alles andere als ruhig. Der Umbruch in der Führungsetage mitsamt seinen Nebengeräusche sorgte für Schlagzeilen, genau wie die finanziell äußerst bedrohliche Lage, in der sich der mit 700 000 Euro verschuldete Verein weiter befindet. Und ganz nebenbei fiel Coach Andreas Vollmer die Aufgabe zu, unter einem Spardiktat 50 Prozent seines Aufgebots neu zu bestücken.

Mit einer umformierten Vorstandsriege geht der USC in die kommenden zwei Jahre. Präsident Jörg Adler, der bei seiner Wiederwahl nur 36 von 64 Stimmen bekam, bleibt wie Martin Gesigora (Vizepräsident Finanzen) und Jugendwartin Ute Zahlten im Amt, neu im Gremium dabei sind die Uni-Professoren Karen Zentgraf und Bernd Strauß sowie Marketing-Fachmann Marko Feldbaum. Dafür schied Jürgen Aigner (Vizepräsident Spielbetrieb) und vor allem Jürgen Schulz aus, der als Vizepräsident Sport über Jahrzehnte die sportlichen Geschicke des USC lenkte und eng mit den Unabhängigen verbunden war. Gerade sein Abgang war nach dem Trainertausch von Axel Büring zu Andreas Vollmer 2016 ein weiterer viel diskutierter Umbruch, der nicht ohne Reibereien ablief.

Was die veränderte Ausrichtung auf Funktionärsebene bringt, wird die Zukunft zeigen. Deutlich früher wird dagegen zu sehen sein, wie sich das neue sportliche Aufgebot schlägt. Auch hier darf man getrost von einem Neustart sprechen, sieben Abgängen stehen sechs Neulinge gegenüber. Mit Ashley Benson (zurück in die USA) und Michala Kvapilova (zum Beachvolleyball) verließen zwei unumstrittene Leistungsträgerinnen den Berg Fidel, auch das Zuspiel-Duo Amanda Sá (Ziel unbekannt) und Irina Kemmsies ( VC Wiesbaden ) ist nicht mehr beim Vorjahresdritten dabei.

Die Rollen in der Regie übernehmen in der kommenden Saison, die am Sonntag (14.30 Uhr) mit dem Heimspiel gegen Allianz MTV Stuttgart beginnt, die Finnin Kaisa Alanko und die Niederländerin Britt Bongaerts. Sie sollen unter anderem die ukrainische Angreiferin Bogdana Anisova, die Kvapilova-Nachfolgerin Erica Wilson auf der Diagonalen oder Jennifer Kaddy (beide USA) und Julianne Langgemach (LiB Aachen) in der Mitte erfolgreich einsetzen. In der Vorbereitung klappte dieses Unterfangen schon ganz ordentlich, zu 100 Prozent zufrieden aber ist Vollmer nicht. „Im Außenangriff haben wir an Größe gewonnen, im Block etwas verloren. Natürlich könnten wir noch ein bisschen Zeit gebrauchen. Aber wir hatten einen gradlinigen Anstieg der Leistungskurve und haben echt stark trainiert. Wir sind daher guter Dinge, dass wir unser Ziel erreichen“, sagt der 50-Jährige, der die direkte Qualifikation für die Playoffs anstrebt.

Das bewährte Kapitänsduo Linda Dörendahl und Leonie Schwertmann soll den USC führen, die mit Ines Bathen, Sina Fuchs und Hanna Orthmann weiter das münsterische Trikot tragen. In den 15 Testspielen (elf Siege) harmonierten die Alteingesessenen mit den Dazugestoßenen auf und neben dem Feld von Woche zu Woche besser, der Teamgeist entwickelte sich im Alltag stetig. Dazu stimmten zumeist Leistung und Ergebnis, besonders der Turniersieg in Dippoldis­walde machte Lust auf mehr, die beiden Partien beim Schweriner SC waren zuletzt trotz Niederlagen Gold wert.

Eine Menge USC gibt es gleich in der ersten Woche. Auf Stuttgart folgt am Mittwoch (19.30 Uhr) das Pokal-Achtelfinale gegen den Dauerrivalen und Ex-Vollmer-Club VC Wiesbaden, vier Tage später geht es daheim gegen Double-Sieger Dresdner SC. Ein happiger Auftakt, der aber auch gleichzeitig das Signal für eine ähnlich erfolgreiche Spielzeit wie zuletzt sein kann.

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